Tatort Schneesberg: Polizei hat neue Fragen zum Altfall Klaus Berninger in Wörth

Bevölkerung gefragt

Wörth a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Mehr zum Thema: Tatort Schneesberg
03.05.2022 Wörth am Main, Tatort Schneesberg, erneute Aktion der Polizei im Fall Klaus Berninger. Suche nach tatrelevanten Gegenständen.
Foto: Victoria Schwab
Im Zusammenhang mit dem Wörther Altfall Berninger hat die Polizei weitere Fragen an die Bevölkerung.

Seit April ermitteln Aschaffenburger Kriminalpolizei (Kripo) und Staatsanwaltschaft wieder in der bisher ungeklärten Bluttat von 1990 an dem jugendlichen Bäckerssohn Klaus Berninger. Während der neuerlichen Suche nach dem Täter/den Tätern gingen bislang etwa 100 Hinweise bei der Polizei ein.

KETTENANHÄNGER

Während der Suche nach Beweisstücken Anfang Mai am Tatort (nahe der Michaelshütte am Schneesberg) fanden Polzisten neben einem Messer auch einen Kettenanhänger. Dieser zeigt ein Waage-Symbol. Ob dieser Anhänger im Zusammenhang mit der Bluttat steht, ist unklar. »Der Anhänger muss nicht seit 1990 dort gelegen haben«, sagt Philipp Hümmer, Pressesprecher der Polizei Unterfranken. Die Ermittler fragen daher:
o Kann jemand Angaben zu einem Besitzer des Anhängers machen?
o Hat jemand am Schneesberg einen solchen Anhänger verloren?
o Kann jemand Angaben zu Personen machen, denen ein solcher Anhänger fehlt?

Altfall Klaus Berninger: Gefundener Anhänger im Wald.
Foto: PP Unterfranken
MESSER

Die rechtsmedizinischen Untersuchung des ebenfalls Anfang Mai nahe des Tatorts gefundenen Messers sind abgeschlossen. Die Ergebnisse will die Polizei laut Hümmer zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichen. Zuvor seien noch weitere Hinweise abzuklären, sagt Hümmer, konkretisiert dies jedoch nicht weiter.

TATTAG, 20. DEZEMBER 1990

Die Altfall-Ermittler der Kripo Aschaffenburg versuchen die letzten Stunden im Leben des Bäckerssohnes Klaus Berninger minuziös zu rekonstruieren. Durch die Auswertungen von Zeugenhinweisen ist es »hierbei zu widersprüchlichen Aussagen gekommen«, so Hümmer. Vermutlich hatte sich Klaus Berninger am Tattag, dem 20. Dezember 1990, nicht, wie zunächst vermutet, durchgehend von etwa 16 Uhr bis 18 Uhr im Pub »Nachtfalter« aufgehalten. Statt dessen könnte er sich bereits gegen 17.45 Uhr, im Bereich der Odenwaldstraße/Pfarrer-Adam-Haus-Straße in Wörth mit einer männlichen Person aufgehalten haben, mutmaßt die Polizei. Dazu, wo sich die beiden dann wieder getrennt haben könnten, gebe es widersprüchliche Aussagen. Weiter berichtet die Polizei: »Der Mann soll Klaus Berninger nur ein kurzes Stück in Richtung Marktplatz begleitet und sich dort von ihm getrennt haben.« Die Polizei fragt:
Hat jemand Klaus Berninger am 20. Dezember 1990...
o ...gegen 17.45 Uhr im Bereich der Odenwaldstraße/Pfarrer-Adam-Haus-Straße in Wörth alleine oder in Begleitung einer weiteren Person beobachtet?
o ...gegen 18 Uhr im Bereich des Pub »Nachtfalter«, Luxburgstraße, beobachtet? War er in Begleitung weiterer Personen?
o ...kurz nach 18 Uhr im Bereich des Marktplatzes in Wörth gesehen? War er in Begleitung weiterer Personen?
o ...nach 18 Uhr irgendwo im Ortsbereich von Wörth gesehen?

20. Dezember 1990, zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr: Möglicher Bewegungsradius von Klaus Berninger
Foto: Carmen Mölter
SCHNEIDER-KATALOG

Kurze Zeit vor seinem gewaltsamen Tod bestellte Klaus Berninger Gegenstände aus einem Katalog des Versandhändlers Schneider. Was genau er bestellt hatte, ist nicht bekannt. »Die Gegenstände sind nicht mehr da, wir möchten gerne wissen, worum es sich handelte«, sagt Polizeisprecher Hümmer. Die Firma bedruckte laut ihrer Homepage Werbe- und Geschenkartikel für kleinere Unternehmen. Inzwischen hat sie ihr Repertoire stark erweitert. Einen Originalkatalog aus dem Jahr 1990 besitzt das Unternehmen nicht mehr. Daher hoffen die Ermittler, dass sich jemand bei ihnen meldet, der einen Schneider-Katalog aus dem Jahr 1990 besitzt und ihn der Kripo zur Verfügung stellt.

Altfall Klaus Berninger: Der Schneider-Katalog.
Foto: PP Unterfranken
TÜRKISCHE MITBÜRGER

Die gezielte Ansprache türkischsprachiger Bewohnerinnen und Bewohner von Wörth mit eigens gefertigten Plakaten hat Hümmer zufolge bislang noch keine neuen Hinweise gebracht.

ALTFALL KLAUS BERNINGER

Am 20. Dezember verschwand in Wörth der 16 Jahre alte Bäckerssohn Klaus Berninger. Am 23. Dezember entdeckten Spaziergänger seine Leiche am Wörther Schneesberg nahe der Michaelshütte. Bis heute ist der Fall ungelöst. Im April 2022 hatten Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder aufgenommen.

KATRIN FILTHAUS & TORSTEN MAIER

VIDEO: Der Altfall Berninger
Wer tötete 1990 Klaus Berninger in Wörth? Was am Tattag geschah und warum die Polizei erneut ermittelt
Quelle: Annika Kickstein
Podcast: Das sagt die Schwester von Klaus Berninger
Tatort Schneesberg: Podcast mit Karin Berninger und Maximilian Basser der Polizei Unterfranken
Quelle: Annika Kickstein
Fotoserie: Polizei sucht Tatort ab 
+21 weitere Bilder
Tatort Schneesberg - Suche an Michaelshütte
Foto: Victoria Schwab |  23 Bilder
Kommentare

laden


Die Diskussion wurde geschlossen..

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!