Donnerstag, 04.06.2020

Zeigt her Eure Füße

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Der Mann heißt nicht Schuhmann, hat aber ein Schuhgeschäft. Insofern ist er trotzdem ein Schuhmann.
Foto: Schuhmann
Un­se­re Fü­ße be­ste­hen aus 56 Kno­chen, je 28 links und rechts. Die Kno­chen sind in Ge­len­ken, Mus­keln und Bän­dern mit­ein­an­der ver­bun­den. Al­lei­ne die Ana­to­mie des Fu­ßes zeigt, wie kom­plex die­ser Kör­per­teil ist. Da­bei sind die Fü­ße viel mehr als nur be­we­g­lich. Die Fü­ße sind un­ser Werk­zeug zur Fort­be­we­gung.

Sie lassen uns aufrecht gehen. Sie ermöglichen uns das Rennen, das Abbremsen, das Springen und Abfedern. Neben aller Flexibilität müssen die Füße uns sehr gut stützen.

Menschliche Füße können sogar noch mehr: Wenn wir barfuß laufen, ertasten wir mit den Füßen den Untergrund. Den Unterschied zwischen weichem Gras, kantigen Kieselsteinen oder matschiger Erde spüren die sensiblen Füße sofort. Der Fuß ist auch ein Sinnesorgan. Die Füße stehen in Kommunikation mit unserem Nervensystem. Damit wir stabil aufrecht gehen können, schicken sie Informationen an das Gehirn, zum Beispiel worauf wir gerade laufen, wie schnell wir laufen oder welche anderen Körperteile unsere Bewegung beeinflussen. Auf einer Fläche von nur etwa 100 Quadrat-Zentimetern balancieren die Füße unseren langen Körper und unser ganzes Gewicht.

Da liegt es nahe, dass die Füße von klein an besonders gut gehegt werden sollten. Gesunde Füße sind das Fundament für schmerzfreie Bewegung. Aus Erfahrung weiß die Medizin, dass das Tragen falscher Schuhe zu Fußfehlstellungen, einer falschen Körperhaltung durch Muskelverkürzungen oder Schmerzen in Gelenken, Rücken oder Knien führen kann. Mehr denn je steht eine gesunde Fuß-Entwicklung bei den Kleinsten im Vordergrund.

FOLGEN FALSCHER SCHUHE

Plattfuß, Senkfuß, Spreizfuß, Hohlfuß ... Die Liste der Fußfehlstellungen ist lang. Die Mehrheit aller Erwachsenen leidet an einer Fußfehlstellung - wie man mittlerweile weiß, ist schlechtes Schuhwerk aus Kindertagen meist der Grund dafür. Denn fast alle Babys kämen mit gesunden Füßen zur Welt, sagt Eike Schmidt.

Bei kleinen Kindern sind Plattfüße noch normal. Erst mit etwa drei Jahren richtet sich das Fußgewölbe richtig auf. Kinderärzte schauen sich in der Untersuchung U 6 die Füße an. Zum Orthopäden schickt man Kleinkinder aber nur, wenn sie sich nicht mehr auf die Zehen aufrichten können oder Schmerzen haben. Unser Experte aus dem Schuhhandel merkt in seinem Geschäft, dass Einlagen bei Kindern seltener vorkommen.

Zu kleine oder zu schmale Schuhe engen den Fuß ein. Die Zehen haben keinen Platz mehr sich zu strecken und werden nach innen gebogen. Das beeinflusst wiederum den sicheren Stand und das Gleichgewicht.

Zu große oder zu breite Schuhe hingegen bieten dem Fuß keinen richtigen Halt. Die Ferse schlupft oder die Zehen krallen sich fest. Das ist nicht nur anstrengend, sondern behindert auch die natürliche Bewegung beim Abrollen.

Das WMS-Siegel auf Kinderschuhen zeigt beispielsweise, dass es die Schuhe in verschiedenen Weiten pro Größe gibt.

BARFUSS LAUFEN

Das Natürlichste sei es, beim Laufenlernen erst gar keine Schuhe zu tragen, rät Eike Schmidt: »Am besten auf weichem Untergrund, der frei von Gefahrengegenständen ist.« Er erklärt, dass barfuß Laufen besonders bei Kinderfüßen die gesunde Fußhaltung und Muskelbildung unterstützt. Auch für ältere Füße ist Laufen ohne Schuhe die beste Fußgymnastik. Ausgewachsene Füße sind nur das barfuß Laufen nicht mehr so gewohnt. Eine Mischung aus glattem und unebenem Untergrund, mal weich, mal hart oder kantig, trainiert die Fußmuskeln. Man soll deshalb auf unterschiedlichen Untergründen ohne Schuhe laufen.

Zuhause läuft es sich am einfachsten barfuß. Um den Druck für den Fuß auf harten Böden zu minimieren, bieten sich Stoppersocken oder Hüttenschuhe an. Denn darin stecken die Füße warm und machen gleichzeitig täglich Gymnastik.

Barfußpfade sind bei Ausflügen in die Natur eine nette Idee. Die Wege sind dafür konzipiert, mal wieder so richtig achtsam mit den Füßen zu spüren, worauf man läuft. In Sulzbach am Main, in Hausen nahe Würzburg oder in Bad Orb im Spessart finden sich solche Pfade in unserer Region.

ZWEITER HAND?

Kinderfüße wachsen schnell, viel zu schnell. Jedes neue Paar Schuhe bedeutet eine Investition zwischen 30 bis 70 Euro und das mehrmals im Jahr für viele Jahre lang. Das geht ganz schön ins Geld! Bei Basaren rund ums Kind und in den digitalen Kleinanzeigen findet sich daher ein großes Angebot an gebrauchten Kinderschuhen. Kann man guten Gewissens Kinderschuhe aus zweiter Hand kaufen?

»Das kommt immer darauf an,«, sagt Eike Schmidt, »für was die Schuhe genutzt werden und in welchem Zustand sie sind.« Bei den Ein- bis Dreijährigen, bei denen der Sprung von einer zu nächsten Schuhgröße meist recht schnell geht und die Schuhe hauptsächlich zum Schutz vor Schmutz und Kälte ge-tragen werden, sind gebrauchte Schuhe in der richtigen Größe akzeptabel. »Wichtig ist, dass die Sohle nicht verformt oder abgenutzt ist.« Hat der Vorbesitzer die Schuhe nämlich abgetragen oder an seine Fußform angepasst, schadet das den weichen Füßchen des Zweitbesitzers womöglich.

ONLINE?

Beim Kauf im Internet ist Vorsicht geboten: Schuhgrößen variieren von Hersteller zu Hersteller, manchmal sogar von Modell zu Modell. Der Einzelhandel hat den Vorteil, dass das Fachpersonal schnell zur nächsten Größe greifen kann. Glaubt man der Aussage der Bundesärztekammer, dass Kindergarten- und Vorschulkinder nicht selbst beurteilen können, ob die Schuhe schon zu klein sind, ist man froh über Hilfe von geschultem Personal. Wer trotzdem auf den Kauf im Internet angewiesen ist, bestellt am besten gleich mehrere Größen und achtet auf eine entsprechende Rücksendeoption.

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