Freitag, 04.12.2020
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66-Jähriger bei Treibjagd erschossen

Schütze steht unter Schock
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In der Nähe von Würzburg, ungefähr 500 Meter vom Gramschatzer Ortsrand entfernt, ist es am Samstagvormittag gegen 10 Uhr zu dem Unglück gekommen. Ein 66-Jähriger war als Treiber bei der Jagd nach Wildschweinen eingesetzt und hatte gerade ein Tier aufgeschreckt, als ein Schuss fiel, der den Mann traf. (mit Audiobericht der Polizei)


Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen, die später durch den umgehend verständigten Notarzt weitergeführt wurden, verstarb der Mann noch vor Ort.



Erste Ermittlungen der Kripo Würzburg und eines  Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtshaben Hinweise auf ein Fehlverhalten eines beteiligten Jägers ergeben. Der Mann hat nach derzeitigen Erkenntnissen gegen die Jagdvorschriften verstoßen, als der den Schuss abgab. Eigentlich hatte die Jagdgesellschaft, die aus etwa 30 Jägern und weiteren 30 Treibern bestand, eine Drückjagd nach Wildschweinen an einer anderen Örtlichkeit geplant. Aufgrund eines Anrufes eines Landwirts, der mehrere Wildschweine in seinem Feld beobachtet hatte, wurde die Jagd kurzfristig nach Gramschatz verlegt. Bei einer Drückjagd stellen sich die Jäger in einem weitläufigen Kreis, dem sogenannten Kessel auf, in dem Wildschweine vermutet werden.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Die Treiber versuchen dann die Tiere aufzuscheuchen und aus dem Kreis zu treiben. Nach den geltenden Jagdvorschriften dürfen die Jäger erst schießen, wenn das Wildschwein den Kreis verlassen hat, um keinen Treiber zu gefährden. Diese Belehrung muss vor jeder Jagd durchgeführt werden, was in vorliegenden Fall auch vom Jagdvorsteher gemacht wurde. Einer der Jäger hat allerdings nach bisherigen Erkenntnissen diese Vorschrift missachtet und einen Schuss auf ein Tier abgegeben, dass sich noch in dem Kessel befand. Das Geschoss verfehlte jedoch augenscheinlich sein Ziel und traf den 66-Jährigen. Der mutmaßliche Schütze erlitt einen Schock. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Seine Waffe wurde sichergestellt. Auch ein Experte für Jagdrecht der Würzburger Polizei sowie ein  waren zur Unterstützung vor Ort.
Jagdunfall
Quelle: Andreas Luxem, Polizei Unterfranken


Ebenfalls am Samstag schoss ein Jäger im mittelfränkischen Dietenhofen (Landkreis Ansbach) einem Mann versehentlich ins Gesicht. Der 24-Jährige hatte in einem Waldstück mit Schrot auf einen Hasen geschossen, wie die Polizei mitteilte. Einige der Schrotkugeln trafen einen 43-Jährigen, der zur Jagdgesellschaft gehörte. Seine Augen blieben unverletzt. Er wurde vom Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei ermittelt gegen den 24-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung. dpa / Polizei Unterfranken


Audiobericht von Andreas Luxem, Polizei Unterfranken
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