Mittwoch, 26.01.2022

Entlang des Mains

Freitag, 02.07.2010 - 11:58 Uhr

Entlang des Mains und durch die sanften Hügel des Odenwaldes lassen sich auf dem Fränkischen Rotweinwanderweg vor allem die hier wachsenden ausgezeichneten Rotweine mit allen Sinnen erfahren.

Typisch für das Maintal, das sich reizvoll zwischen Odenwald und Spessart schmiegt, ist der Anbau der Reben in kleinen und steilen Terrassenlagen. Die Klingenberger Terrassen-Mauern stehen seit 1986 sogar unter Denkmalschutz, da solche Weinberge nur noch selten zu finden sind. Größere zusammenhängende Flächen gibt es dagegen seltener, und zwar bei Großwallstadt, Rück, Klingenberg-Röllfeld und Bürgstadt. 
 
Die Gegend zeichnet sich zeichnet sich durch ihr mildes Klima und verwitterte Buntsandsteinböden aus. Davon profitieren vor allem rubinrote Spät-, samtige Frühburgunder sowie fruchtige Portugieser. Zu den traditionsreichsten Rotweinlagen im südlichen Teil, dem Landkreis Miltenberg, gehören Klingenberger Schlossberg, Bürgstadter Centgrafenberg, Großheubacher Bischofsberg, Erlenbacher Hochberg oder Rücker Schalk. Nichtsdestotrotz weisen auch die am Bayerischen Untermain kultivierten Weißweinsorten ihren Reiz auf, beispielsweise Riesling und Kerner vom Großheubacher Bischofsberg oder der Müller-Thurgau vom Großwallstädter Lützeltaler Berg. 
 
Ebenso vielfältig wie das Spektrum an Weinen ist die hiesige Betriebsstruktur. So finden sich im Wein-Landkreis Miltenberg mit seinen rund 180 Hektar Rebflächen sowohl Hobby-Winzer, Nebenerwerbswinzer und Selbstvermarkter als auch einige größere Weingüter. Insgesamt sind es etwa 375 Winzer, von denen viele zu bestimmten Zeiten auch als Häckerwirte ihre Türen öffnen oder die ansässige Gastronomie beliefern.
 
Einige wenige Betriebe bewirtschaften ihre Weinberge auch ökologisch, etwa das Weingut Stritzinger in Klingenberg oder die Lebenshilfe Werkstätten Schmerlenbach in Großheubach. Sie sehen den Weinberg als Ökosystem an, das es zu erhalten gilt. Durch artenreiche Zwischenbegrünung zwischen den Rebreihen, organischen Dünger und andere Kulturmaßnahmen versuchen Öko-Winzer die Bodenfruchtbarkeit und die Artenvielfalt zu fördern. Statt auf chemisch-synthetische Spritzmittel setzen sie im Kampf gegen tierische Schädlinge auf Pheromonfallen. Oder sie vertrauen auf deren natürliche Feinde, die sich ebenfalls gern im grünen Weinberg ansiedeln. Ein weiteres Merkmal ist, dass Öko-Winzer zugunsten der Qualität statt auf hohen Ertrag auf weniger, aber beste Trauben hinarbeiten.
 
(Stritzinger, Anja. Klingenberg. www.weinbau-stritzinger.de, info@weinbau-stritzinger.de. Tel: 09372/ 922954
Lebenshilfe Werkstätten e.V. Schmerlenbach, Großheubach. www.wfbm-schmerlenbach.de, bwetzka.ghb@wfb-schmerlenbach.de. Tel.: 09371/ 403409