Montag, 21.09.2020
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Main-Echo-Forum zur Landratswahl im Main-Spessart-Kreis; Nägelsee-Aula; 18. Februar; 19 Uhr

18.02.2020 | 22:12:35 Uhr
Für heute: Gute Nacht

Mit der Veranstaltung endet auch dieser Live-Blog. Das Team des Main-Echo sagt Danke für ihr Interesse, wünscht einen schönen Abend und weiterhin reges Interesse an der Kommunalpolitik und dem Geschehen vor Ort.

18.02.2020 | 22:10:49 Uhr
Die Aula hat sich geleert

Wie sich die Bilder ähneln. Kaum zehn Minuten nach dem Ende der Podiumsdiskussion sieht die Nägelsee-Aula wieder so aus wie vor dem  Beginn. Der Saal hat sich geleert. Das Aufräumen beginnt. Allerdings muss schon in rund zwei Wochen wieder aufgebaut werden. Denn am Dienstag, 3. März, stehen die Lohrer Bürgermeisterkandidaten hier auf dem Podium.

18.02.2020 | 22:07:17 Uhr
Aus, aus, die Diskussion ist aus - und ein Fazit fällt schwer

So. Nach knapp drei Stunden ist die Podiumsdiskussion beendet. Was bleibt als Eindruck? Die Kandidaten blieben bei vielen Themen im Unkonkreten. Wirklich neue Ansätze und Positionen konnten sie kaum bieten.  Lediglich beim Streitthema B26n offenbarten sich wirklich eindeutige und unterschiedliche Standpunkte. Bis auf Christian Baier von den Grünen befürworten alle Kandidaten das Straßenbauprojekt. Die größten Lacher konnte Hubert Fröhlich mit seinen oft unorthodoxen Ansätzen und Ideen verbuchen. Ob sich das auch in Stimmen niederschlägt, bleibt allerdings abzuwarten. Die vier Kandidaten haben nun noch rund vier Wochen Zeit, um für sich und ihre Positionen zu werben. Für den Wähler, das zeigte der heutige Abend einmal mehr, ist es gar nicht einfach, seine Wahlentscheidung zu treffen. Stark unterschiedliche Konturen in der Sache sind bei den Kandidaten oftmals nicht zu erkennen. So wird es wohl wie so oft bei der Wahl von Landrat oder Bürgermeister sein: Es ist eine Persönlichkeitswahl, bei der es gar nicht so sehr um Inhalte geht, sondern um den persönlichen Eindruck. Zumindest auf diesem Gebiet konnten die Besucher der heutigen Podiumsdiskussion sicher jeweils ganz subjkektive Eindrücke gewinnen.

18.02.2020 | 21:56:56 Uhr
Die entscheidende Frage: Weswegen soll man die Kandidaten wählen?

Jetzt stellt Moderatorin Lena Schwaiger die ultimative, harte Schlussfrage: Warum sollte man sie wählen?

Baier sagt, er sei die optimale Kombination aus politischer Erfahrung und Lebenserfahrung. Außerdem plane er ein Landrats-Open-Air.

Hubert Fröhlich wirbt so für sich: Ich bin sehr volksnah, meine Handynummer steht auf jeder Schnapsflasche drauf, sagt der Schnapsbrenner.

Christoph Vögel sagt: Ich kann Leute zusammenbringen und bin sehr pragmatisch.

Pamela Nembach erklärt: Sie wolle für alle Menschen im Landkreis ein Daheim schaffen. Der Landkreis stehe vor einer Zeitenwende. Da müsse der Landrat vorndran stehen und sagen: Ich pack's.

Sabine SItter erklärt: Sie wolle Programme für die Zukunft entwickeln und den Landkreis gemeinsam mit den Bürgern neu denken.

18.02.2020 | 21:52:23 Uhr
Nochmal Kritik an der B26n

Berthold Wagner aus Lohr lenkt nochmal den Blick auf das Thema Verkehr. Er prognostiziert nicht zuletzt eine starke Zunahme des Lkw-Verkehrs. Dabei seien Lohr und die Straßen über den Spessart und ins Lohrtal schon jetzt am Limit. Die Versprechungen, dass mit dem Bau der B26n die Menschen in den Orten entlastet würden, sei so "reine Makulatur", sagt Wagner und erntet viel Applaus. Auch eine junge Frau fragt die Kandidaten, wie sie ein solches Straßenbauvorhaben rechtfertigen könnten. Sabine Sitter fordert die junge Generation, sich in die Diskussion einzubringen.

18.02.2020 | 21:47:46 Uhr
Forderung nach mehr Gewicht für Radverkehr

Christine Kohnle-Weis, die zweite Bürgermeisterin von Lohr, lenkt den Blick auf den Radverkehr und fordert ein "alltagtaugliches Radwegenetz". Wie stehen Sie dazu, fragt sie die Kandidaten. Die Kandidaten sprechen sich allesamt für eine Stärkung des Radverkehrs aus. Hubert Fröhlich sagt, dass er sich eine niedrigere Kreisumlage vorstellen könne. "Dann können die Gemeinden die Radwege bauen", sagt Fröhlich und erntet Gemurmel im Saal. Der Kreis hat erst jüngst angekündigt, die Kreisumlage erhöhen zu wollen.

18.02.2020 | 21:44:06 Uhr
Kandidaten wehren sich gegen Bild vom bürgerfernen Landratsamt

Eine Frau aus dem Publikum sagt, dass im Landratsamt die Bürgernähe "absolut abhanden gekommen" sei. Die Behörde müsse runderneuert werden. "Wer von euch schafft das", fragt die Frau. Die Kandidaten schweigen zunächst. Sabine Sitter spricht von einem subjektiven Empfinden. Sie wisse, dass die Mitarbeiter des Landratsamtes "Top-Arbeit" machen. Das Problem sei, dass die Behörde auch dafür sorgen müsse, dass Gesetze umgesetzt werden. Hubert Fröhlich sagt: "Ich würde gerne mit Ihnen zusammen hinschauen, wo es drückt." Das Landratsamt habe jedoch vielfach staatliche Aufgaben, müsse Gesetze umsetzen. Da habe der Landrat keinen Einfluss auf die fachliche Entscheidung. Er könne schauen, dass "die Leute fair behandelt werden.  Christoph Vogel sagt, dass im Landratsamt "viele hochmotivierte Mitarbeiter arbeiten", aber es gebe wie überall auch andere. Die Behörde müsse den Spielraum, den sie hat, zum Wohle der Bürger ausnützen. Das Bild von einem maroden Zustand der Behörde trage er nicht mit. Christian Baier sagt, dass es Demut, Respekt, Teamgeist und eine Zukunftsvision brauche. Im Landratsamt hätten viele diese Eigenschaften. Und dies sei auch sein Ansatz.

18.02.2020 | 21:36:53 Uhr
Was tun gegen den Bevölkerungsschwund?

Wolfgang Remelka aus Gemünden fragt, wie die Politik den Bevölkerungsschwund im Kreis stoppen will. Hubert Fröhlich setzt auf Infrastruktur: Straße, Computer, Handyempfang. Christoph Vogel sagt, dass man das Leben in den Gemeinden stärken müsse, und nennt Dorfläden als Beispiele. Es gebe viele gute Beispiele im Landkreis. Darüber müsse man sich stärker austauschen. Der Landrat müsse eine solche Diskussion befördern. Pamela Nembach sieht eine Chance darin, dass im Landkreis bezahlbarer Wohnraum angeboten werden kann.

18.02.2020 | 21:33:18 Uhr
Telefonsprechstunde mit dem Landrat?

Aus dem Publikum regt Johann Schwind eine Telefonsprechstunde des Landrats an. Sowas gebe es im Landkreis Erding. Schwind fragt: Würden sie eine Telefonsprechstunde einmal im Monat für die Bürger machen? Die Kandidaten äußern sich zumindest nicht gegen eine solche Sprechstunde. Baier sagt gar, dass er eine Video-Sprechstunde anbieten würde. Nembach will nicht ausschließen, dass der Landkreis in die Fläche geht zu Sprechstunden.

18.02.2020 | 21:30:28 Uhr
Sabine Sitter vermisst Kreis-Gefühl

Sabine Sitter fragt angesichts der Entwicklung nicht zuletzt im Raum Marktheidenfeld: Waren wir überhaupt je ein Landkreis? Sie habe im Kreistag nicht immer diesen Eindruck. Sie hoffe, dass im zukünftigen Kreistag "hoffentlich alle nach 1972 geboren sind", also nach der Gebietsreform. Damit, so stellt Moderator Joachim Spies fest, würde Christian Baier ausscheiden. Doch er sagt: "Es spielt nicht das Alter eine Rolle, sondern wie man denkt." Baier lebt seit 2002 in Karlstadt. Er habe bis zum Umzug in den Landkreis nicht gewusst, dass dieser aus vier Altlandkreisen zusammengefügt wurde. Das Denken an die alte Zeit "wird verlassen werden müssen", sagt Baier. Die Probleme, die anstehen, könnten Altkreise und Kommunen alleine nicht bewältigen. "Wir werden sehr zusammenhalten müssen", sagt Baier. Er wünsche sich mehr Zusammenarbeit zwischen den Kommunen.

18.02.2020 | 21:25:36 Uhr
Nembach: Es ist ein Geben und Nehmen

Pamela Nembach bezeichnet das Gefühl, benachteiligt zu sein, als gefährlich. Es verstelle den Blick auf das, was der Kreis tue. Wenn man nur ein Interesse vertrete, verliere man die Gesamtheit aus dem Blick. "Es ist ein Geben und Nehmen auf jeder politischen Ebene", sagt Nembach. In Marktheidenfeld sei die Problematik deshalb aufgebrochen, weil Themen wie das Krankenhaus und die Sanierung der Schulen zusammengekommen seien. Mit diesen Themen versuchten manche nun, "eine schnelle Stimme zu gewinnen".

18.02.2020 | 21:23:17 Uhr
Ist der Kreis noch nicht zusammengewachsen?

Nächstes Thema: Der Trend, dass es in Teilen des Landkreises neue, lokal begrenzte Listen für den Kreistag gibt, speziell im Raum Marktheidenfeld. Hat es der Landkreis auch nach über 40 Jahren nicht geschafft, zusammenzuwachsen, fragt Moderator Joachim Spies. Christoph Vogel sieht die Diskussion um die Schließung des Krankenhauses in Marktheidenfeld als Ursache für diese Entwicklung. Für den Landkreis sei die Entscheidung zum Bau der Zentralklinik jedoch "genau die richtige" gewesen. Kreispolitiker würden gewählt, um Entscheidungen für den Kreis zu Treffen, nicht für kleinräumigere Einheiten.

18.02.2020 | 21:19:46 Uhr
Nembach: B26n entlastet Menschen

Pamela Nembach sagt, dass die Industrie im Kreis eine attraktive Straßenanbindung brauche. Marktheidenfeld prosperiere aufgrund seiner guten Anbindung. Auf der anderen Seite ersticke Arnstein im Durchgangsverkehr. Dort könne man im Ort kaum noch die Straße überqueren. "Das was wirklich zählt, sind die Menschen vor Ort", diese müssten vom Verkehr befreit werden, sagt Nembach.

18.02.2020 | 21:16:57 Uhr
Fröhlich will Navigationsgeräte beeinflussen

Einmal mehr sorgt Hubert Fröhlich für Erheiterung: Er sagt, man könne auch versuchen, den Landkreis in Sachen Verkehr so unattraktiv wie möglich zu machen. Dann würden die Navigationsgeräte den Autofahrern sagen: "Fahrt da nicht rein". Es gibt Gelächter.

18.02.2020 | 21:15:19 Uhr
Sitter: Wir brauchen einen starken Kümmerer

Christoph Vogel sieht nach dem Bau der B26n die Möglichkeit, in den vom Durchgangsverkehr befreiten Dörfern in deren Neugestaltung zu gehen. Doch für die Ortsumgehung alleine werde man kein Geld bekommen. Sabine Sitter sagt: "Wir brauchen einen starken Kümmerer, der sich darum kümmert, dass solche Projekte vorangehen." Es gehe um eine strategische Entwicklung des Landkreises. Sie mache diese Diskussion müde. Wenn man sich im Kreis politisch einig sei, würde man die Gelder für die B26n bekommen. Das habe sich gezeigt beim der Entscheidung für den Bau der Zentralklinik.

18.02.2020 | 21:10:24 Uhr
Baier zur B26n: "Sie ist keine Lösung für irgendwas"

Christian Baier ist als einziger Kandidat gegen den Bau der B26n. Um deren Bau zu verhindern, würde er sich im Falle einer Wahl zum Landrat nicht unbedingt "vor die Bagger schmeißen", sich jedoch vehement gegen das Vorgaben einsetzen. Die B26n sei "keine Lösung für irgendwas". Das Projekt spalte die Menschen im Kreis. Laut Baier ist im Zuge der bisherigen Planung für manche Bereiche der Trasse nicht ausreichend auf die Wertigkeit der Flächen geschaut worden, die der Straße zum Opfer fallen sollen. Eine solche Vorgehensweise könne er nicht akzeptieren. Mit dem Bau der B26n werde es "sehr, sehr dramatisch für viele". Baier sagt, dass man mit allen rechtlichen Schritten versuchen müsse, die Straße zu verhindern. Er hofft aber auch darauf, dass Geldmangel dazu führt, dass die B26n gekippt wird. Seit 20 Jahren werde über die große Lösung B26n gesprochen. Dabei gebe es einfache Lösungen, beispielsweise eine Umgehungsstraße für Arnstein.

18.02.2020 | 21:04:39 Uhr
Vogel: B26n hilft den Menschen, weniger der Wirtschaft

Christoph Vogel erklärt zur B26n, dass nicht nur der erste Bauabschnitt der B26n bis Karlstadt gebaut werden dürfe, weil so viel Verkehr auf die nachgeordneten Straßen gebracht werde, ohne abfließen zu können. Vogel glaubt nicht, dass die B26n den Kreis wirtschaftlich entscheidend voranbringen wird. Es gehe darum, die Menschen in den Orten zu entlasten, indem der Verkehr um die Dörfer herumgeleitet werde. Es gehe darum, "die verträglichste Trasse" zu bekommen. Vogel rechnet damit, dass sich das Vorhaben aufgrund etlicher Gegner deutlich verzögern werde.

18.02.2020 | 21:01:37 Uhr
Sitter: Wir brauchen die B26n

Auch Sabine Sitter ist für die B26n. Sie verweist auf Gutachten zur Umweltverträglichkeit, die der Planung vorausgehen. Es müssten neben der Ökologie aber auch die Ökonomie und das Soziale betrachtet werden. Der Landkreis brauche eine gute Ost-West-Verbindung. Man müsse die vom Bund finanzierte Straße nutzen, um die Infrastruktur und die Kommunikation im Kreis zu verbessern. Die Ökologie sei nur ein Teilaspekt. Es brauche eine gründliche Güterabwägung. "Da, wo Straße ist, ist Industrie", sagt Sitter und nennt als Beispiel die Stadt Marktheidenfeld mit ihrer Autobahnnähe. Die B26n sei eine Chance für den Landkreis. "Ich bin der Meinung, dass wir diese Straße brauchen."

18.02.2020 | 20:57:11 Uhr
Fröhlich will Stau nicht entstehen lassen

Hubert Fröhlich sagt, dass die B26n eine Achse sein könne, um den Verkehr von Prag nach Frankfurt abfließen zu lassen. Dabei soll der Verkehr "am besten großräumig um Lohr rum" geführt werden, damit hier kein Stau entstehe. Fröhlich sagt, der Verkehr müsse von Lohr Richtung Marktheidenfeld abfließen. Er erntet damit Gelächter. Fröhlich bekennt, dass sich der Verkehr den kürzesten Weg suche. Wenn es keinen kurzen Weg gebe, dann nehme der Verkehr den schnellsten. Erneut gibt es Gelächter.

18.02.2020 | 20:54:16 Uhr
Nembach fordert schnelle Planung

Pamela Nembach sagt, dass im Zuge des Baus der B26n die nachgeordneten Straßen ertüchtigt werden müssen. Dafür brauche es eine umgehende Planung der Verbindung von Karlstadt nach Lohr. Dabei müssten möglichst viele vorhandene Straßen benutzt werden, um den Flächenfraß zu minimieren. Man müsse in Gesprächen den Streit und das Konfliktpotenzial rausnehmen.

18.02.2020 | 20:52:23 Uhr
Baier gegen die B26n, alle anderen dafür

Eine Umfrage unter den Kandidaten offenbart klare Positionen. Christian Baier ist gegen die B26n, alle anderen Kandidaten sind dafür.

18.02.2020 | 20:51:22 Uhr
Jetzt geht's an den Zankapfel: die B26n

Das Straßenbauprojekt quer durch den Landkreis ist sehr umstritten. Das Werntal erhofft sich Entlastung der Ortsdurchfahrten, viele andere Gemeinden wie Lohr, Steinfeld oder Rechtenbach fürchten, im Verkehr zu ersticken, wenn die B26n gebaut ist. Prognosen sagen im Fall des Baus der B26n einen starken Anstieg des Verkehrs durch den Landkreis voraus. Wie kann eine Lösung aussehen, die den verschiedenen Ansprüchen und allen Kommunen gerecht wird, lautet nun die Frage. Die Straße soll den Landkreis verbinden, doch derzeit spaltet sie ihn eher.

18.02.2020 | 20:48:42 Uhr
Künftig keine Motorradtour mit dem Landrat

Weiter geht es: Welche von Amtsinhaber Thomas Schiebel eingeführten Traditionen wollen die Kandidaten beibehalten, wenn sie im Amt sind? Die Rückmeldung der Kandidaten lässt erkennen. Die LandRads-Tour dürfte es weiter geben, die Motorrad-Tour mit dem Landrat allerdings nicht. Nur der Grüne Christian Baier sagt, dass er zwar einen Motorradführerschein habe, aber niemandem zumuten könne, ihm hinterher zu fahren.

18.02.2020 | 20:45:45 Uhr
Kandidaten bisher eher zurückhaltend

Die Kandidaten präsentieren sich bislang ausgesprochen zurückhaltend. Man könnte ein bisschen den Eindruck gewinnen, dass sich keiner so richtig aufdrängen will für den Landratsposten. Das Bestreben, sich dem Wähler als Option anzubieten, lässt keiner so recht erkennen.

18.02.2020 | 20:42:59 Uhr
Im Publikum dominiert die Altersklasse Ü50

Ein Wort zum Publikum: Es sind rund 350 Besucher hier in der Nägelsee-Aula. Der Altersdurchschnitt dürfte deutlich über dem der Bevölkerung liegen, womöglich gar über 50 Jahre. Im Publikum finden sich kaum Menschen, die jünger als 30 Jahre alt sind. Hat die Kommunalpolitik ein Problem, junge Menschen zu mobilisieren? Oder spricht das Format einer Podiumsdiskussion eher die ältere Generation an, während sich die jüngere auf anderen Kanälen Eindrücke für die Wahlentscheidung sammelt?

18.02.2020 | 20:31:03 Uhr
Kurze Pause

Nach eineinhalb Stunden macht die Podiumsdiskussion eine kurze Pause. In wenigen Minuten geht es weiter.

18.02.2020 | 20:29:34 Uhr
Fazit zum ÖPNV: Es gibt keine einfachen Lösungen

Wie zu erwarten, ist den Kandidaten beim Thema ÖPNV an diesem Abend die Quadratur des Kreises nicht gelungen. Fazit: Der Kreis muss sich weiter intensiv bemühen, hat aber ein dickes Brett zu bohren. Er sei dabei auf die Rückmeldungen der Bürger angewiesen. Mehrere konkrete Rückmeldungen zu Problemen mit dem ÖPNV gab es umgehend aus dem Publikum. Eine einfache Lösung konnten die Kandidaten im Einzelfall nicht bieten.

18.02.2020 | 20:26:06 Uhr
Nochmal die Toiletten an Bahnhöfen

Wolfgang Breitenbach wendet sich an Sabine Sitter. Es geht ihm nochmals um die Toilette am Bahnhof in Gemünden. Er ist nicht einverstanden mit deren Aussage, dass dort allein die Bahn in der Pflicht sei. Auch der Kreis müsse sich um ein solches Thema kümmern. Sitter sagt: Man müsse sehen, was Aufgabe des Landkreises sei. Dieser stehe wegen der Sache in Kontakt mit der Stadt Gemünden. Man sehe an der Diskussion, wie komplex und herausfordernd das Thema Mobilität und ÖPNV sei.

18.02.2020 | 20:18:59 Uhr
Baier: Im Kreis weit hintendran

Ein Mann aus dem Publikum sagt, dass es ganz schwierig sei, im Landkreis mit dem ÖPNV von einem Ort zum anderen zu kommen. Der ÖPNV sei für die Menschen in der Fläche wichtiger als eine neue Zentralklinik. Christian Baier hofft, dass eine neue Software den  ÖPNV im Kreis so optimieren könne, dass er attraktiv sei. Das müsse sich erst einspielen. Man sei "weit, weit hintendran", bekennt Baier.

18.02.2020 | 20:16:24 Uhr
Keine Idee zu katastrophalen Zuständen beim Bahnfahren

Ein Publikumsfrage: Norbert Englert aus Partenstein bezeichnet seine Familie als Bahnfahrerfamilie. Bei der "Bahnfahrerei" interessiere sich niemand für die Rahmenbedingungen und Hinternisse, die man beim Bahnfahren erlebe. Das Wabensystem sei zu komplex, die Zustände an den Bahnhöfen seien eine Katastrophe. Wie kann die allgemeine Situation verbessert werden, fragt Englert. Eine konkrete Antwort gibt es aus den Runde der Kandidaten nicht. Man könne Vertreter der Bahn zur nächsten Bürgermeisterrunde einladen, so eine Idee.

18.02.2020 | 20:12:47 Uhr
Bislang keine großen Aufreger

Die Podiumsdiskussion läuft bislang in sehr ruhigen Bahnen. Die Kandidaten mühen sich, ihre Ansätze darzulegen. Größere Streitpunkte sind zwischen ihnen bisher nicht aufgetaucht. Sie sind sich bei vielen Themen weitgehend einig. Das macht es für den Wähler schwer.

18.02.2020 | 20:09:37 Uhr
Keine Chance auf stilles Örtchen am Bahnhof Gemünden

Eine direkte Frage an Sabine Sitter: Könnten Sie sich nicht dafür einsetzen, dass es am Gemündener Bahnhof wieder eine öffentliche Toilette ist? Aus dem Publikum meldet sich Gemündens Bürgermeister Jürgen Lippert: "Fragen Sie mal die Bahn." Auch Sitter sagt, dass eine Kommune da nur wenig Einflussmöglichkeit habe.

18.02.2020 | 20:07:31 Uhr
Vogel: Es braucht mehr Personal für ÖPNV

Christoph Vogel (Freie Wähler) sieht in der personellen Ausstattung des Landratsamtes bei der Aufgabenvielfalt des ÖPNV ein Problem. Im Kreis Würzburg gebe es für diesen Bereich neun Mitarbeiter, in Main-Spessart nur zwei. "Das ist ganz klar unterbesetzt", sagt Vogel.

18.02.2020 | 20:05:26 Uhr
Fröhlich wünscht sich günstige Jugendtarife

Hubert Fröhlich regt an, Jugendlichen und Auszubildenden günstige Sondertarife anzubieten im ÖPNV. "Wenn es eh defizitär ist ...", sagt Fröhlich, und sorgt damit für Gelächter. 

18.02.2020 | 20:03:25 Uhr
Nembach: Der Landkreis hat das Heft in der Hand

Moderator Spies schildert, dass für Eltern von Schülern häufig ein ganz heißes Thema sei. Wo kann der Landkreis positiv einwirken, fragt er Pamela Nembach. Die SPD-Frau sagt, dass sie in der Fahrtkostenfreiheit nur bis zur 10. Klasse ein Problem sehe, weil Eltern so in Vorleistung gehen müssten. Sie fordert eine Ermäßigung für Schüler aller Jahrgangsstufen. "Der Landkreis hat hier das Heft in der Hand", sagt Nembach. Problematisch sei auch die Sprengelzuweisung der Schüler. Das führe dazu, dass Fahrtkosten für Schüler beispielsweise über Landkreisgrenzen hinweg nicht übernommen werden. Hier sieht sie die Lösung in Einzelfall-Verhandlungen zwischen den Landkreisen.

18.02.2020 | 20:00:13 Uhr
Baier wünscht sich Hilfe der Bürger

Christian Baier hat festgestellt, dass ich beim Thema ÖPNV die Denkweise geändert habe. Es gebe mehr Geld dafür, die Preise sollen sinken. Es sei aber ein sehr komplexes Thema. Die Politik sei auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen, um Defizite auszumerzen. Man müsse Bedarfe noch genauer ermitteln, eventuell kleinere Busse einsetzen. Der Landkreis könne dann nur punktuell lösen. "Denn das große Ganze wäre zu schwierig". Baier prognostiziert einen langen Prozess.

18.02.2020 | 19:56:53 Uhr
Sitter: große Herausforderung beim ÖPNV

Nachdem es aus dem Publikum keine Fragen zum Klinikum gibt, kommt das nächste große Landkreisthema auf den Tisch: Der öffentliche Personennahverkehr. Hier hat der Landkreis vor einigen Monaten das Heft als Träger in die Hand genommen. Sabine Sitter erklärt, dass das Thema Mobilität komplett neu durchdacht werden müsse, nicht nur beim ÖPNV, sondern auch bei den Radwegen oder beim Car-Sharing. Das Problem sei, dass noch zu viel in Regionen gedacht werde.

18.02.2020 | 19:52:29 Uhr
Vogel: Klinik muss kein Geld verdienen

Christoph Vogel sagt, dass sich durch die neue Zentralklinik die Suche nach ärztlichem und pflegerischem Personal erleichtern werde. Er glaube nicht, dass eine solche Klinik Geld verdienen müsse. Sie sei dazu da, die Menschen zu versorgen, müsse dabei aber effektiv arbeiten. Dafür erhält Vogel kräftigen Applaus.

18.02.2020 | 19:50:21 Uhr
Nembach sieht bessere Rund-um-die-Uhr-Versorgung

Pamela Nembach bringt die Marktheidenfelder Sicht mit ins Spiel. Natürlich sei der Verlust des dortigen Klinikstandortes ein Verlust für die Stadt. Jedoch müsse man der Realität ins Auge blicken. Das neue Zentralklinikum könne Leistungen bündeln und wichtige medizinische Teilbereiche qualitativ hochwertig abdecken. In einem größeren Haus könne man mehr Ärzte und Pflegekräfte beschäftigen. "Dann haben wir eine bessere Rund-um-die Uhr-Versorgung", so Nembach.

18.02.2020 | 19:46:33 Uhr
Sitter sieht in Neubau zukunftsweisende Entscheidung

Sabine Sitter, Kandiatin der CSU, sagt, dass der Landkreis von Externen beglückwünscht werde für die Entscheidung zur Zentralklinik. Die Entscheidung zum Neubau habe viele positive Effekte, beispielsweise bei der Besetzung von Arztstellen mit sich gebracht. Wenn das Klinikum gut funktioniere, dann klappe es auch mit den niedergelassenen Ärzten. Der Kreis müsse nach vorne schauen. Sie wolle 2024 von den Main-Spessartern hören: "Wir sind stolz auf unser Klinikum."

18.02.2020 | 19:43:52 Uhr
Fröhlich: Kreis hat es nicht alleine in der Hand

Hubert Fröhlich erklärt, dass der Landkreis die Entwicklung leider nicht alleine in der Hand habe. Der Landkreis könne die medizinische Versorgung in der Fläche nur begleiten, Räume anbieten. "Die handwerkliche Versorgung ist Aufgabe der kassenärztlichen Vereinigung", sagt Fröhlich.

18.02.2020 | 19:42:28 Uhr
Das erst heiße Eisen: Klinikum Main-Spessart

Lena Schwaiger will von Christian Baier wissen, wie er dazu beitragen will, dass die neue Zentralklinik in Lohr ein Erfolg wird. Baier hatte die Umstrukturierung kritisch gesehen. "Jetzt ist es entschieden", will Baier nicht nachkarten. Er werde den Neubau unterstützen. Er sei vom Fach, wisse was zu tun sei. Er wolle vor Ort sein und sich kümmern, die Gespräche begleiten, aber immer auch kritisch hinterfragen. Das neue Krankenhaus werde ein "voll digitalisiertes Haus" sein. Man müsse zusammen mit den niedergelassenen Ärzten etwas aufbauen. Sie müsse man einbinden. "Wir werden keine Hausärzte im klassischen Sinn mehr haben", sagt Baier. Es brauche größere Gesundheitszentren. An diesen müsse das Klinikum Main-Spessart beteiligt sein. "Das Zentralklinikum ist der zentrale Baustein", sagt Baier. Es müsse und werde funktionieren.

18.02.2020 | 19:36:18 Uhr
Kunst oder Sport?

Das nächste Planspiel: Ein Multimillionär hat sich in die Stadt Marktheidenfeld verliebt. Er will als Kunst-Mäzen auftreten, ein Museum bauen und kostbare Kunstwerke spendieren. Dafür müssten Sporthalle und Sportplatz weichen. Wo setzen die Kandidaten ihre Priorität? Hubert Fröhlich würde das Projekt befürworten: Wenn die kommen, bringen die Geld mit. Dann können wir eine neue Halle bauen. "Die kommen uns gerade recht", sagt Fröhlich.

18.02.2020 | 19:32:23 Uhr
Vogel will nicht in Schönheit sterben

Vogel legt nach: Wir werden mit einer Abschottungshaltung nicht die Welt verändern. Im Zweifel bauten Unternehmen ihre Standorte eben im Ausland auf.

18.02.2020 | 19:31:09 Uhr
Jetzt sind Positionen gefragt

Das Publikum und die Kandidaten sollen nun mit farbigen Karten ihren Schwerpunkt zu bestimmten Themen zeigen. Die erste Geschichte: Ein unter sozialen Gesichtspunkten kritisch zu sehender Investor aus dem Ausland plant eine Millioneninvestition in einem Naturschutzgebiet. Wo setzen die Kandidaten ihre Schwerpunkte,  Soziales, Natur oder Wirtschaft? Das Publikum zeigt sich recht  gemischtfarbig. Auch die Kandidaten bekennen sich zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Vogel setzt auf den Aspekt Wirtschaft. Nachdem das Unternehmen hier investiere, könne man auf die sozialen Standards Einfluss nehmen. Der Grüne Baier sagt: "Unsere Grundlagen sind der Boden und die Umwelt, da lasse ich so schnell niemanden ran." Vogel erklärt, dass man natürlich genau hinschauen müsse, mit einem vernünftigen Menschenverstand. Pamela Nembach will "eine Lanze für das Soziale brechen". Man dürfe nicht nur auf die Zahl von Arbeitsplätze schauen, sondern auch auf deren Qualität. "Wir brauchen Arbeitsplätze, die wertig sind."

18.02.2020 | 19:23:48 Uhr
Baier will mit Ruhe gestalten

Der Älteste in der Runde der Kandidaten ist Christian Baier, der Kandidat der Grünen. Er ist 60 Jahre alt, Anästhesist und über die Diskussion um die Neuausrichtung des Kreiskrankenhauses in die Politik gekommen. Es sei für ihn an der Zeit, herauszutreten aus dem bisherigen Leben und sich in neuer Funktion einzubringen. Er wisse als Selbstständiger, was Wirtschaften heißt. Er bringe Erfahrung und Ruhe mit, um das politische Geschehen sowohl schnell als auch langsam zu gestalten.

18.02.2020 | 19:21:18 Uhr
Fröhlich will zuhören und Lösungen suchen

Hubert Fröhlich tritt für die FDP an. Er ist Diplom-Agraringenieur. 2002 hat er jedoch in die Sozialsparte gewechselt, war im Rettungsdienst und in der Altenpflege aktiv. Seit Anfang 2020 ist er Pfleger am Lohrer Bezirkskrankenhaus für psychisch Kranke. An den Liberalen gefalle ihm die Freiheit und Verantwortung. Er sitze seit sechs Jahren im Kreistag und Stadtrat von Gemünden. Er bringe genug Lebenserfahrung mit, könne gut zuhören und suche gerne nach Lösungsansätzen.

18.02.2020 | 19:18:48 Uhr
Vogel will die Klammer im Landkreis sein

Christoph Vogel ist der Kandidat der Freien Wähler. Er sieht den Landrat als Klammer im Landkreis, die verbindet. Er stelle in seinem Beruf in der freien Wirtschaft seit 20 Jahren den Menschen in den Mittelpunkt und könne führen. Auch könne er moderieren und unterschiedlichste Interessen zusammenbringen, weil er Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl mitbringe. Er sei belastbar und könne Druck aushalten. "Ich werde eher ruhiger, wenn es hektisch wird", sagt Vogel. Er lebe seit 49 Jahren gut und gerne in Main-Spessart und habe Lust, den Landkreis auf die Aufgaben der Zukunft vorzubereiten.

18.02.2020 | 19:15:48 Uhr
Nembach will durch die gläserne Decke stoßen

Pamela Nembach tritt für die SPD an. Sie ist Gymnasiallehrerin in Marktheidenfeld. In die Politik sei sie gegangen, weil sie als Kind einer Sozialdemokratin mit starken sozialen Werten aufgewachsen sei. Deswegen sei sie 2011 in die SPD eingtreten. Sie hat für den Gemeinderat in Wertheim kandidiert. Nach dem Umzug nach Marktheidenfeld wurde sie Vorsitzende des Ortsverein. Sie habe ganz schnell festgestellt, dass man irgendwann an eine gläserne Decke Stoße, wenn man kein Mandat habe. Das stärkste Mandat im Kreis sei das des Landrats. In dieser Position wolle sie ihre Kompetenzen einbringen.

18.02.2020 | 19:12:40 Uhr
Sabine Sitter stellt sich vor

Zu Beginn sollen die Kandidaten sich und ihre Motivation vorstellen. Sabine Sitter beginnt als Jüngste. Sie wolle sich für den Landkreis engagieren, deswegen sei sie schon 2014 als Landtagskandidatin angetreten. Seither sitze sie im Kreistag. Sie habe daher Erfahrung, kenne das Milieu und die Prozesse.