Sonntag, 25.07.2021

Flüchtlingsstrom nach Europa

Sandra Breunig

September 2015: Zu Hunderttausenden haben sie sich auf den Weg gemacht, Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak - Ziel: Europa. Viele stranden im türkischen Bodrum und versuchen, mit einem Schlepperboot auf die griechische Insel Kos zu gelangen. Einige haben die waghalsige Reise über das Meer nicht überlebt. Eine Syrerin soll auf einem Schlauchboot ein Kind zur Welt gebracht haben. Es heißt Ainur, Mondlicht. Bei Nacht hatte die Familie die Überfahrt gewagt. Ein Mann konnte sich einen Platz im Boot eines Schleppers nicht leisten. Er versuchte, die acht Kilometer von Bodrum nach Kos zu schwimmen und wurde kurz vor dem Ertrinken von einheimischen Fischern gerettet. Ein Afghane soll es ohne Schuhe bis nach Kos geschafft haben. Seine Füße seien blutig vom wochenlangen Marsch gewesen, erzählt Nele von einer niederländischen Hilfsorganisation. In einem Krankenhaus bekam er nach drei Tagen das erste Mal wieder etwas zu essen. Ein Ticket mit der Fähre auf das griechische Festland in Höhe von rund 50 Euro können viele nicht bezahlen, die nur das besitzen, was sie am Leib tragen. Die Schlepper hätten alle Taschen über Bord geworfen, als sie auf das Boot gestiegen sind, erzählt eine Frau, die mit ihrem Mann und zwei Töchtern geflüchtet ist. „Too heavy for the boat“, „Zu schwer für das Boot“, soll der Schlepper gesagt haben, bevor er das Gepäck ins Meer warf. Sie alle sitzen fest auf Kos, bis die UN ihnen ein Freiticket für die Überfahrt ausstellt. Das dauert Tage, manchmal Wochen, erzählt ein 26-Jähriger, der am Mittelmeerufer mit drei anderen Männern in einem Zelt lebt. Um Verpflegung und Zelte für die ankommenden Menschen kümmern sich die Insulaner und kleinere Hilfsorganisationen. Die Zustände seien katastrophal, die griechische Regierung sei mit der Situation überfordert, meint eine Schweizerin, die Wasser und Energieriegel an die Flüchtlinge verteilt. In der letzten Septemberwoche gibt es ein schweres Unwetter auf Kos, das alle Zelte am Kai wegspült. Einen Tag später bringt eine Fähre rund 700 Flüchtlinge, die sich in Kos Stadt aufgehalten haben, auf das griechische Festland. Doch zwei Tage später ist der Strand am Hafen in Kos wieder mit Zelten und Menschen belegt.

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