Mittwoch, 30.09.2020
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Rassistisch motiviertes Attentat in Hanau

25.02.2020 | 19:52:53 Uhr
25.02.2020 | 15:09:51 Uhr
Runder Tisch der Religionen: "Hanau muss eine offene, tolerante, lebensbejahende, lernende Stadt bleiben"

Mitglieder des Runden Tischs der Religionen in Hanau sind der Einladung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck zu einer Sondersitzung gefolgt anlässlich des Terrorakts vom 19. Februar in Hanau. Das hat die Stadt am Dienstag in einer Presseerklärung mitgeteilt.

Dem 2013 gegründeten Gremium gehören demnach Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchen und religiösen Gemeinschaften an. Ziel ist die Förderung und Intensivierung des Dialogs zwischen den Religionen.  Der Runde Tisch der Religionen hat folgende gemeinsame Erklärung formuliert:

"Wir trauern um die Toten des 19. Februar. Sie waren keine Fremden, sondern in der Rhein-Main-Region verwurzelte Menschen.
Unsere Erschütterung über den rassistischen Terrorakt am 19. Februar 2020 hält an. Wir empfinden eine tiefe Scham angesichts des unfassbaren, entsetzlichen Verbrechens. Uns ist bewusst, dass das Leid der vom Terrorakt betroffenen Familien schier unermesslich ist.
Wir versichern den betroffenen Opfern und ihren Familien unsere Solidarität und Nächstenliebe. Wir beten für sie und für alle, die ihre Liebsten verloren haben und weiter in Angst leben.
Unsere gemeinsame Überzeugung ist, dass Hanau eine offene, tolerante, lebensbejahende, lernende Stadt ist und bleiben muss, in der allen Menschen mit dem nötigen Respekt begegnet wird. Das gilt seit der Aufnahme von Glaubensflüchtlingen Ende des 16. Jahrhunderts. Das ist Vermächtnis auch für die Zukunft.
Jetzt erst recht müssen sich alle gesellschaftlichen Gruppierungen noch stärker dafür einsetzen, Vorurteile abzubauen und Brücken zu bilden. Die Mitglieder des Runden Tischs der Religionen werden sich mit Nachdruck für Vielfalt und Einheit in Hanau einsetzen und den gesellschaftlichen Dialog fördern."

25.02.2020 | 14:35:02 Uhr
Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky: Konzerte und Diskussionen nach der zentralen Trauerfeier

"Das Hanauer Rathaus erreichen nach dem Terrorakt vom 19. Februar viele Angebote für Konzerte, Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungsformate, die dazu beitragen sollen den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft zu stärken und Rassismus entgegenzutreten", heißt es in einer Pressemitteilung, die die Stadt Hanau am heutigen Dienstag verschickt hat.  "Diese Zeichen der Solidarität finden wir großartig und ermuntern alle, die ähnliches vorhaben, das auch zu tun", unterstreicht Oberbürgermeister Claus Kaminsky.
Der OB bittet aber darum, solche Veranstaltungen auf die Zeit nach der zentralen Trauerfeier zu verschieben. Wann diese genau stattfindet, klärt die Stadt mit Bund und Land - möglicherweise findet diese im Verlauf der kommenden Woche statt.

24.02.2020 | 18:26:19 Uhr
24.02.2020 | 18:24:04 Uhr
24.02.2020 | 18:23:30 Uhr
24.02.2020 | 18:23:04 Uhr
21.02.2020 | 19:55:20 Uhr
21.02.2020 | 16:14:25 Uhr
Reaktionen auf die Morde in Hanau

Gegen ideologische Spaltung, für einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft: Unser Video fasst einige Reaktionen auf die Morde von Hanau zusammen. Auch in Aschaffenburg haben bereits am Abend des 20. Februar zwei Veranstaltungen stattgefunden: Eine Mahnwache auf dem Wolfsthalplatz, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund eingeladen hatte. Außerdem hatte die Interventionistische Linke  (IL) vor der Stadthalle zu einer Demonstration gegen eine Veranstaltung der örtlichen AfD aufgerufen.  

21.02.2020 | 15:36:17 Uhr
21.02.2020 | 14:31:34 Uhr
Stille Demonstration auf dem Hanauer Marktplatz zwei Tage nach dem Attentat

#WirsindHanau: Unter diesem Motto haben sich heute  - zwei Tage nach dem Attentat - Menschen in Hanau zusammengefunden, um gegen Rechts zu demonstrieren.

21.02.2020 | 12:56:02 Uhr
Halbmast als Zeichen der Trauer

Auch in Aschaffenburg ist heute als Zeichen der Trauer auf Halbmast geflaggt - hier am staatlichen Bauamt in der Alexandrastraße. 

21.02.2020 | 10:51:48 Uhr
Seehofer: Tat von Hanau war «rassistisch motivierter Terroranschlag»

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Gewalttat von Hanau als rechtsterroristischen Terroranschlag bezeichnet. «Die Tat in Hanau ist eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag», sagte er am Freitag in Berlin. Es sei der «dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten».

dpa

21.02.2020 | 08:26:34 Uhr
Nach mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau: SPD-Generalsekretär fordert AfD-Beobachtung durch Verfassungsschutz

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz gefordert. Man müsse das klar benennen: «Da hat einer geschossen in Hanau, danach sieht es aus, aber es waren viele, die ihn munitioniert haben und da gehört die AfD definitiv mit dazu», sagte Klingbeil am Freitag im ARD-«Morgenmagazin». Die Partei habe das gesellschaftliche Klima in den letzten Monaten und Jahren vergiftet. «Es ist doch völlig klar, dass die AfD eine Partei ist, die beobachtet werden muss vom Verfassungsschutz.» Er sei dafür, dass das sehr schnell in den Sicherheitsorganen entschieden werde und dass es dazu komme.

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau aus mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Außerdem tötete er seine Mutter und sich selbst. Nach dem Anschlag hatten zahlreiche Politiker der AfD eine Mitschuld gegeben.

Eine Organisation kann zum Prüffall werden, wenn die Behörden erste Anzeichen für extremistische Bestrebungen erkennen. Bei einem Prüffall ist eine Beobachtung mit V-Leuten oder anderen nachrichtendienstlichen Mitteln aber grundsätzlich nicht erlaubt. Wird sie dagegen zum Verdachtsfall erklärt, so ist der Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel, wie eine Observation, möglich, wenngleich auch nur sehr eingeschränkt.

dpa

20.02.2020 | 20:15:17 Uhr
Die Rede von Bundespräsident Steinmeier in Hanau im Wortlaut

"Ich stehe vor Ihnen als Bundespräsident, als Bürger dieses Landes, als Mensch, der wie Sie und wir alle an diesem Abend um Worte ringt. Was geschehen ist, was hier in Hanau geschehen ist, macht uns fassungslos. Es macht uns traurig. Es macht uns auch zornig.

Was geschehen ist, ist furchtbar. Denn geschehen ist, was wir alle doch zutiefst fürchten: geliebte Menschen zu verlieren. Nichts kann uns den Schmerz um sie nehmen. Nichts kann diese sinnlose Tat erklären. Und nichts wird sie ungeschehen machen können.

Viele, die heute Abend hier sind, sind voller Trauer, sind ratlos, fühlen sich alleingelassen. Aber gerade deshalb tut es gut, hier zu sein an diesem Ort, sich zu versammeln in aller Stille und gemeinsam zu trauern. In dieser Stunde hier auf diesem Platz spüren wir, dass wir nicht allein sind. Wir sagen das, wissend, dass sich in mehr als fünfzig Städten heute Abend in Deutschland zur gleichen Stunde Tausende, vermutlich Zehntausende Menschen zu Mahnwachen zusammengefunden haben und der Opfer von Hanau gedenken.

Wir spüren, dass es diese Gemeinschaft gibt, die Entsetzen und Wut teilt, aber eben auch Trauer, Anteilnahme und Solidarität zeigt. Eine Gemeinschaft, die wir alle brauchen, die jede Gesellschaft braucht - eine Gemeinschaft, die zusammenhält.

Zehn Menschen sind aus unserer Mitte gerissen. Und ihr Tod ist eine brutale terroristische Gewalttat, die uns auch in schrecklicher Weise an den Mord an Walter Lübcke und zuletzt an den Anschlag auf die Synagoge in Halle erinnert. Denn das heißt doch Terror: durch Gewalt und Tod Schrecken verbreiten, Angst machen, uns auseinandertreiben.

Heute ist die Stunde, in der wir zeigen müssen: Wir stehen als Gesellschaft zusammen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir laufen nicht auseinander. Wir trauern. Wir nehmen Anteil, und wir sehen, dass wir eins sind in unserer Trauer, einig gegen Hass, Rassismus und Gewalt. Ich stehe an der Seite der Menschen, die von rassistischem Hass bedroht sind. Und gemeinsam stehen wir Seite an Seite gegen Gewalt und gegen eine Sprache der Ausgrenzung und Herabwürdigung, die der Gewalt allzu häufig den Weg bereitet.

Nehmen wir die Verantwortung an, die uns alle trifft, und achten wir auf unsere Sprache - in der Politik, in den Medien und überall in der Gesellschaft! Halten wir dagegen, wenn Einzelnen oder Minderheiten in unserem Land die Würde genommen wird!

Was geschehen ist, das schlägt eine tiefe Wunde in diese Stadt. Eine Wunde, die nur heilen wird, wenn wir Gemeinsamkeit nicht nur in der Stunde des Schreckens zeigen, sondern auch in den Tagen, die kommen; wenn wir Zeichen der Rücksichtnahme und der Solidarität setzen - Zeichen, die den Angehörigen, die um die Toten trauern, Kraft und Beistand geben. Rücksichtnahme und Solidarität aber auch, die wir als Gesellschaft brauchen, wenn wir den Zusammenhalt in unserem Land bewahren wollen.

Darum bitte ich Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, im Angesicht des Grauens heute und in dieser schweren Stunde der Trauer: Zeigen Sie Rücksichtnahme, zeigen Sie Solidarität! Wir stehen zusammen. Wir halten zusammen. Wir wollen zusammen leben. Und wir zeigen es, wieder und wieder. Es ist unser stärkstes Mittel gegen den Hass."

dpa

20.02.2020 | 20:13:42 Uhr
Kurdische Gemeinde: Viele fühlen sich nicht mehr sicher

Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, sieht nach der Bluttat von Hanau ein zunehmendes Gefühl von Unsicherheit bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund. "Diese Tat von Hanau hat letztendlich dazu geführt, dass die Menschen sich gar nicht mehr sicher fühlen", sagte er am Donnerstagabend im ZDF. Sie erwarteten deutliche Zeichen des Staates gegen Rechtsextremismus. "Wir müssen auch mit polizeilichen Mitteln gegen den Rechtsextremismus in unserem Land vorgehen."

dpa

20.02.2020 | 19:22:47 Uhr

Die Kundgebung in Aschaffenburg löst sich auf. "Keinerlei Zwischenfälle", meldet die Polizei.

20.02.2020 | 19:10:28 Uhr
20.02.2020 | 19:05:24 Uhr

Die AfD war kurz vor Beginn der Kundgebung mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht gescheitert, wie ein Sprecher der Polizei sagt. Die Partei wollte das Ordnungsamt dazu bewegen, die Kundgebung nur deutlich weiter entfernt von der Stadthalle zu genehmigen. 

20.02.2020 | 19:03:08 Uhr

Im Moment spricht Stadtrat Johannes Büttner (KI): Man müsse alles dagegen tun, zum Beispiel auch an den Stammtischen und im Privaten, dass die AfD nicht in den Stadtrat kommt. 

20.02.2020 | 19:01:08 Uhr

Der Protest bleibt friedlich. Nur vereinzelt kommt es zu lautstarken Diskussionen mit AfD-Anhängern, die die Stadthalle betreten wollen.

20.02.2020 | 19:00:03 Uhr
250 Menschen demonstrieren in Aschaffenburg

Mittlerweile sind 250 Menschen vor der Stadthalle in Aschaffenburg. In einer Schweigeminute bringen sie ihre Erschütterung über die Tat von Hanau zum Ausdruck. Ihr Protest richtet sich gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD, der sie eine Mitschuld an einer rassistisch aufgeladenen Stimmung in Deutschland geben. Sie skandierten unter anderem Parolen wie "Gemeinsam gegen Faschismus und Rassismus".

20.02.2020 | 18:58:31 Uhr
Kundgebung vor der Aschaffenburger Stadthalle
20.02.2020 | 18:38:34 Uhr
Mahnwachen am Wolfsthalplatz und vor der Stadthalle Aschaffenburg

Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Aschaffenburger Wolfsthalplatz  der Opfer von Hanau gedacht. Es war eine ruhige, besinnliche Veranstaltung, wie unser Reporter Jens Raab berichtet.


Einige Teilnehmer haben sich nach Ende des Gedenkens vom Wolfsthalplatz auf den Weg zur Stadthalle gemacht, wo um 18 Uhr eine Kundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung stattfinden soll, die in der Stadthalle geplant ist. Rund 100 Menschen haben sich schon jetzt hier versammelt. Keine Plakate sind zu sehen, kein Lärm zu hören. Nach Vorgabe des Ordnungsamtes muss ein Korridor für die Besucher der AfD-Veranstaltung freigehalten werden. Das sei bisher der Fall, berichtet Jens Raab. Die Polizei macht zu ihrer Begleitung der Veranstaltung keine Angaben, aber es ist zu sehen, dass stärkere Kräfte bereitstehen.

20.02.2020 | 18:31:59 Uhr
Vor der Aschaffenburger Stadthalle

Vor der Aschaffenburger Stadthalle sammeln sich die Menschen, um gegen die AfD zu demonstrieren. 

20.02.2020 | 18:29:03 Uhr
Eindrücke von der Gedenkfeier in Hanau
20.02.2020 | 18:28:12 Uhr
Eindrücke von der Gedenkfeier in Hanau
20.02.2020 | 18:08:42 Uhr
Trauer in Aschaffenburg

Aschaffenburgs OB Klaus Herzog bekundet Solodarität mit den Opfern und beschwört den Zusammenhalt in der Stadt. 

20.02.2020 | 18:01:17 Uhr
Bundespräsident Steinmeier gedenkt der Opfer von Hanau

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Tatorte des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags in Hanau besucht. Gemeinsam mit anderen Politikern, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), und seiner Frau Elke Büdenbender gedachte er dort mit einer Schweigeminute der Opfer.

dpa

20.02.2020 | 17:55:33 Uhr
Demo gegen Rechts morgen in Hanau

Für diesen Freitag ist eine Demonstration gegen Rechts in Hanau geplant. Beginn sei um 14 Uhr auf dem Marktplatz, sagte Initiator Grigorij Richters, Filmemacher aus Hamburg am Donnerstag.

"Es geht darum, ein Zeichen zu setzen." Er hat im Internet unter dem Hashtag #WirsindHanau zur Demo aufgerufen.

Die Stadt Hanau bestätigte, dass die Abstimmungen über eine solche Veranstaltung laufen. Die Zahl der erwarteten Personen war zunächst unbekannt. Über kurzfristige Änderungen will der Initiator im sozialen Netzwerk Facebook informieren.

dpa

20.02.2020 | 17:54:07 Uhr
Viele Menschen halten Kerzen im den Händen
20.02.2020 | 17:52:48 Uhr
Auf dem Aschaffenburger Wolfsthalplatz
20.02.2020 | 17:50:31 Uhr
Anteilnahme in Aschaffenburg

Die Gedenkveranstaltung auf dem Aschaffenburger Wolfsthalplatz hat begonnen. 

20.02.2020 | 17:40:44 Uhr
Sondersendungen im TV heute

Der Nachrichtensender n-tv sendet um 18.00 Uhr und 23.00 Uhr Spezialsendungen zum Anschlag in Hanau.

Um 18.00 Uhr zeigt Phoenix eine Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Hanau und ist danach bei einer Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin live mit dabei.

Ab 18.30 Uhr zeigt der Sender eine Diskussionsrunde (eine weitere folgt um 22.15 Uhr) und im Anschluss die Dokumentation «Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland».

ZDFinfo widmet sich in einem Themenabend ab 18.45 Uhr etwa der Neonazi-, Prepper- und Reichsbürgerszene.

Um 19.20 Uhr zeigt das Zweite ein «ZDF spezial».

Das Erste informiert von 20.15 Uhr an in einem 15-minütigen «Brennpunkt» über den aktuellen Stand.

Ebenfalls um 20.15 Uhr sendet der Kölner Privatsender RTL ein «Aktuell Spezial».

Um 22.35 Uhr zeigt das Zweite ein «Maybrit Illner Spezial» mit dem Thema «Anschlag in Hanau: Rechter Terror außer Kontrolle?». Als Gäste werden unter anderen die Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent erwartet.

Danach läuft im Zweiten von 23.25 Uhr an «Markus Lanz». Über den Anschlag diskutieren unter anderen der Investigativ-Journalist und Extremismus-Experte Olaf Sundermeyer, die Psychiaterin und Forensikerin Nahlah Saimeh sowie der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler.

dpa

20.02.2020 | 17:29:09 Uhr
Herrmann: Täter aus Hanau lebte früher in Oberfranken und Oberbayern

Der mutmaßliche Täter aus dem hessischen Hanau hat früher auch an verschiedenen Orten in Bayern gelebt. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat der 43 Jahre alte Deutsche zeitweilig in Oberfranken und in Oberbayern gewohnt. "Zuletzt hat er sich wohl 2018 im südbayerischen Raum aufgehalten", sagte Herrmann in Friedberg im Landkreis Aichach-Friedberg. Es habe aber damals keine Erkenntnisse gegeben, dass der Mann ein Extremist sei.

20.02.2020 | 17:04:52 Uhr
Mutmaßlicher Todesschütze von Hanau war in Frankfurter Schützenverein

Der mutmaßliche Täter war Mitglied im Schützenverein "Diana" Bergen-Enkheim, sagte Thilo von Hagen, Sprecher des Deutschen Schützenbundes (DSB). Laut dem Verein selbst war der mutmaßliche Täter ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffällig geworden sei.

"Er hat keinerlei ausländerfeindliche Sprüche geklopft", sagte der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe er kein auffälliges Verhalten gezeigt. Seit 2012 sei der 43-Jährige Mitglied bei Diana gewesen. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber üblich sei. Dass er im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien äußerte, sei nicht bekannt gewesen. "Mit dem konnte man sich ganz vernünftig unterhalten", sagte Schmidt.

20.02.2020 | 16:47:03 Uhr
Gewaltforscher: Täter war kein "einsamer Wolf"

Die Täter von Hanau und Halle haben nach Meinung des Bielefelder Gewalt- und Konfliktforschers Andreas Zick Terrorakte aus anderen extremistschen Bereichen nachgeahmt. "Das, was in Hanau passiert ist, haben wir in Teilen in Paris 2015 gesehen. Der Täter schießt offen und gewissermaßen im Vorbeigehen in eine Bar hinein, wo Menschen sich amüsieren, die dem Feindbild entsprechen", sagte Zick dem Bielefelder "Westfalen-Blatt".

Dass der Täter aus Hanau als "einsamer Wolf" gehandelt hat, hält Zick für unwahrscheinlich. "Es gibt nach Forschungslage keine einsamen Wölfe. Diese Annahme hat die Analyse von Einzelfällen widerlegt", sagte Zick. Es gebe zum Tatzeitpunkt Einzeltäter, aber in der wichtigen Phase ihrer Radikalisierung seien sie vernetzt.

dpa

20.02.2020 | 16:18:47 Uhr
20.02.2020 | 16:13:27 Uhr
"Zur Gemütlichkeit" in Niedernberg sagt Veranstaltung ab

Der Gasthof "Zur Gemütlichkeit" in Niedernberg hat eine für heute geplante Veranstaltung abgesagt.

Das Statement im Wortlaut:

Wir sind zutiefst betroffen! Aufgrund des abscheulichen, rassistischen Anschlags in Hanau beim dem gestern Abend 11 Menschen getötet wurden, ist es uns heute nicht möglich die geplante Faschings Veranstaltung durchzuführen. Wir möchten damit ein klares Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass in unserer Gesellschaft setzen. Unser Lokal bleibt deshalb am heutigen Tag geschlossen! Unsere Gedanken sind heute bei den Angehörigen der in der Mitte unserer Gesellschaft ermordeten Menschen!
Euer Team des Gasthofs zur Gemütlichkeit in Niedernberg

20.02.2020 | 15:58:47 Uhr
Bundespräsident Steinmeier kommt zur Mahnwache nach Hanau

Zu einer Mahnwache am Abend wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Hanau erwartet. Im Rathaus soll zudem von Donnerstag an ein Kondolenzbuch ausliegen, in dem die Bürger ihre Trauer zum Ausdruck bringen können, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Der Generalbundesanwalt zog den Fall noch in der Nacht zu Donnerstag an sich und ermittelt wegen Terrorverdachts. dpa

20.02.2020 | 15:50:01 Uhr
Hanau sagt alle Faschingsfeiern ab - Bluttat beendet die Kampagne

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag in Hanau hat die hessische Stadt ihre Faschingsfeiern abgesagt. Die diesjährige Faschingskampagne sei selbstverständlich beendet, «was denn sonst», sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die letzten Stunden «gehören zu den bittersten und traurigsten Stunden, die diese Stadt in Friedenszeit jemals erlebt hat». In der Gesellschaft dürfe kein Platz für Rassismus und Hetze sein.  dpa

20.02.2020 | 15:20:53 Uhr
Hatte der mutmaßliche Attentäter von Hanau Unterstützer?

Die Bundesanwaltschaft prüft nach der rassistischen Gewalttat von Hanau, ob der mutmaßliche Täter Mitwisser oder Unterstützer für seinen Anschlag hatte. Dazu würden das Umfeld und die Kontakte des Mannes im In- und Ausland abgeklärt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank.

20.02.2020 | 15:12:57 Uhr
Generalbundesanwalt: "Täter hatte zutiefst rassistische Gesinnung"

Der Todesschütze von Hanau hatte nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank eine "zutiefst rassistische Gesinnung". Das habe die Auswertung von Videobotschaften und einer Art Manifest auf dessen Internetseite ergeben, sagte Frank in Karlsruhe.

dpa

20.02.2020 | 15:04:28 Uhr
Am dritten Tatort
20.02.2020 | 15:04:15 Uhr
Polizei weist auf Hilfsangebote hin

Im Zusammenhang mit der Tat weist die hessische Polizei auf das polizeiliche Hilfeangebot für Opfer hin. Das Angebot gilt sowohl den unmittelbar betroffenen Personen, wie auch Augenzeugen des Vorfalls, die ebenfalls psychischen Belastungen ausgesetzt sein könnten. Die hessische Polizei beschäftigt in jedem Polizeipräsidium besonders geschulte Kolleginnen und Kollegen.

Weitere Informationen unter:

Hessisches Landeskriminalamt Zentralstelle für Kriminal- und Verkehrsprävention, Opferschutz, Telefon: 0611 - 83 131 00, E-Mail: opferschutz.hlka@polizei.hessen.de

Die Opferhilfsorganisation Weisser Ring leistet schnelle und unbürokratische  Hilfe, z. B. finanzielle (Sofort-)Hilfen, unterstützt bei Antragstellungen und der Suche nach psychologischer Unterstützung (Traumaambulanzen/Therapeuten). Opfer-Telefon: 116006 (täglich 7-22 Uhr, bundesweit und kostenfrei), E-Mail: Opferhilfe@weisser-ring.de

Für den Bereich Hanau: Die Hanauer Hilfe e.V. Opfer- und Zeugenberatung, Salzstraße 11, 63450 Hanau, Telefon: 06181 - 24871, E-Mail: kontakt@hanauer-hilfe.de

20.02.2020 | 15:03:05 Uhr
Direkt neben dem Tatort liegt eine Schule - Vertrauen in Polizei
20.02.2020 | 14:39:27 Uhr
Unterstützung aus Unterfranken

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken lediglich bestätigt, waren auch Polizeistreifen aus dem Bereich Aschaffenburg zur Unterstützung der hessischen Kollegen in Hanau. Wie viele Beamte in der Nacht etwa vor Ort waren oder von welchen Dienststellen sie stammten, war nicht zu erfahren: Mehr wolle und könne man dazu nicht sagen, so Polizeisprecherin Kathrin Thamm.

20.02.2020 | 14:35:55 Uhr
Sicherheitskreise: Neun Opfer haben Migrationshintergrund

Der Todesschütze von Hanau hat neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet - und seine Mutter. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag zudem aus Sicherheitskreisen erfuhr, haben vier der fünf Verletzten ausländische Wurzeln.

dpa

20.02.2020 | 14:32:01 Uhr
Auch hier in Kesselstadt: Blumen und Kerzen am Tatort
20.02.2020 | 14:30:32 Uhr
Hintergrund: Wer darf in Deutschland eine Waffe tragen?

Wer in Deutschland eine Waffe besitzen will, muss strenge Voraussetzungen erfüllen. Geregelt ist das deutsche Waffenrecht im Waffengesetz. Geht es um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, reicht der kleine Waffenschein. Der große Waffenschein berechtigt dazu, öffentlich eine geladene Schusswaffe zu tragen. Die Voraussetzungen für beide regelt das Waffengesetz in Paragraf 4.

Der Bewerber muss demnach volljährig, zuverlässig und «persönlich geeignet» sein. Das heißt, er darf nicht alkoholabhängig oder psychisch krank sein. Sachkundigkeit, die zum Beispiel durch eine Jägerprüfung nachgewiesen wurde, ist eine weitere Bedingung. Nachweisen muss der Antragsteller auch ein «Bedürfnis» zum Führen der Waffe: als Jäger oder Sportschütze oder um sich als «gefährdete Person» zu schützen.

Beide Waffenscheine werden für drei Jahren bewilligt, danach wird die Zuverlässigkeit überprüft. Wer Waffen nur kaufen und besitzen möchte, wie zum Beispiel Sammler, braucht dafür nur eine Waffenbesitzkarte. Volljährigkeit, Zuverlässigkeit, Eignung, Sachkunde und ein nachzuweisendes Bedürfnis sind aber auch hier Voraussetzung.

In Deutschland waren Anfang 2019 nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,4 Millionen Privatpersonen im Besitz von meldepflichtigen Waffen oder Waffenteilen. Der Deutsche Schützenbund zum Beispiel verzeichnete im vorigen Jahr mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Ende 2019 gab es gut 388 000 Jäger und Jägerinnen.

dpa