Samstag, 17.08.2019

Großeinsatz in Lohrer Innenstadt wegen vermutetem Gasaustritt

Eine Stunde Alarm

Lohr a.Main
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Gasaustritt in Lohrer Innenstadt
Einsatzbesprechung der Rettungskräfte am Einsatzort in der Lohrer Innenstadt.
Foto: Feuerwehr Lohr
Eine Gasleitung soll geplatzt sein, Gas tritt aus: Mit dieser Alarmdurchsage hat die Integrierten Leitstelle Würzburg die Feuerwehr Lohr am Donnerstagmittag um kurz vor zwölf Uhr in die Lohrer Innenstadt geschickt. Ein Großeinsatz für die Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Am Ende blieb nicht mehr als Luft.

Von irgendwo her im Bereich der Grafen-von-Rieneck-Straße war ein lautes, zischendes Geräusch zu hören. Offenbar hatte dies auch ein Passant gehört und den Notruf gewählt, eine Bestätigung seitens der Polizei gibt es dafür bislang nicht.

Sehr deutlich zu hören war das typisch zischende Geräusch von mit Druck ausströmenden Gas, sagt Sebastian Mademann, zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lohr und Einsatzleiter vor Ort, im Gespräch mit unserer Redaktion. Unklar war für die ersten eintreffenden Feuerwehren aber, wo genau was entweicht.

Für Mademann bedeutete der Gas-Alarm:
• Die Einsatzstelle räumen und Straßen sperren,
• mit dem Einsatzleiter der Rettungsdienste abstimmen, was der Alarm für das Klinikum Main-Spessart nahe des Einsatzorts bedeutet,
• Messen, ob irgendwo Gas ausströmt und die Quelle des Austrittes schnell lokalisieren

An verschiedenen Stellen rund um den Einsatzort schickte Mademann Kollegen unter schweren Atemschutz mit Messgeräten los. Dafür waren zuvor der Gerätewagen Messtechnik der Feuerwehr Wombach und die Werkfeuerwehr Bosch Rexroth nachalarmiert worden.

Zugleich veranlasste der Einsatzleiter Rettungsdienst, dass im nahen Klinikum sofort alle Fenster geschlossen werden. Der so genannte Krankenhausalarmplan wurde aktiviert. Dieser regelt für jedes Krankenhaus, was im Fall einer internen oder externen Notfallsituation zu tun ist. Zum Beispiel durfte während des Einsatzes kein Notfallpatient, etwa von einem Verkehrsunfall, mehr von Rettungskräften zum Klinikum geliefert werden, sagt Mademann.

Darüber hinaus eilte ein Großaufgebot an Rettungsdienstlern – mehrere Notärzte und Rettungswagen – des Bayerischen Rote Kreuz (BRK) aus dem Landkreis Main-Spessart zum Einsatzort. Es galt für eine Evakuierung des Klinikums vorbereitet zu sein.

Während Einsatzkräfte den Einsatzort für Außenstehende abgeriegelt hatten, meldeten die messenden Feuerwehrleute an ihren Einsatzleiter: Keine Gaskonzentration in der Luft feststellbar. Das Geräusch ausströmenden Gases hatte die Feuerwehr mittlerweile nahe des Bosch-Rexroth-Betriebsgeländes lokalisiert. Und genau dort, im Außengelände von Bosch Rexroth an der Haaggasse fanden die Helfer schließlich die Quelle des Übels: Einen defekten Druckluftkessel. Über ein Ventil presste der Kessel geräuschvoll Luft in die Umgebung. Bis zu dem Großeinsatz war der defekte Kessel keinem Werksmitarbeiter aufgefallen.

Weshalb es zu dem technischen Defekt gekommen war, müsse nun geklärt werden, sagt Judith Mühlich, Pressesprecherin von Bosch Rexroth, unserer Redaktion. Weiter versichert sie: Eine Gefahr für Personen oder Umwelt habe »zu keinem Zeitpunkt« bestanden.

Etwas über eine Stunden dauerte der Einsatz. Über 60 Feuerwehrleute, ein Großaufgebot an Rettungsdienstlern sowie etliche Polizisten waren beteiligt.

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