Dienstag, 25.09.2018

(Kein) Strampler-Stress!

Wenn der Schnuller Pause hat
Mittwoch, 30.05.2018 - 11:11 Uhr

Das Einmaleins der Erstausstattung fürs Baby

Je dicker das Babybäuchlein wird, desto dringender die Frage nach der Ausstattung fürs Kind. Da bummelt man plötzlich durch Läden für Kindermöbel, Kinderwagen, Kleidung und Spielzeug. Und ist ratlos. Verzweifelt. Panik macht sich breit. Vor allem, wenn Mama kurz vorm Platzen der Fruchtblase noch den Ultra- Nestbautrieb bekommt – und Windeln bergeweise hortet, das Kinderzimmer zum dritten Mal umgestaltet und Strampler von links nach rechts sortiert.
Die Welt der Babyausstattung gleicht einem nahezu undurchdringlichen Dschungel. Überall locken Angebote für Eltern, Kaufempfehlungen, Tipps von Verwandten und Freunden. Alle wissen genau, was wichtig ist und was nicht. Das Thema ist hochemotional. Wohl kein Elternpaar möchte nicht »das Beste« fürs Kind. Doch ist das immer auch »das Meiste«, »das Teuerste«, »das Größte«? Fragen, die schon an der Grenze zur Philosophie kratzen. Fakt ist: Besonders »Ersteltern« sind anfällig für Konsumrausch rund ums Kind.
KLEIDUNG
Dabei braucht so ein kleines Bündel Leben eigentlich nicht viel: Schlaf, Muttermilch oder Fläschchen, ein paar Strampler – und viel Zeit und Liebe. Beachten muss man außerdem, dass jedes Kind anders ist. Das eine liebt die Babywippe, das andere bekommt jedes Mal einen Schreianfall, wenn man es hineinlegen will. Da hilft nur ausprobieren – und im Notfall weiterverschenken. Dennoch gibt es einige Eckdaten der Erstausstattung, mit denen man nicht so falsch liegt. Ein Sommerbaby kommt locker mal mit Langarmbody, Mützchen und Söckchen aus. Im Winter gilt das Zwiebellook-Konzept. Viele Schichten, die man über ein zappeliges Baby stülpen muss. Nicht immer lustig: Wenn der Schneeanzug angezogen ist, landet typischerweise ein größeres Geschäft in der Windel – und der Spaß beginnt von vorne. Rund sechs Wickelbodys (Größe 56 und 62, für zierliche Babys oder Frühchen auch Größe 50), vier Strampler, einige Jäckchen und Oberteile, zwei Paar Socken, drei Babystrumpfhosen, ein Babymützchen, drei Hosen und im Winter eine warme Schicht für drüber – das reicht eigentlich für den Anfang. Lieber eine Größe zu groß als zu klein kaufen. Krempeln kann man immer.
Viele Freunde wollen den Neugeborenen gerne Kleidung schenken. Am besten man schlägt Ihnen vor, erst Teile ab Größe 68 zu kaufen. Dann hat Vorrat für die kommenden Monate. Besonders Babykleidung kann man wunderbar gebraucht kaufen. Sie wird kurz getragen und ist oft sehr gut erhalten. Einige Anbieter verkaufen auch komplette Erstausstattungssets, doch da sollte man erstmal das Preis-Leistungs-Verhältnis prüfen. Billiger liegt oft der Einzelkauf.
Grundsätzlich gilt: Praktisch ist wichtiger als Schön. Mama und Papa sollten das Kind schnell und entspannt anziehen können, ohne hinderliche Knöpfe. Schleifen und Co. Naturmaterialien sind besser als Glitzer und Glamour. Denn in den schillerndsten Klamotten stecken oft die meisten Schadstoffe – und das Baby hat sowieso nichts davon. FÜTTERN
Ganz viel Zeit verbringen Babys mit Stillen oder Fläschchen trinken. Mamas, die stillen, haben alles, was sie brauchen, immer dabei. Das ist super praktisch. Ein Stillkissen ist sehr bequem und stützt den Rücken. Ein Still-BH erleichtert das Stillen ungemein. Immer wichtig: Mullwindeln als Spucktücher für immer und überall. Und als Mini-Schutzzelt für ein bisschen Privatsphäre in der Öffentlichkeit.
Wer mit Fläschchen füttert, braucht mehrere davon. Ebenso einen Sterilisator (Jedoch gibt es inzwischen auch die Meinung, dass Sterilisieren gar nicht nötig ist und das Spülen der Fläschchen mit heißem Wasser und Spülmittel gleich gut ist – am besten die Hebamme fragen!).
Für unterwegs braucht die Fläschchenmama immer eine Thermoskanne mit heißem Wasser und portioniertes Milchpulver. Verstaut am besten in einer praktischen Wickeltasche, die sich am Kinderwagen befestigen lässt.
TRANSPORT
Unterwegs mit Kind. Das geht klassischerweise mit dem Kinderwagen. Doch viele Eltern ahnen vor der Geburt nicht, dass ihr Kind den Kinderwagen gar nicht mögen wird. Es gibt immer wieder Babys, die sich im Tragetuch oder in Tragesystemen wie Manduca oder Ergobaby viel wohler fühlen. Dennoch ist ein Kinderwagen natürlich praktisch. Man kann damit spazierengehen, das Baby und Einkaufe transportieren, den Wagen auch mal abstellen und sich auf eine Bank setzen. Alles ziemlich bequem. Es gibt unzählige verschiedene Kinderwagen für verschiedene Bedürfnisse (siehe Kasten). Daher ist Beratung in diesem Fall Gold wert und ein Second-Hand-Kauf nicht immer sinnvoll.
PFLEGE
Stoff oder nicht, das ist hier die Frage: Die meisten Eltern setzen auf Wegwerfwindeln. Dabei gibt es inzwischen viele Systeme, die für alle Beteiligten bequem sind. Für die Eltern weil neue Materialen, Druckknöpfe und Schnitte dafür sorgen, dass alles sitzt und nix durchgeht, fürs Baby, weil die neuen Stoffwindeln viel bequemer sind als noch vor einigen Jahren. Müll kann so vermieden werden. Ob Stoffwindeln allerdings wirklich ökologisch sinnvoller sind, lässt sich nicht eindeutig sage. Denn durchs viele Waschen und Trocknen ist die Energiebilanz weniger gut als erhofft.
Weitere Pflegeessentials: eine Babynagelschere (man glaubt nicht, wie schnell diese winzigen Fingernägelchen zu Krallen werden!), Wundsalbe für den Po, ein Wickeltisch (oder auch nicht, wird ziemlich überschätzt: vor allem die Wärmelampe darüber…) Und: Feucht- tücher.
Was hat man eigentlich vor deren Erfindung gemacht? Feuchttücher gehen immer. Beim Wickeln, den ersten Breiversuchen, Spucken und sonstigem Dreck.
Trotzdem sollte man manchmal überlegen, wo man feuchte Tücher einfach durch Waschlappen ersetzen kann. Sicher öfter, als man denkt.
SPIELSACHEN
Es gibt so viel Babyspielzeug, dass man schnell die Übersicht verliert. Wer ein Neugeborenes glücklich machen will, lässt es in den Armen von Mama und Papa die Welt erforschen. Oder auf einer gemütlichen Spieldecke.
Seidentüchlein eignen sich zum ersten Greifen, besonders toll sind sie mit dicken Bändchen dran, die man stundenlang erforschen kann. Wenn das Baby ein paar Monate alt ist, freut es sich über etwas, was Geräusche macht, eine kleine Rassel zum Beispiel. Und kleine weiche Kinderbüchlein zum Anfassen machen dann auch schon sehr viel Spaß.
Sparen kann man sich eigentlich alles, was groß ist, Lärm macht und aus Plastik ist: Das wollen die lieben Kleinen früh genug – und auf wundersame Weise vermehren sich diese Teile im Kinderzimmer besonders schnell.