Sonntag, 16.06.2019

Mord im Jahr 1979 in Aschaffenburg: Kripo fasst Verdächtigen

Erneuter Erfolg bei Altfallermittlungen

Aschaffenburg
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Fast 40 Jahre ist es her, dass die 15 Jahre alte Christiane J. im Bereich des Schlossparks in Aschaffenburg getötet wurde.

Lange tappten die Behörden im Dunklen – bis jetzt: Polizei Unterfranken und Staatsanwaltschaft Aschaffenburg teilen soeben mit, dass die hiesige Kriminalpolizei einen 56-Jährigen ermittelt hat, der in diesem sogenannten Altfall dringend tatverdächtig ist. Die Behörden gehen von Mord aus. Der Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft – und schweigt.

Der Verdächtige, der am Tattag, dem 18. Dezember 1979, 17 Jahre alt war und in Aschaffenburg wohnte, und Christiane J. kannten sich laut der Mitteilung. Die 15-Jährige verschwand nach dem Besuch eines Abendkurses. Ihre Leiche wurde am nächsten Tag unterhalb des Frühstückstempels gefunden.

Foto: László Ertl

Eine Sonderkommission ermittelte mit Nachdruck, konnte aber keinen Täter ermitteln. "Die Ermittlungen gestalten sich bei der fast 40 Jahre zurückliegenden Tat äußerst schwierig und werden voraussichtlich noch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen", schreiben die Behörden auch heute. Zwar wiegt der Verdacht so schwer, dass der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Aschaffenburg Haftbefehl erlassen hat, es gilt aber noch die Unschuldsvermutung.

Erst 2017 hatten die Ermittler den fast 30 Jahre zurückliegenden versuchten Sexualmord auf dem Hasenkopf-Berg zwischen Aschaffenburg und Haibach (Kreis Aschaffenburg) geklärt. Das "Lebenslänglich"-Urteil, das das Landgericht Aschaffenburg vergangenes Jahr wegen Mordversuchs verkündete, ist noch nicht rechtskräftig und wird im Juni Thema vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe sein.

Nina Lenhardt

Weitere Infos folgen im Laufe des Tages...

 

Hintergrund: Die Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei

Cold Case Ermittlungen wegen Mordverdachts im Jahr 1979 – Haftbefehl gegen 56-Jährigen – Ermittlungen dauern an

ASCHAFFENBURG. Ein 56-Jähriger sitzt seit Mittwoch, den 15.05.2019, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg zufolge steht er im Verdacht, im Dezember 1979 ein 15-jähriges Mädchen ermordet zu haben. Die Ermittlungen gestalten sich bei der fast 40 Jahre zurückliegenden Tat äußerst schwierig und werden voraussichtlich noch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der jetzt 56-Jährige am Abend des 18.12.1979 eine damals 15-jährige Schülerin im Aschaffenburger Schlossgarten getötet haben. Passanten hatten am darauffolgenden Morgen die Aschaffenburgerin unterhalb des „Frühstückstempels“ gefunden und die Polizei alarmiert. Eine SOKO ermittelte in der Folgezeit mit Nachdruck, konnte allerdings keinen dringend Tatverdächtigen identifizieren.

Im Zuge der Überprüfung sogenannter Cold Cases nahm sich die bei der Aschaffenburger Kripo eingerichtete Ermittlungskommission „Altfälle“ auch diesem Fall erneut an. Auf Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse erhärtete sich der Tatverdacht gegen den damals ebenfalls ortsansässigen 17-Jährigen, der mit dem Opfer auch bekannt war.

Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg beantragte die Untersuchungshaft, die vom Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Aschaffenburg angeordnet wurde. Bereits am 15.05.2019 vollstreckten die Ermittler den Haftbefehl. Der 56-Jährige, der bislang zum Tatvorwurf schweigt, wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen dauern unterdessen an.

Michael Zimmer /Polizeihauptkommissar),
Axel Weihprecht ( Leitender Oberstaatsanwalt)

 

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