Dienstag, 10.12.2019

Vergewaltigung in Kleinwallstadt: Kripo fasst Verdächtigen

18-Jähriger gesteht Tat – Festnahme

Kleinwallstadt
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Die Kripo hat einen 18-Jährigen festgenommen, der vergangene Woche eine Frau in Kleinwallstadt vergewaltigt haben soll. Das teilte das Polizeipräsidium Unterfranken am Montagmittag auf Anfrage der Redaktion mit. Der Verdächtige legte ein Geständnis ab, das auch von sichergestellten Spuren untermauert wird.

Die Sexualtat geschah am Montag vergangener Woche an der Mainstraße in Kleinwallstadt, in der Nähe eines Stellplatzes für Wohnmobile. Die Frau war mit ihrem Hund unterwegs, als ein Unbekannter sie gegen 22.40 Uhr von hinten angriff, in Richtung Main zerrte und vergewaltigte. Der Täter lief in Richtung Elsenfeld davon. Die Frau ging nach Hause und verständigte selbst die Polizei.

Diese richtete eine Ermittlungskommission ein, die aus 20 Polizisten besteht (siehe »Stichwort«), und startete zwei Hinweisaufrufe in der Öffentlichkeit. Am Freitagabend befragten die Beamten nach einem Hinweis mehrere Personen in Kleinwallstadt. Dabei geriet ein 18-Jähriger in den Fokus der Ermittlungen. Dieser räumte die Tat nach Angaben der Polizei ein.
Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen und verbrachte die Nacht in einer Zelle im Dienstgebäude der Aschaffenburger Polizei. Die Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Aschaffenburg ordnete am Samstagvormittag Untersuchungshaft für den jungen Mann an wegen des dringenden Tatverdachts der Vergewaltigung. Der 18-Jährige ist mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht.


Wie die Polizei informiert, untermauern auch erste Spurenauswertungen die Aussage des Verdächtigen zur Tat. »Die Arbeit der Ermittlungskommission ist mit der Festnahme des 18-jährigen Tatverdächtigen jedoch nicht abgeschlossen«, heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung. Es stünden noch weitere Überprüfungen und Ermittlungen an.
Zunächst war auch die Rede davon gewesen, dass sich am Tatort möglicherweise eine zweite Person aufgehalten haben könnte, die nicht aktiv in das Geschehen eingriff. Dies bestätigte sich laut Polizeiangaben nicht.


Die Polizei teilte auf Anfrage der Redaktion mit: Im Jahr 2018 gab es am bayerischen Untermain fünf Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen und sexuelle Übergriffe im besonders schweren Fall, bei denen keine Täter-Opfer-Beziehung vorlag, 2017 waren es zehn Fälle. »Auf einem vergleichbaren Niveau liegen die Zahlen für ganz Unterfranken«, heißt es im Schreiben der Behörde. Es wird aber betont, »dass es in Unterfranken objektiv keine unsicheren Orte oder Bereiche gibt.«
Beratung für Kriminalitätsopfer


Im Polizeipräsidium gibt es zwei Beauftragte für Kriminalitätsopfer, die Kontakt zur entsprechenden Polizeidienststelle herstellen und auf Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen hinweisen können. »Viele Opfer sind erst nach eingehender Information über ihre Rechte und nach Aufklärung über den Ablauf eines Ermittlungsverfahrens bereit, aus ihrer Anonymität herauszutreten«, teilt die Polizei mit.

Kontakt zu den Beauftragten für Kriminalitätsopfer bei der Polizei: Tel. 09 31 / 4 57 - 10 74

 

Stichwort: Ermittlungskommission

Bei einer Ermittlungskommission, kurz Eko genannt, handelt es sich um eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation der Polizei. Ekos werden eingerichtet, wenn eine Aufgabe im Tagesgeschäft nicht bewältigt werden kann, zum Beispiel, weil mehr Personal oder Zeit benötigt wird, um intensiv an einem Fall zu arbeiten. Dafür werden Beamte vorübergehend in einer separaten Gruppe zusammengezogen. Es werden Polizisten ganz unterschiedlicher Dienstgruppen Mitglied einer Eko, auch um für die Ermittlungen Anregungen von außerhalb der Kriminalpolizei zu bekommen. Das hat sich beispielsweise bei den Altfallermittlungen der Aschaffenburger Kripo ausgezahlt: Es wurden ein mittlerweile verurteilter Täter wegen versuchten Mordes auf dem Hasenkopf-Berg in Aschaffenburg und ein wegen Mordes im Aschaffenburger Schlossgarten Verdächtiger gefunden. (nle)

 

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