Mittwoch, 19.09.2018

Auf der Suche nach Betrügern

Mindestlohn im Reinigungsgewerbe (© Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)
Dienstag, 11.09.2018 - 13:38 Uhr

Büros putzen, im Restaurant bedienen, Hauswände mauern - wer arbeitet, soll dafür mindestens eine bestimmte Summe Geld verdienen. Manche Mitarbeiter werden aber von den Chefs betrogen. Der Zoll versucht, den Betrügern auf die Spur zu kommen.

Erwischt! In dieser Putzfirma passiert etwas Verbotenes: Die Beschäftigen haben zum Beispiel Hotelzimmer aufgeräumt oder eine Fabrikhalle geputzt. Aber für diese Arbeit hat ihr Chef ihnen viel zu wenig Geld bezahlt. So etwas ist Betrug!

Denn in Deutschland gibt es ein Gesetz, das regelt, wie viel ein Mitarbeiter mindestens bekommen muss. Es heißt Mindestlohn-Gesetz und bestimmt: Weniger als 8 Euro und 84 Cent pro Stunde dürfen es nicht sein. «Es gibt aber Leute, die versuchen, diesen Mindestlohn zu umgehen», sagt Alwin Bogan. Er arbeitet beim Zoll. Diese Behörde kontrolliert, ob sich alle an dieses Gesetz halten oder nicht.

Ein Trick etwa: «Manche Arbeitgeber schreiben weniger Stunden auf, als tatsächlich gearbeitet wurden», erklärt Alwin Bogan. Oder in einer Gaststätte kassiert der Chef das Trinkgeld für die Kellnerinnen und zahlt davon dann einen Teil des Mindestlohns.

Um solche Betrüger zu erwischen, waren am Dienstag Tausende Zollbeamte unterwegs. «Mit Streifenwagen und in Uniform fahren die Mitarbeiter zu verschiedenen Firmen, um sie zu kontrollieren», erklärt Alwin Bogan. Dort befragen die Zöllner dann jeden einzelnen Mitarbeiter zu seinem Job. Gleichzeitig kontrollieren andere Zollbeamte etwa, wie viele Stunden die Firma für ihre Mitarbeiter aufschreibt. «Wenn das zusammenpasst, ist alles in Ordnung», sagt Alwin Bogan. Wenn nicht, kann die Firma bestraft werden.

Aber warum arbeiten Leute für zu wenig Geld, wenn es ein Gesetz dagegen gibt? «Manche haben Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie sich beschweren», erklärt Alwin Bogan.

Diese großen Kontrollen sollen deshalb auch ein Zeichen an mögliche Betrüger unter den Arbeitgebern sein: Ihr kommt damit nicht durch. Kritiker sagen allerdings: Es werden viel mehr Zollbeamte gebraucht, um mehr Leute zu erwischen. Sie fordern von der Politik, bald zusätzliche Zöllner einzustellen.