Auf Dyskalkulie aufmerksam machen: Deshalb wandert eine Alzenauerin von Aschaffenburg nach München

Susanne Kraut will auf Dyskalkulie - ausgeprägte Schwierigkeiten beim Rechnen - aufmerksam machen. Ihre ungewöhnliche Idee: Sie läuft in ihrem Urlaub von Aschaffenburg nach München. Dieser Blog begleitet sie und liefert weitere Infos.

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03.08.2022 | 19:12:08 Uhr

Auch auf Facebook machte sie ihren Unmut zu dem Gespräch Luft.

03.08.2022 | 19:10:55 Uhr
Am Ziel in München: Per Kutsche zum Kultusministerium

Susanne Kraut ist nach dem Gespräch im bayerischen Kultusministerium ein wenig enttäuscht. Die Vertreter der Politiker - der Minister und seine Staatssekretärin waren nicht vor Ort beim Gesprächstermin - wirkten arrogant und desinteressiert. "Sie haben unser Anliegen zur Kenntnis genommen und abgenickt", sagt Kraut im Nachgang zu dem Treffen, das sie mit zwei Vertreterinnen des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie absolvierte. Man tue schon genug. Man habe ein Pilotprojekt laufen. Im Ministerium habe man sich welt- und realitätsfremd gegeben, so Kraut. Damit kann und will sie sich nicht zufrieden geben. Sie will weitermachen und das Thema weiter voranbringen. Falls keine Antwort aus dem Ministerium kommt bis September, will sie wieder nach München fahren und dann auf ein Gespräch mit dem Minister selbst bestehen. "Ich gebe nicht auf. Solange, bis sich etwas bewegt", sagt sie. Dafür ist sie schließlich rund 400 Kilometer gelaufen über Stock und Stein. In brütender Hitze und bei brutaler Trockenheit. Wir werden Susanne Kraut auf diesem Weg auch weiter begleiten.

02.08.2022 | 23:19:32 Uhr
Am Ziel in München: Per Kutsche zum Kultusministerium

Nicht auf Schusters Rappen, sondern mit der Kutsche ging es zum Ministerium.

02.08.2022 | 23:18:07 Uhr

Endlich am Ziel, endlich in München: Susanne Kraut hat es geschafft. Sie ist am Dienstag in München angekommen. Und sie hat es geschafft, ihr Anliegen vor Sprechern des Ministeriums und des Landtags vorzutragen. Eine Stunde hat sie berichtet über die Missstände in Bezug auf Dyskalkulie. Ihr wurde versichert, man habe von politischer Seite das Thema schon auf dem Schirm und arbeite bereits seit zehn Jahren an Lösungen.

02.08.2022 | 14:02:06 Uhr

Wir sind gespannt, was heute in München passiert. Und was Susanne Kraut mit ihrer Wanderung für das Thema Dyskalkulie dort bewegen kann.

02.08.2022 | 13:25:41 Uhr
Von der Strecke: Endlich in München angekommen

Am heutigen Dienstag ist Susanne Kraut in München angekommen, das Ziel ihrer Wanderung. Mal sehen, was vor dem Kultusministerium passiert heute.

02.08.2022 | 13:16:28 Uhr
Von der Strecke: Endlich eine Antwort aus dem Bundesbildungsministerium

Nachdem Susanne Kraut es zwei Mal vergeblich versucht hatte, ihre Cousine Bettina Stark-Watzinger im Bundesbildungsministerium für das Thema Dyskalkulie zu interessieren, hat sie gestern endlich eine Antwort von der Politikerin aus Berlin bekommen. Vielleicht bewegt sich etwas in die richtige Richtung jetzt?

02.08.2022 | 08:00:13 Uhr
Endspurt: Wanderung und Petition

Am heutigen Dienstag kommt Susanne Kraut in München an. Sie ist von Aschaffenburg dorthin gelaufen, um auf Dyskalkulie - eine Rechenstörung- aufmerksam zu machen. Fast hat sie die Strecke geschafft. Auf ihrem Weg Kraut vieleMenschen getroffen, wurde freundlich aufgenommen, hat sich ausgetauscht. Viele der Menschen haben die initierte Petition für mehr Chancengleichheit bei Dyskalkulie unterschrieben - nach aktuellem Stand 9372 Menschen. Doch auch hier muss noch Strecke zurückgelegt werden, denn das Ziel sind 10.000 Unterschriften, damit die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Antwort von Entscheidungsträger*in bekommt.

Hier geht es zur Petition.

01.08.2022 | 20:41:12 Uhr
Von der Strecke: In Freising

Impressionen aus Freising. Morgen geht es weiter nach München.

01.08.2022 | 20:39:56 Uhr
Von der Strecke: Mit der Bahn aus Versehen zum Münchner Flughafen

Nach den gelaufenen Kilometern wollten Susanne Kraut und Freundin Elfriede die letzten Kilometer mit der Bahn nach Freising. Doch scheinbar haben sie erstmal die falsche Richtung gewählt und landeten deshalb am Münchner Flughafen. Von dort ging es dann mit dem Bus doch noch nach Freising.

01.08.2022 | 20:35:11 Uhr
Von der Strecke: Der letzte Tag vor der Ankunft in München - Abkühlung im See muss sein

Und es gab nicht nur Abkühlung  von oben: Nach den gelaufenen 26 Kilometern haben sich Susanne Kraut und ihre Freundin Elfriede in diesem See erfrischt.

01.08.2022 | 20:32:53 Uhr
Von der Strecke: Zu zweit und der kleine Regenschauer

Nachdem sich zwei der Vierer-Gruppe nach zehn Kilometern verabschiedet hatten, sind Susanne Kraut und ihre Freundin Elfriede, die extra angereist war, um Kraut zum Ende zu begleiten, in einen Regenschauer geraten. "Zum ersten Mal in den zwei Wochen musste ich meine Regenjacke und das Cape für den Rucksack auspacken", erzählt Kraut am Abend. Die gute Laune haben sie sich davon aber nicht verderben lassen.

01.08.2022 | 20:26:39 Uhr
Von der Strecke: Zu viert von Pfaffenhofen gestartet

Von Pfaffenhofen ging es dann erst einmal für die mittlerweile kleine Wandergruppe zu viert weiter.

01.08.2022 | 20:24:01 Uhr
Von der Strecke: Am Rathaus in Pfaffenhofen

Mit Kollegin Susanne Seyfried und weiteren Mitstreiterinnen ist Susanne Kraut am Montag in Pfaffenhofen zum Rathaus gelaufen. Hier haben sie ein Bild mit dem stellvertretenden Bürgermeister gemacht, bevor es weiter ging zum Landratsamt.

01.08.2022 | 09:47:56 Uhr
Von der Strecke: Eine Kollegin zu Besuch

Auch am Sonntag sind es die Begegnungen mit anderen Menschen, die den Tag besonders machen, berichtet Susanne Kraut. Noch am Morgen wurde Kraut spontan von einem Herren und dessen Freundin zum Frühstück  eingeladen. Später am Tag traf sie dann Susanne Seyfried, die in Villingen-Schwenningen selbst lerntherapeutische Förderung für SchülerInnen mit Leserrechtschreib- und Rechenschwäche anbietet. Mit ihr wird Kraut auch am Montag in Pfaffenhofen am Rathaus über Dyskalkulie aufklären. Der Mann von Frühstück hat den beiden übrigens nach einen Biergartenbesuch (Bild) eine Unterkunft zur Verfügung gestellt.

Hier geht es zur Homepage von Susanne Seyfried: https://www.lerntherapie-vs.de/

31.07.2022 | 20:13:02 Uhr
Von der Strecke: Reiterin getroffen, Oldtimer bestaunt und der Kilometerflash im flachen Donaumoos

Susanne Kraut schwärmt vor allem von den Begegnungen mit den Menschen auf ihrer Wanderung. Viele sind nicht einfach für ihr Thema Dyskalkulie zu begeistern, aber auch da macht sich die Therapeutin die Mühe und erklärt, warum ihr das Thema so wichtig ist. Und die meisten kann sie so auch überzeugen. Aber beim überwiegenden Teil stößt sie auf großes Interesse und Zustimmung, wenn sie von ihrer Mission erzählt. Entlang des Weges hat der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie auch verschiedene Station für Kraut ausgemacht, an denen sie ihr Thema öffentlichkeitswirksam präsentieren konnte. Hier ist sie zusammen mit einer Mitarbeiterin der Touristinformation in der Münz in Neuburg an der Donau zu sehen vor der Statue des Pfalzgrafen Ottheinrich.

31.07.2022 | 20:06:38 Uhr
Von der Strecke: Reiterin getroffen, Oldtimer bestaunt und der Kilometerflash im flachen Donaumoos

Viel Sand und ganz flach: Blick in das Donaumoos.

31.07.2022 | 20:05:00 Uhr
Von der Strecke: Posaunisten-Konzert

In der Hofkirche in Neuburg an der Donau lauschte Susanne Kraut dann auch einem kostenlosen Konzert eines Posaunisten. Auch eine Leidenschaft von ihr: Sie spielt nämlich selbst das Blasinstrument. Beim Wandern liegen viele Dinge an der Strecke. Man muss nur bereit sein, sie wahrzunehmen. So, wie es Susanne Kraut macht - die dabei ihre Mission zur Dyskalkulie nie aus den Augen verliert.

31.07.2022 | 20:01:10 Uhr
Von der Strecke: Reiterin getroffen, Oldtimer bestaunt und der Kilometerflash im flachen Donaumoos

Und auf dem Marktplatz von Neuburg an der Donau, durch das sie auf ihrem Weg kam, gab es auch Oldtimer zu bestaunen - wie diesen flotten roten Audi. Die Alzenauerin liebt Oldtimer und besitzt selbst zwei. Deswegen kann sie auch an keinem vorbeigehen, ohne ihn zu bewundern oder wenigstens ein Bild zu machen.

31.07.2022 | 19:58:38 Uhr
Von der Strecke: Reiterin getroffen, Oldtimer bestaunt und der Kilometerflash im flachen Donaumoos

Am Samstag ist Susanne Kraut bis nach Markt Hohenwart im Kreis Pfaffenhofen an der Ilm gewandert. Das war weiter, als sie eigentlich wollte. Aber durch das flache Donaumoos ist sie schneller als gedacht gekommen. Getroffen hat sie auf ihrem Weg auch eine Reiterin hoch zu Ross, mit der sich ein Gespräch entspann.

30.07.2022 | 09:02:39 Uhr
Auch in unserer Printausgabe berichten wir regelmäßig von Susanne Krauts Wanderung

Über Susanne Krauts Erlebnisse auf der Wanderung berichten wir auch regelmäßig in unserer Printausgabe. Unter anderem davon, wie sie mit ihrem ersten Therapiekind den Türmersturm in Rothenburg ob der Tauber neu vermessen hat und dabei festgestellt hat, dass die im Internet angegebenen Maße überhaupt nicht hinkommen.

30.07.2022 | 08:55:14 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Neben den netten tierischen Begleitern wie Schnecken und Rehen gab es auch weniger nette Begleiter auf der Wanderung: Zecken. Am Freitag musste sich Susanne Kraut nach dem Durchqueren eines Brennesselfeldes gleich mehrere der Tiere entfernen. Aber das kennt sie von ihren Wanderungen auf dem Jakobsweg in Spanien und anderswo.

30.07.2022 | 08:49:56 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Angekommen ist sie im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Bis München fehlen ihr jetzt noch rund 90 Kilometer. Das Ende ihrer Mission rückt in die Nähe. Und damit auch ein wenig melancholische Gefühle.

30.07.2022 | 08:47:06 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Im Altmühltal ist der Wasserstand der Altmühl auch noch augenscheinlich weitgehend unberührt von Trockenheit...

30.07.2022 | 08:45:45 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Durch das Altmühltal führt Susanne Kraut aktuell ihr Weg. Auf diese wildromantische Teilstrecke hatte sich die Alzenauerin besonders gefreut.

30.07.2022 | 08:44:38 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Die Strecke führte Susanne Kraut bis Bergen, sechs Kilometer von Neuburg an der Donau entfernt. Auf ihrer Wanderung hatte sie am Freitag vor allem viele tierische Begleiter. Sie erzählt, wie sie bis auf wenige Meter auf einen jungen Rehbock im Wald stieß. Und auf einer Lichtung lag plötzlich ein Rehkitz neben ihr im Gras. Als sie es im Gebüsch rascheln hörte, ging sie schnell weiter, da sie annahm, dass das die Mutter des kleinen Waldbewohners sein könnte und sie die Tiere nicht weiter stören wollte. "Solche Begegnungen sind mit Geld nicht zu bezahlen. Das gehört mit zu den schönsten Dingen auf einer Wanderung", schildert die Alzenauerin noch sichtlich berührt.

30.07.2022 | 08:38:59 Uhr
Von der Strecke: Von Pappenheimern und netten und weniger netten tierischen Begleitern

Es geht mit riesigen Schritten weiter Richtung München. Am Freitag ist Susanne Kraut durch das Altmühltal sogar schneller voran gekommen, als sie geplant hatte. Bei ihrem Aufbruch in Pappenheim wurde sie auch noch von Bürgermeister Florian Gallus beglückwünscht. Der Politiker hofft, dass sie mit ihrem Anliegen in München Erfolg hat.

28.07.2022 | 21:56:41 Uhr
Von der Strecke: Vom Geopark bis zur Sparkasse

Geschafft: Heute übernachtet Susanne Kraut in Pappenheim, bevor sie morgen weiterläuft in Richtung Neuburg an der Donau.

28.07.2022 | 21:55:19 Uhr
Von der Strecke: Vom Geopark bis zur Sparkasse

Auch bei einer Sparkasse geht es um Zahlen und Rechnen. Deswegen hat sich Susanne Kraut auch mit einer Sparkassenmitarbeiterin in Treuchtlingen zum Thema Dyskalkulie unterhalten. Solche Begegnungen mit Menschen auf ihrer Wanderung schätzt sie sehr.

28.07.2022 | 21:53:39 Uhr
Von der Strecke: Vom Geopark bis zur Sparkasse

Auge in Auge mit der Vergangenheit: Susanne Kraut in Treuchtlingen neben der Statue von Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim.

28.07.2022 | 21:51:03 Uhr
Von der Strecke: Vom Geopark bis zur Sparkasse

Nach einer guten Nacht und einem tollen Frühstück ist Susanne Kraut in Meinheim am Donnerstagmorgen gestartet. Richtung Treuchtlingen ist sie gewandert. Es ging herrlich durch den Wald. Zwischenstation war der Geopark Ries in Treuchtlingen. Hintergrund: Vor rund 15 Millionen Jahren raste ein Asteroid mit einem Durchmesser von rund einem Kilometer und einer Geschwindigkeit von rund 70.000 Kilometern pro Stunde auf die Erde zu. Bei seinem Einschlag nahe Nördlingen schlug er einen Krater mit einem Durchmesser von etwa 25 Kilometern. Diesem Ereignis widmet sich die Ausstellung des Geopark-Ries-Informationszentrums im Treuchtlinger Stadtschloss.

27.07.2022 | 22:28:04 Uhr
Von der Strecke: Frau Kraut in der Krautstadt

Und mit dem Blick auf Meinheim in der Abendsonne verabschiedet Susanne Kraut den Mittwoch - und sieht einem ereignisreichen Donnerstag entgegen.

27.07.2022 | 22:25:36 Uhr
Von der Strecke: Frau Kraut in der Krautstadt

Und weil man vom Wandern und vom Diskutieren müde und hungrig wird, müssen auch regelmäßige Pausen sein. Am liebsten natürlich in einem Straßencafé mit Blick auf die Menschen. 

27.07.2022 | 22:22:44 Uhr
Von der Strecke: Frau Kraut in der Krautstadt

Entlang am Altmühlsee ging es weiter nach Gunzenhausen, wo Susanne Kraut dann die Direktorin des bayerischen Landesamts für Schule getroffen hat. Die Behörde ist bayernweit zuständig für Schulfinanzierung, Schulpersonal, Zeugnisanerkennung, Schulsport und Schulqualität. Mit der Direktorin Karin Vedder sprach sie über die Probleme dyskalkuler Schüler und Schülerinnen.

27.07.2022 | 22:17:13 Uhr
Von der Strecke: Frau Kraut in der Krautstadt

Auf ihrer Wanderung nach München hat Susanne Kraut heute die 200-Kilometer-Marke geknackt: Sie ist von Wolframs-Eschenbach bis Dittenheim - eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen - gewandert. Auf ihrem Weg ist sie auch durch die Krautstadt Merkendorf gekommen, wo Weißkraut traditionell angebaut wird. "Ich freue mich immer, wenn ich irgendwo meinen Namen wiedersehe", meint sie fröhlich in ihrem täglichen Bericht von der Strecke. Also drückte sie flugs einem Passanten ihr Smartphone in die Hand und ließ sich vor dem Marktbrunnen von Merkendorf ablichten.

26.07.2022 | 21:36:02 Uhr
Von der Strecke: Erst durch Brennesseln, dann wunderschön in Ansbach

Übernachtet wird heute im Weinfass in Wolframs Eschenbach. Na dann gute Nacht - und prost auf die gelungene Teilstrecke!

26.07.2022 | 21:34:31 Uhr
Von der Strecke: Erst durch Brennesseln, dann wunderschön in Ansbach

In Ansbach hat Susanne Kraut mit einer Mitarbeiterin des Jugendamtes über die Schwierigkeiten von Dyskalkulie-Kindern gesprochen - und über die Unterschiede, wie schnell Verwaltungen und Behörden arbeiten.

26.07.2022 | 21:32:39 Uhr
Von der Strecke: Erst durch Brennesseln, dann wunderschön in Ansbach

In Ansbach: Besuch auf der Polizeistation und Plausch mit den Beamten.

26.07.2022 | 21:31:47 Uhr
Von der Strecke: Erst durch Brennesseln, dann wunderschön in Ansbach

Auf dem Weg nach Wolframs Eschenbach: eine 600 Jahre alte Eiche.

26.07.2022 | 20:45:15 Uhr
Von der Strecke: Erst durch Brennesseln, dann wunderschön in Ansbach

Susanne Kraut ist am Dienstagabend in Ansbach eingetroffen. Sie ist über 30 Kilometer gelaufen. Die längste Teilstrecke bisher auf der Wanderung. Nachdem sie am Montag noch lange durch meterhohe Brennesseln waten musste, wurde die Strecke heute schöner und angenehmer. Eingetroffen in Ansbach gab es ein Zusammentreffen mit einer Frau aus dem Jugendamt. Sie erzählte ihr, dass sie Anträge für Dyskalkulie bearbeitet. Susanne Kraut meinte, dass die Anträge in Aschaffenburg früher oft zehn Monate brauchten, bis sie bearbeitet wurden. Daraufhin hatte sie sich mit dem Landrat des Kreises Aschaffenburg getroffen, um ihm die Situation zu schildern. Ergebnis: Die zwei Stellen wurden neu besetzt und es wurden sogar eineinhalb neue Stellen geschaffen - damit die Anträge jetzt schneller bearbeitet werden können. Das freut Susanne Kraut.

26.07.2022 | 09:14:16 Uhr
Hintergrund: So viel ist Susanne Kraut schon gewandert

Bis zum Montag hat Susanne Kraut insgesamt übrigens schon 157 Kilometer zurückgelegt. Nicht miteingerechnet die Extrakilometer beim Verlaufen - was beim Wandern eben vorkommt. Sie hat damit fast die Hälfte der Strecke hinter sich. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg - und keine Blasen an den Füßen.

26.07.2022 | 09:05:11 Uhr
Von der Strecke: Beim Weihnachtsmann in Rothenburg ob der Tauber

Raus aus der Stadt ging es dann am Montag weiter bis nach Hinterholz bei Leutershausen, wo Susanne Kraut mit ihrem Wanderbegleiter Volker dann Quartier bezog. "Gottseidank ging es viel durch Wald, wo es kühl war", erzählt sie in ihrer Sprachnachricht, die sie der Redaktion regelmäßig als Update schickt. Auch der Anblick dieses Sees war eine Freude, so Kraut. Dienstag wird sie dann Richtung Gunzenhausen aufbrechen.

26.07.2022 | 08:57:02 Uhr
Von der Strecke: Beim Weihnachtsmann in Rothenburg ob der Tauber

Vor der Jakobskirche in Rothenburg hat Susanne Kraut auch für ihr Thema Chancengleichheit bei Dyskalkulie geworben.

26.07.2022 | 08:54:36 Uhr
Von der Strecke: Beim Weihnachtsmann in Rothenburg ob der Tauber

Montag war Susanne Kraut für das Thema Chancengleichheit bei Dyskalkulie in Rothenburg ob der Tauber unterwegs. Angekommen war sie dort auf ihrer Wanderung schon am Sonntagabend. Rothenburg liegt im romantischen Franken - am Rande des Taubertals. Es hat eine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter und gilt als eine der romantischsten Städte Deutschlands. Dort hat sie im Weihnachtsdorf Käthe Wohlfahrt dem Weihnachtsmann die Wünsche dyskalkuer Kinder überbracht. Mal sehen, ob diese auch erfüllt werden.

24.07.2022 | 21:52:00 Uhr
Von der Strecke: Eindrücke aus Rothenburg ob der Tauber
24.07.2022 | 20:20:00 Uhr
Von der Strecke: Stärkung in Rothenburg ob der Tauber

Nach einem Pilgetfrühstück am Morgen, hat sich Susanne Kraut nach ihrer Ankunft in Rothenburg dieses Essen gegönnt. Wir hoffen, es hat geschmeckt!

24.07.2022 | 14:49:00 Uhr
Von der Strecke: Den Sonntag geht es nach Rothenburg ob der Tauber

Der Sonntag war ein guter (Wander)tag - so kann man Susanne Krauts Eindrücke, zusammenfassen. Der Zeltplatz in Creglingen-Münster war super, die Strecke nach Rothenburg angenehm, obwohl sie natürlich auf in der Sonne laufen musste. Gegen 14 Uhr kam Kraut dann in der historischen Stadt an und checkte in der Jugendherberge ein. Zu Besuch kam heute ein Freund, den sie auf dem Jakobsweg kennengelernt hatte. Generell hört man, wenn Kraut von ihren Tagen berichtet, dass es vorallem auch die Begegnungen sind, die diese Tour besonders machen. Viel Offenheit für das Thema wird ihr entgegengebracht. In Rothenburg hat sie sogar eine Familie aus NRW kennengelernt, deren Tochter von Legastenie und Dyskalkulie betroffen ist. Die Menschen, mit denen sie spricht, sind dafür, dass Betroffene Erleichterungen bekommen, berichtet Kraut.

23.07.2022 | 20:28:00 Uhr
Von der Strecke: Nach 25 km keine Unterkunft weit und breit

Trotz des nicht ganz so guten Laufgefühls ist Susanne Kraut am Samstag 25 Kilometer gelaufen. Doch weit und breit gabe es keine Unterkunftsmöglichkeit für sie. Durch ihre Planungen im Vorfeld wusste sie aber, dass es in einem der nächsten Dörfer einen Zeltplatz geben musste. Das Problem - wie kommt sie dort nun hin. Denn mit den öffentlich-rechtlichen  Verkehrsmitteln gab es keine Möglichkeit. Also setzte sich Kraut auf ein sogenanntes Mitfahrbänkle und wartete. Knapp 20 Minuten später machte ein älterer Herr Halt, der eigentlich nur in den nächstgelegenen Ort fahren wollte, und nahm sie mit. " Das waren dann doch bestimmt 13 Kilometer", erzählt Kraut.

23.07.2022 | 16:19:00 Uhr
Von der Strecke: Der Wandersamstag

Am Samstag war für Susanne Kraut keine Veranstaltung geplant. Das hieß für sie: wenn möglich Strecke machen. Doch an dem Tag war es schwül, der Rucksack fühlte sich schwer an und Kraut kam auch nicht so voran, wie sie sich das vorgestellt hatte. Und es zieht sich ein bisschen durch ihre ersten Wandertage: Gleich zu Beginn der Samstagstour ist sie erst einmal mehr als einen Kilometer bergauf gelaufen, leider in die falsche Richtung. Dabaxh war sie total verschwitzt, berichtet sie. Umso schöner, dass ein älterer Herr sie in seine Werkstatt einlud und sie erst einmal mit Getränken versorgte.

23.07.2022 | 10:06:01 Uhr
Hintergrund: Warum Susanne Kraut nach München zum Landtag läuft und nicht nach Berlin zum Bundestag

Schulangelegenheiten sind Ländersache. Deswegen läuft Susanne Kraut auch nach München und nicht nach Berlin. In der Schule kann ein Nachteilsausgleich sowie Notenschutz ähnlich wie bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche den Druck für die Kinder verringern. Die Bundesländer hingegen regeln diesen Nachteilsausgleich bei Dyskalkulie aber höchst unterschiedlich. Und weil Bayern überhaupt keinen Nachteilsausgleich gewährt, wandert Susanne Kraut auch um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen.

So erhalten in Berlin rechenschwache Kinder in Klasse 3 und 4 einen Förderplan, der ihnen zum Beispiel einräumt, dass sie für Berechnungen bis zu 25 Prozent mehr Zeit bekommen, oder sie erhalten zusätzliche Hilfsmittel und unterschiedliche Aufgabenstellungen. In Brandenburg kann zum Beispiel bei einer schweren Rechenstörung die Benotung bis zur Jahrgangsstufe 4 ausgesetzt werden.

In Hessen ist Nachteilsausgleich und Notenschutz bei Dyskalkulie ebenfalls nur in der Grundschule vorgesehen. Die Regelungen zu Förderplan, Förderunterricht und Binnendifferenz und Nachteilsausgleich für Behinderte gelten aber in allen weiteren Schulstufen und Schulformen weiter. Im Rahmen des pädagogischen Ermessens haben Lehrkräfte dann auch viel Gestaltungsspielraum und Verantwortung.

In Baden-Württemberg wird Schülern mit Rechenschwierigkeiten ein Nachteilsausgleich laut Gesetz für die Grundschulzeit gewährt. In höheren Klassen ist Nachteilsausgleich ebenfalls möglich. Nach der bisherigen Rechtsprechung darf sich die Teilleistungsproblematik jedoch nicht auf die in der Prüfung abgefragten Kompetenzen auswirken. Deshalb ist fraglich, ob Nachteilsausgleich in höheren Klassen auch gewährt werden kann, soweit primär Rechenleistungen abgefragt werden.

Einen Nachteilsausgleich oder Notenschutz gibt es in Bayern bei einer Dyskalkulie bisher nicht. Seit dem Schuljahr 2018/2019 bieten wenigstens 99 Förder- und Beratungsstellen an Staatlichen Schulämtern Grundschülerinnen und Grundschülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Rechnenlernen Unterstützung.

Dennoch ist Bayern noch lange nicht alleine mit seiner Position. Auch in Nordrhein-Westfalen ist eine diagnostizierte Dyskalkulie derzeit mit keinem Nachteilsausgleich verbunden. Schülern hingegen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche wird ein solcher Ausgleich auch nur bis zur zehnten Klasse gewährt.  (bk)