Mittwoch, 18.09.2019

Aschaffenburger Autohaus: Zum zweiten Mal klauen Diebe Katalysatoren - Hoher Schaden

Nachts aus Transportern ausgebaut

Aschaffenburg
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Ein SCR-Katalysator ist am Unterboden eines Opel Astra zu sehen.
Foto: Marijan Murat
Erneut hat es das Autohaus Ehrlich in Nilkeim erwischt. Über ein Dutzend Katalysatoren aus Neuwagen ausgebaut haben Unbekannten zwischen Montagnachmittag und Mittwochmorgen. Nicht der erste Diebstahl dieser Art bei der Firma im Magnolienweg.

Aus 14 Kleintransportern stahlen die Unbekannten die Teile zur Abgasreinigung. Die Fahrzeuge parkten auf dem Firmengelände. Die Diebe haben die Katalysatoren anschließend mit einem Fahrzeug abtransportiert, so die Polizei. Die Beamten hoffen, dass Zeugen etwas beobachtet haben. Der Beuteschaden belaufe sich laut Ermittler »auf über 30 000 Euro«.

Erst Anfang Juli hatten Unbekannte Katalysatoren aus Fahrzeugen des Autohauses ausgebaut. Damals waren 15 zumeist neue Kleintransporter betroffen. Der Schadenshöhe damals: Ebenfalls gut 30 000 Euro. »Es spricht einiges dafür, dass die beiden Fälle in Zusammenhang stehen«, sind sich die Ermittler sicher.

Weniger sicher sind sie sich, wer als Täter in Frage kommen könnte. Björn Schmitt, Pressesprecher der Polizei Unterfranken, vermutet, dass es keine hiesigen Täter waren. Vermutlich auf Autoteileklau spezialisierte Banden aus dem Ausland? Auszuschließen sei das nicht, so Schmitt, aber nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen Spekulationen. Immer mal wieder sei es in der Vergangenheit zu Serien von Autoteilediebstählen gekommen. Mal waren es Airbags, mal waren es fest installierte Navigationsgeräte. Meist waren es Banden. Aber warum ausgerechnet Katalysatoren?

Peter Ehrlich, einer der beiden Geschäftsführer des Autohauses, sagt gegenüber unserer Redaktion: Dafür gebe es zwei mögliche Gründe. Entweder werden die Teile im Ausland verkauft oder auseinandergebaut, denn: Vermutlich haben es die Täter auf die Edelmetalle in den teuren Katalysatoren, etwa das Platin, abgesehen. Ehrlich: »Das wird dann eingeschmolzen und verkauft.«

Er weiß von Kollegen in unserer Region, die ebenfalls schon von solchen Dieben heimgesucht worden sind. Viele Autohäuser, die in Frage kommen, seien das nicht, so Ehrlich, denn schnell von den Autos demontieren lassen sich Katalysatoren nur von Transportern. Die haben einen höheren Radstand, »unter Limousinen kommen die nicht drunter«. Und Transporter verkaufen nur wenige Autohäuser. Nicht länger als eine Stunde hätten die Täter gebraucht, vermutet Ehrlich. »Die sind durchorganisiert und spezialisiert.« Zum Vergleich: Seine Mechaniker brauchen gut eine halbe Stunde, um einen Katalysator auszutauschen.

Für die Zukunft denke er nun darüber nach, noch mehr in Sicherheit zu investieren. Dass die Polizei die Täter wird fassen können, glaubt er weniger. Die seien längst weit weg. Auch aus Polizeikreisen heißt es, dass man die Täter wohl eher dann bekommt, wenn diese mal einen Fehler machen. mai

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0 60 21 / 857 1732

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