Montag, 19.11.2018

Der Untermain als Zentrum der Heimschneiderei

Montag, 16. 08. 2010 - 09:54 Uhr

Ein spezielles Museum zur Arbeitswelt, das die Entwicklung dieses wichtigen Erwerbszweiges ab dem 19. Jahrhundert zeigt, findet sich in Großwallstadt im historischen ehemaligen Liebschen Gut.

Neben der interessanten Ausstellung von Exponaten zum Schneiderhandwerk wird auch auf den Unternehmer Johann Desch und den Schneider und Gewerkschaftler Hugo Karpf eingegangen. Der in Aschaffenburg zum Schneider ausgebildete Desch wurde 1866 von preußischen Soldaten zum Ausbessern von Uniformen herangezogen. Anschließend richtete er sich in seinem Heimatort eine Werkstatt ein, wo er Anzüge auf Vorrat herstellte. Durch den Einsatz eines mechanischen Webstuhls und einer Spinnmaschine verbilligten sich die Stoffe erheblich. Die Nachfrage wuchs, so dass Desch ab 1873 Arbeit als Lohnaufträge an Maßschneiderkollegen in den Nachbarorten vergeben konnte und musste. 1894, längst umgezogen nach Aschaffenburg, beschäftigte er schon 50 bis 60 Mitarbeiter und 150 Heimschneider. Zahlreiche Konfektionsbetriebe entstanden. Fast 80 Prozent der Konfektionsarbeiter lebten im nahen Umkreis der Stadt, unter anderem in Großwallstadt. Dort gab es im Jahr 1905 bereits 53 Werkstätten.
 
Adresse:
Hauptstraße 3
63868 Großwallstadt

Öffnungszeiten:
vom 1.Mai bis 30.September jeweils am
1. Sonntag im Monat von 14 - 17 Uhr
und nach Vereinbarung unter Tel: 06022/ 22070 oder 22389