Freitag, 16.11.2018

Staustufe Obernau

zurück zur Übersicht

Stauwehr, Schleuse und Kraftwerk

34 Staustufen und Sch­leu­sen ermöglichen die Bundeswasserstraße Main. Der Bau der Staustufe Obernau begann acht Jahre nach der Fertigstellung der ehemaligen Staustufe Mainaschaff im Jahr 1926. Zu der Anlage gehören eine 300 m lange Schleusenkammer mit unterem und oberem Vorhafen, eine Bootsschleuse mit Fischtreppe, die Pegelanlage, das dreifeldrige Trommelwehr und das Kraftwerk auf dem linken Ufer. Neben den Hochbauten erhalten sind noch die Kammern der Schiffs- und der Bootsschleuse. Auch die Getriebe und die Motorenanlagen befinden sind noch weitgehend im Urzustand. Bedient wird die Schleuse aber nicht mehr von Schleusenwärters Töchterlein, sondern ferngesteuert von der Leitzentrale im Bauhof des Aschaffenburger Wasser- und Schifffahrtsamts.

Da die Staustufe Obernau vor allem wegen Frostschäden in ihrem schon ziemlich porösen Kernbeton nicht mehr als ausreichend betriebssicher gilt, sind ca. 160 Meter flussabwärts eine neue, wassergefüllte Schlauchwehranlage zu ebenfalls drei Feldern sowie neue Kammern für die Schiffs- und die Bootsschleuse geplant. Das Planfeststellungsverfahren wurde im August 2017 begonnen.
Weil die neue Kammer der Schiffsschleuse für den Hochwasserabfluss mitgenutzt werden soll, ist das obere Schleusentor, nicht wie das untere als Stemmtor vorgesehen, sondern als Drehsegment-tor.
Das Bauvorhaben soll weitestgehend vom linken Mainufer aus und über eine Behelfsbrücke abgewickelt werden. Als Bauzeit bis zur Inbetriebnahme werden siebeneinhalb Jahre veranschlagt. Danach soll die alte Schleusenkammer noch fünf Jahre lang betriebsbereit gehalten und anschließend über eine Zeit von weiteren zwei Jahren nach und nach verfüllt werden.
Die neue Wehranlage soll über einen barrierefreien und für die Allgemeinheit dauernd zugänglich gehaltenen Wehrsteg von Ufer zu Ufer überbrückt werden.

Außer den notwendigen Anpassungen des unteren Kraftwerkskanals sind an dem 1926 - 1930 errichteten Wasserkraftwerk der Rhein-Main-Donau AG keine Änderungen vorgesehen. Das Kraftwerk verfügt über zwei Kaplan-Turbinen mit einer Ausbauleistung von 3.200 kW, deren Schluckvermögen bei 175 m³/s liegt.


Änderungen vorschlagen:
Fehlt etwas oder sind die Informationen nicht mehr korrekt? Über unser Formular für Änderungsvorschläge können Sie diesen Eintrag aufwerten oder auf Fehler hinweisen.

Ort des Artikels