Samstag, 20.04.2019

Der Zauber des Anfangs

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Mother with newborn baby son lying in bed
Foto: AleMoraes244

Je­dem An­fang wohnt ein Zau­ber in­ne - ge­ra­de mit Ba­by. Wie gut es riecht! Wie nied­lich es aus­sieht! Was es für lus­ti­ge Ge­räu­sche macht! Wie zau­ber­haft sind die­se Mo­men­te, wenn das Ba­by se­lig schläft und Ma­ma mit Pa­pa ku­schelt und das klei­ne Wun­der be­trach­tet. Schau dir an, das ha­ben wir ge­macht. Potz­b­litz.

Und jeder Anfang ist schwer. Verdammt ziegelsteinschwer. Wenn es mit dem Stillen nicht klappt (was ganz normal ist, weil Baby und Mutter es erst lernen müssen). Wenn man Augenringe bis zum Boden hat und so hart erkennt, was Müdigkeit wirklich heißt und warum Schlafentzug eine gängige Foltermethode ist. Wenn man an sich selbst heruntersieht und sich denkt: Wessen Körper ist das denn bitte? Meiner nicht. Wenn der Mann wieder arbeiten geht und man trotz der sonstigen Gleichberechtigung die Person ist, die zuhause die Brutpflege betreibt. Und morgens um halb fünf erkennt, wie einsam man zu zweit sein kann. Wenn die ganze Welt zu schlafen scheint und nur man selbst völlig übermüdet ein kleines Menschenbündel durchs Wohnzimmer trägt. Und keiner sonst wach ist. Und man denkt, dass das Leben, das man kannte, an einem vorbeizieht.

NEUER GROOVE

Ein Kind, das ist so, wirbelt die ganze Welt zweier Menschen durcheinander. Es ändert alles - und doch auch wiederum nicht alles. Es bringt nur einen völlig neuen Groove ins Leben. »Eltern werden und sein ist nicht einfach. Gerade auch beim ersten Kind ist einem nicht klar, wie sehr es das eigene Leben verändert«, sagt Ursula Omer, Leiterin der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Aschaffenburg. »Neben all der Freude haben Neu-Eltern viele Sorgen, Zukunftsängste, den Wunsch, alles gut zu machen sowie diese unglaubliche Liebe und manchmal den Blues.« Für viele sei das ein »emotionaler Ausnahmezustand«, eine so große Veränderung, die »man fast schon als Krise bezeichnen kann.«

Am Anfang, da ist es normal, dass man untergeht. Völlig. Der Schlafmangel kann krass sein. Und dieses Gefühl, in ständiger Rufbereitschaft zu sein auch. Die eigene Freiheit aufzugeben. Mütter haben am Anfang keinen Feierabend mehr. Wenn sie stillen, sind sie wie unsichtbar angebunden. Sie sind zuständig - immer.

Und deshalb ist es gerade am Anfang so wichtig, es sich schön zu machen. Hauptaufgabe: Schmusen. Kennenlernen. Rumliegen. Ausruhen. Auf Perfektion zu pfeifen. Der Haushalt ist anfangs völlig überbewertet. Termine einzuhalten ebenso. Am Besten kuschelt man sich ein und genießt den neuen Takt. Tipps fürs Wochenbett - für diese wunderbaren sechs Wochen Ausnahmezustand - gibt es auf den folgenden Seiten. Denn es ist so eine überwältigende, überfordernde, innige und wertvolle Zeit. Und wie soll das gehen beim zweiten/dritten/vierten Kind? Auch hierfür haben wir Anregungen gesammelt.

Denn ganz ehrlich: Auch wenn es anstrengend ist, dieses Elternsein, es ist doch das größte Abenteuer, das man erleben kann. Wer ein Kind hat, bekommt eine völlig andere Vorstellung davon, was Liebe ist. Bedingungslose Liebe. Denn man liebt einen Menschen, den man gar nicht kennt, mit Haut und Haar und ohne Kompromisse.

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