Montag, 24.09.2018

»Der Verlust schmerzt - egal in welcher Woche«

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Montag, 26.03.2018 - 15:05 Uhr

Ein Kind zu ver­lie­ren, ist ei­ne sch­merz­li­che Er­fah­rung. Bei der Ver­ar­bei­tung hel­fen kann ein Ge­spräch in ei­ner Be­ra­tungs­s­tel­le. Un­ter an­de­rem be­g­lei­tet der So­zial­di­enst ka­tho­li­scher Frau­en (SkF) Frau­en und Män­nern, die ein Kind ver­lo­ren ha­ben. Ter­mi­ne gibt es bei Kri­sen­si­tua­tio­nen kurz­fris­tig. Mit Ur­su­la Omer, Di­p­lom-So­zial­ar­bei­te­rin und Lei­te­rin des SkF in Aschaf­fen­burg, hat Fee Ber­t­hold-Geis ge­spro­chen.

Warum ist Fehlgeburt immer noch so ein Tabuthema - obwohl es doch so häufig passiert? Menschen neigen dazu, andere zu schonen. Deshalb erzählen viele Frauen Freundinnen und anderen Mamas nicht, dass sie eine Fehlgeburt hatten, weil sie ihnen keine Angst machen wollen. Oft wollen Frauen ihr Gegenüber auch nicht überfordern. Erzählen sie, dass sie eine Fehlgeburt hatten, meinen die Angesprochenen häufig, sie müssten etwas Geistreiches sagen. Es gibt da nichts zu sagen, was hilft. Kein Wort, kein Satz, macht den Verlust ungeschehen.
Gibt es Sätze, die man auf gar keinen Fall sagen sollte? Auf keinen Fall sollte man sagen: »Du bist ja noch jung. Du kannst ja noch eins kriegen.« Auch vermeiden sollte man den Satz: »Das war doch noch so früh.« Das hilft den Frauen nicht. Denn auch wenn Frauen zu einem frühen Zeitpunkt einen Abgang hatten, waren sie schwanger und haben sich auf ihr Kind gefreut. Weiß man, dass man schwanger ist, hat man doch sofort Bilder im Kopf. Das ist wie ein Versprechen. Plötzlich ist dann das Baby nicht mehr da. Das ist sehr schmerzlich - egal in welcher Schwangerschaftswoche.
Wie gehen Väter mit dem Verlust um? Männer trauern anders als Frauen. Sie flüchten sich oft schneller wieder ins Leben und den Alltag. Ihre Frauen fühlen sich dann oft alleine - dabei trauert ihr Partner genauso, nur eben anders. Deshalb ist es großartig, wenn ein Paar gemeinsam zu unseren Gesprächen kommt.
Begleitet das Team des SkF Frauen nach einer Fehlgeburt auch länger? Manche Frauen kommen nur zu einem Gespräch, andere begleiten wir länger. Viele sogar während der nächsten Schwangerschaft, wenn die Frau Angst hat, dass sie noch einmal ein Kind verliert. Trauer ist lebensbegleitend, sie geht nicht mehr weg, sie wird nur anders. Es hilft, wenn man darüber spricht.