Samstag, 20.04.2019

Und wenn schon eins da ist?

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Al­les ins Bett ver­la­gern: Es heißt Wo­chen­bett, weil Frau­en am An­fang viel im Bett lie­gen sol­len. Aus­ru­hen. Sich er­ho­len. Kraft tan­ken. Wird un­g­leich schwie­ri­ger, wenn man schon ein Kind hat. Was hilft: den Fa­mi­li­en­mit­tel­punkt ein­fach ins Bett zu ver­la­gern. Stillt man das Ba­by, kann man dem gro­ßen Kind ein Buch vor­le­sen.

Kuschelt man mit dem Baby, kann man auch mit dem großen Kind kuscheln. Auch die Mahlzeiten kann man teilweise ins Bett verlegen. Nudeln auf den Knien in Kissen gekuschelt zu futtern, finden Kinder super.

Ein Stück Freiheit: Wer stillt, ist wie angebunden. Abpumpen bringt ein Stück Freiheit. Milchpumpen kann man in der Apotheke leihen, bei Trinkproblemen des Säuglings kann der Frauenarzt ein Rezept ausstellen.

Papas große Stunde: Wenn Mama noch mal Mama wird, schlägt Papas große Stunde. Er ist fortan Ansprechpartner Nr. 1 für das große Kind. Das bringt eine neue Innigkeit in die Vater-Kind-Beziehung. Denn Papa und Kind können super Abenteuersachen machen (und viel Quatsch), weil Mama anders beschäftigt ist.

Netzwerk aktivieren: Seltsamerweise fragen beim zweiten Kind weniger Menschen, ob sie einem helfen können, da sie denken, dass man ja schon weiß, was zu tun ist. Dabei ist der Sprung von eins auf zwei auch eine Herausforderung. Denn für das große Kind geht sein Alltag ja weiter. Was hilft: Großeltern, Verwandte, Freunde, Nachbarn einspannen. Kann einer Hol- und Bringdienste übernehmen? Das wäre klasse. Denn Mama wird die ersten vier Wochen wahrscheinlich nicht zum Kindergarten gehen. Auch gut: Schon vor der Geburt neue Rituale installieren. Montag ist Opa-Tag, Donnerstag geht das Kind nach dem Kindergarten mit zu ihrer Freundin und freitags mit Oma schwimmen. Feste Zuständigkeiten an bestimmten Tagen entspannen die Lage ungemein.

Zeit für Wurschtigkeit: Jetzt ist Zeit, alles nicht so eng zu sehen. Ja, dann gibt es eben drei Abende hintereinander Nudeln mit Ketchup. Oder zwei Folgen »Kleiner Maulwurf«. Oder »Paw Patrol«.

Rückschritte akzeptieren: Ist das Baby da, kann es sein, dass das große Kind auch wieder klein sein möchte. Ist völlig ok. Dann bekommt es eben spielerisch eine Milchflasche und darf sich dazukuscheln. Darauf zu pochen, dass es jetzt groß ist, bringt nichts. Am Besten lässt man dem Kind Zeit und versucht nicht, Neues einzuführen, etwa, dass es in seinem eigenen Bett schlafen muss oder seinen Schnuller abgeben. Nur weil ein noch kleineres Kind jetzt Teil der Familie ist, wird das größere nicht automatisch groß und vernünftig. Es ist ja auch noch klein.

Schichtarbeit und Ausweichmatratze: Am Anfang hilft es, sich ein bisschen aufzuteilen. Am Besten richtet man einen Zweitschlafplatz ein, zieht entweder eine Matratze ins Zimmer des erstgeborenen Kindes, baut die Couch im Wohnzimmer um oder ein Bett ins Arbeitszimmer. Dann kann ein Elternteil ausweichen und etwas Schlaf tanken. Geheimtipp einer zweifachen Mutter: gute Kopfhörer mit Sound cancelling System. Sie neutralisieren störende Umgebungsgeräusche - nicht nur Babygeschrei, sondern nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz »auch Schwärmereien der Kollegen im Großraumbüro wie super ihr letzter All-Inclusive-Urlaub war«, wie sie schreibt.

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