Aschaffenburgs Suppenschulball: Eine Nacht mit mindestens 1100 Geschichten

Teppich, Tanzen, Talken

Aschaffenburg
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Es ist der aufregendste rote Teppich der Stadt, der glamouröseste Abend Aschaffenburgs und eine Nacht, die mindestens 1100 Geschichten zählt.

Denn jeder der 1100 Gäste dieses 70. Balls der Aschaffenburger Suppenschule nimmt seine ganz persönliche  Geschichte aus der Stadthalle am Schloss mit nach Hause. Im Laufe dieses Sonntags erzählen wir  hier an dieser Stelle einige ausgewählte davon und berichten auch von unserem Blick auf das viel beachtete Event 2023.

Die Geschichte der ersten Gäste:

Einlass ist um 19 Uhr,  draußen vor dem Eingang zur Aschaffenburger Stadthalle hat sich an diesem winterlichen Januarabend bereits eine halbe Stunde zuvor eine lange Schlange gebildet. 1100 Gäste wollen den 70. Ball der Suppenschule genießen – über den roten Teppich geht es hinauf ins Foyer zum Empfang. Und dann: Die ersten Gäste treten ein. Es sind Laura Blendinger und Björn Kogler aus Liechtenstein. Eigens angereist, so erzählen sie, um in ihrer Heimatstadt den Ball zu erleben. Tatsächlich ist es so: Einmal Aschaffenburger, immer Suppenschulball-Fan.

Laura und Björn aus Liechtenstein
Foto: Manuela Klebing


Die  Geschichte eines Ballkleids:

Der Zauber eines Ballabends liegt in den  Emotionen. Der Suppenschulball ist mit besonders vielen aufgeladen: Traumhafte Kleider, Champagner, ein Abend zu Zweit oder ein Abend, in dem eine Vorstellung zur Realität werden soll. Gabriele Kreusser vom Vorstand des Suppenschulvereines  erscheint  in einem Kleid, das sie gewählt hat, weil es Erinnerungen aufleben lässt. Es ist das Sommerkleid,  das sie im vergangenen Jahr anlässlich der Hochzeit ihres Sohnes trug.  "Ein wunderschöner Tag",  schwärmt sie. Eben einer  wie dieser Samstag in der Stadthalle. 
 

Svenja und Corinna Suffel sowie Gabriel Kreusser vom Vorstand des Suppenschulvereins
Foto: Victoria Schwab

 
Die Geschichte der Kronleuchter im Saal:

"Wir haben uns schon immer Kronleuchter gewünscht", so Svenja Suffel, Schatzmeisterin im Vorstand des Suppenschulvereins, "der 70. Ball  war dafür der richtige Anlass".  Für die Konzeption des Ambientes zeichnet Alexander Rauh mit seiner Agentur Wunschtraummacher verantwortlich.  "Schlicht und  edel", wie er sagt, hat er den Ball dieses Jahr gezeichnet. Die Zeiten seien andere, eben nachhaltig statt protzig. Und außerdem sei  in den vergangenen Corona-Jahren über Netflix wirklich alles  opulent und ausgiebig erzählt worden, dem brauche nichts mehr hinzugefügt werden. Er habe auf Reduktion gesetzt, eine  Deko, hybrid, wie man es in den vergangenen Jahren gelernt habe. Mit digitalen Bilderrahmen und schlichtem Silber auf den weiß eingedeckten Tischen.  – Absolut gelungen!

Das Ambiente
Foto: Simon Eyman

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>>>>>> VORMERKEN: Der nächste Suppenschulball findet am 13. Januar 2024 statt
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Die Geschichte von Elena Dorsemagen:

Nach Mitternacht zieht sich die Aschaffenburgerin die roten Lippen nochmals nach. Vor dem großen Spiegel im Foyer. Will sie gehen oder ist es das Upgrade für die nächste Runde oben in den Sälen? "Nein, nein, wir blieben noch! Wir gehen doch  erst um drei, vier Uhr!" – Natürlich: Elena gehört zu jenen Gästen, die den Suppenschulball zelebrieren. Es wird gefeiert. "Ich freue mich so sehr, viele Menschen wieder zu sehen, die ich über die Corona-Zeit nicht gesehen habe. Das ist das Schönste heute."  – Der Suppenschulball: Er hat gefehlt. Als Treffpunkt und als Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Wer sich 2023 auf dem Parkett zurückgemeldet hat, hat die Hand gehoben: "Ich bin hier, es geht gut und ich freue mich, wenn es anderen auch gut geht." In diesem Fall decken sich die Stimmen aus der Wirtschaft, der Finanzwelt, dem Handwerk, der Politik, ja, auch viele Mediziner sind  wieder hier.

Elena Dorsemagen
Foto: Manuela Klebing

Die Geschichte der Politik:

Judith Gerlach (CSU), bayerische Digitalministerin, aus Weibersbrunn.
Foto: Simon Eymann

Erstmals betrat auch Digitalministerin Judith Gerlach auf dem Aschaffenburger Parkett.  Möglich war es, weil der Abend der Suppenschule diesmal nicht mit dem Neujahrsempfang des bayerischen Ministerpräsidenten auf den selben Tag fiel. Ohnehin kommt im Jahr der Landtagswahl ein so stark beachtetes lokales Event  einem Pflichttermin gleich. Für die lokale Politik übrigens in jedem Jahr. Oberbürgermeister Jürgen Herzing, Bürgermeisterin Jessica Euler, Bürgermeister Eric Leiderer, alle waren da. Während Landrat Alexander Legler aus der Ferne auf Instagram Bilder von sich beim Heimbuchenthaler Fasching zeigte und für Aschaffenburg abgesagt hatte.  In vollem Rampenlicht dagegen sein Vorgänger: Ulrich Reuter, früherer Landrat im Kreis Aschaffenburg und künftiger Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, ist immer wieder gerne  Gast und Tänzer auf dem Suppenschulball.  Als Mann, dessen Name durch das Bekanntwerden seines neuen Amts derzeit in allen überregionalen Medien zu lesen ist, zeigte er sich am Samstag  intensiv der Region verbunden – und freilich allzu gerne auch Schulter an Schulter mit der hiesigen Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau.

Ulrich Reuter, künftiger Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (rechts) mit Jürgen Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau
Foto: Manuela Klebing
Ulrich Reuter auf de Tanzparkett
Foto: Victoria Schwab


Die Geschichte vom Barista:

Auf der Galerie mit Blick aufs Schloss bereiten die Baristas einen Espresso nach dem anderen zu. Wie viele sind es inzwischen? »So viele, dass wir es nicht mehr wissen«, antwortet ein Barista. Der Kaffeegenuss gehört auf dem Flaniergang durch die Stadthalle genauso dazu wie der Besuch im Weißwursthimmel. Leberkäse und Champagner: Ein Mix, der dieses Aschaffenburg zwischen Nähe zur Metropole Frankfurt und dem Verankertsein in der Spessartlandschaft so treffend charakterisiert. Und diesem Ball den Charme gibt. 

An der Barista-Bar
Foto: Manuela Klebing

Die Geschichte der Krise und des Weitermachens:

Merkt man diesem Ball irgendetwas der bewegenden Themen an, die den Vorstand noch vor drei Monaten hatten abwägen lassen, ob der Abend überhaupt stattfinden soll? Spürt man einen Nachhall der Corona-Jahre? Den Krieg? Die Inflation? Die Energie-Knappheit, den Mangel an Gastro-Personal? Bei den Gästen überwiegt die Freude,  wieder mittendrin dabei sein zu können. In den beiden Sälen wird getanzt wie immer;  zu zweit oder als große Party. Und doch ist es zu spüren: Die Zeiten sind andere. Ein Paar an einem vorderen Tisch sagt: "Wir sind über die Pandemie-Jahre älter geworden." Und auf der anderen Seite sind erstmals  Söhne und Töchter als Gäste mitgelistet. Die Zeiten sind andere. Auf ein Neues. Im nächsten Jahr  am 13. Januar 2024 beim 71. Ball der Suppenschule.

Ulrike Krepper mit Tochter und Sohn
Foto: Petra Reith

 


4-Punkte-Check: So glamourös war der Ball wirklich

Es gibt keinen anderen Abend im Mainviereck, der so beachtet ist wie der Suppenschulball. Er gilt als der glitzerndste im Mainviereck. Ein Red-Carpet-Event. Wie hat es der Ball nach der Pandemie-Pause zurück ins Rampenlicht geschafft? Der 4-Punkte -Check:

1) Atmosphäre: Edel und reflektiert. In Weiß und Silber. macht 10 von 10 Punkten.

2) Musik: Zwei Bands im großen Saal für den Tanz zu zweit. Zwei weitere Bands im kleinen Saal für die Party. Weil es mit Walzer begann und mit Suzi Quattro gleich weiterging und deshalb viel Gelegenheit für alle war, sich zum Takt zu bewegen: 10 von 10 Punkten.

3) Garderobe: Schon auf dem roten Teppich wurde klar: Wer sein Outfit so aufwendig wählt, freut sich auf den Abend und will mitglitzern. Ausreißer ja, manche bewusst. Und Aschaffenburg scheint sogar noch mehr aufbieten zu können. Also motivierend 9 von 10 Punkten.

4) Feingefühl: Ein solcher Abend braucht Stil und Laune zugleich. Die Renaissance des Balls ist gelungen.
  
                                                                                                                                                                              (mkl)


> main-echo.tv: Videoreport vom 70 . Ball der Suppenschule:

70. Suppenschulball: Alle Eindrücke und Interviews zusammengefasst
Quelle: Annika Kickstein

>  Sehen Sie  Eindrücke vom Abend in unserem BLOG mit vielen Impressionen,  wie unter anderem dieser hier:

Julia Maier
Quelle: Manuela Klebing

 

Hintergrund: Warum es den Suppenschulball gibt

Der Suppenschulball ist ein Benefizabend zugunsten der Aschaffenburger Kita Suppenschule. Die älteste karitative Einrichtung der Stadt in privater Trägerschaft ist sogar eine der ältesten in ganz Deutschland. Um sie am Laufen zu halten gibt es den Suppenschulverein, dessen Vorstand seit jeher aus Damen der Aschaffenburger Gesellschaft besteht.  Zur Existenzsicherung des Kindergartens rief der Vorstand 1952  einen Wohltätigkeitsball ins Leben. (mkl)


>  Klicken Sie sich
durch die Bildergalerien unseres Fotografen-Teams Victoria Schwab, Björn Friedrich, Petra Reith und Simon Eymann :

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