Mittwoch, 21.11.2018

Museum jüdischer Geschichte und Kultur

Die Erinnerung bewahren

Montag, 09. 08. 2010 - 11:37 Uhr

Die jüdische Gemeinde Aschaffenburg gehörte einst zu den größten in Bayern. Einen guten Einblick in das frühere Wirken und das Glaubensleben der Juden bekommt man bei einem Besuch der umfassenden Dauerstellung in dem Haus am Wolfsthalplatz.


 
Die Sammlung deckt den Zeitraum von der ersten Erwähnung einer jüdischen Schule im Jahr 1267 bis zur Zeit der Verfolgung im Nationalsozialismus ab. Zahlreiche charakteristische Kultgegenstände veranschaulichen die vielen Menschen unbekannte jüdische Glaubenswelt. Dazu zählen unter anderem eine originale Tora-Schriftrolle, ebenso Tora-Wimpel, welche aus den Beschneidungswindeln jüdischer Knaben hergestellt wurden. Zu sehen sind auch Hawdala-Teller, mit denen am Samstagabend der Sabbat verabschiedet wurde, Chanukka-Leuchter, eine Koscher-Zange und vieles mehr. Historische Fotografien und Zeitungsberichte ergänzen die Ausstellung und spiegeln das wechselvolle Leben und Wirken der Juden in Aschaffenburg wieder. Wie weitreichend die jüdische Kultur war und ist, veranschaulichte im letzten Jahr die Sonderausstellung „Textiles Gedächtnis“, die nicht zuletzt viele Schulklassen anzog. Die Synagoge der Gemeinde am Wolfsthalplatz wurde 1938 restlos zerstört. In unmittelbarer Nähe steht heute das Museumsgebäude, übrigens ein ehemaliges Rabbinerhaus. Zur Erinnerung an die Progromnacht wurde 1984 vor dem Haus ein Platanenhain gepflanzt und später durch einen modernen Brunnen ergänzt.