Freitag, 20.09.2019

Was Kinder wirklich brauchen

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Little girl being carried on the beach by her father. She has her head on his shoulder.
Foto: DGLimages
Neu­lich wie­der: Da ist sie mit vol­ler Wucht mit ih­ren Gum­mis­tie­feln in ei­ne Pfüt­ze ge­hüpft. Ihr La­chen, das sc­höns­te Ge­räusch der Welt, hat den laut pras­seln­den Re­gen über­tönt. Dann hat sie Gras und Blät­ter ge­rupft und mit run­ter ge­wa­sche­nen Blü­ten ei­ne Sup­pe ge­kocht. Das Kind braucht manch­mal so we­nig zum Glück­lich­sein.

Das ist vielleicht das Beste, dass das Kind mir beigebracht hat: Dass man die meisten Sachen gar nicht braucht von denen man denkt, dass man sie braucht. Das Kind zeichnet sich aus durch eine besondere Zufriedenheit. Materielle Dinge gehen dem Mädchen völlig ab. Sie ist zufrieden mit dem, das da ist. Und was nicht da ist, erschafft sie mit Hilfe ihrer Fantasie.

Als sie zwei war etwa, liebte sie zu kochen. Und was gibt es für niedliche Spielküchen für Kinder. Aber nein, das Kind hat das nicht gebraucht. Der Sofahocker war ihr Herd, sie mopste sich einen Topf aus der Küche, zerriss Papier in Schnipsel und rührte sie im Topf herum. Und servierte sie später als Nudeln-mit-ohne-Sosse. Das Gemüse aus Holz, die Spielzeug-Eier, der SpielzeugSpeck - all das ließ sie links liegen für ein bisschen Papier. In ihrer Fantasie konnte das alles sein und werden: Grießpudding und sogar Oliven.

Die Freundin meiner Tochter strafte die Nachziehente aus Holz, die wirklich niedlich war, mit Ignoranz - und zog voller Begeisterung wochenlang ein Verlängerungskabel mit Dreifachsteckdose hinter sich her. Dieses leicht siffige Plastikteil liebte sie über alles. In ihrer Welt war das die beste Raupe, die sie sich vorstellen konnte.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, fängt die Baby-Industrie an, einen zu verführen und aufzuschwatzen, was man alles benötigt. Manche Sachen kauft man, weil sie Neu-Eltern mit unsicherem Blick ein Stück Sicherheit geben. Das ist in Ordnung.

Aber es ist auch immer gut, zu überprüfen, was ein Kind wirklich braucht. In der Regel ist das weniger als man denkt. Auf den folgenden Seiten geben sieben Menschen ihre ganz persönliche Einschätzung - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Einfach als Anregung.

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