Montag, 19.11.2018

Felsenmeer

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Klettern zwischen riesigen Felsen

Wer Spannung und Spaß sucht, ist beim Felsenmeer im Odenwald absolut richtig. Die Anfahrt nach Lautertal-Reichenbach wird mit einer faszinierenden Felsenlandschaft aus dunkelgrauem Quarzdiorit belohnt.
Der Sage nach bewarfen sich einst zwei Riesen im Streit mit Felsbrocken und hinterließen die heute als Felsenmeer bekannte Landschaft. Tatsächlich jedoch entstand es vor Jahrmillionen durch sogenannte Wollsackverwitterung. Bei dieser führten physikalische und chemische Prozesse zur Bildung von übereinander gestapelten, kissenartigen Gesteinsbrocken. Durch Einwirkungen des Klimas und die Senkung des Rheingrabens bildeten sich Risse und Klüfte, die das Gestein im Laufe der Zeit in quaderförmige Blöcke zerschnitten.
Die fantasieanregenden Formationen tragen dann auch passende Namen wie Riesensessel, Krokodil, Sarg oder Schiff. Außerdem sind Werkstücke zu entdecken, die von den einstigen Aktivitäten der Römer
und der später ansässigen Steinmetzen zeugen. Da gibt es etwas das Schiff, mit über zwölf Metern das Werkstück mit der längsten durchgehenden Werkkante. Ebenso sehenswert ist eine über neun Meter lange, 27,5 Tonnen schwere Riesensäule, die vermutlich zerteilt und weggeschafft werden sollte. Zumindest ein Teilstück dieser Säule bildet heute den Domstein am Trierer Dom.
Die Gegend hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet für die ganze Familie entwickelt und steht unter Naturschutz. Seit der Jahrtausendwende auch als Natura-2000-Gebiet anerkannt, gehört sie zu einem europaweiten ökologischen Netzwerk zum Schutz der biologischen Vielfalt. Wer das Felsenmeer nicht ganz auf sich gestellt erkunden möchte, folgt einfach dem geologisch-historischen Lehrpfad mit zahlreichen Hinweistafeln. Alternativ gibt es einen Lehrpfad der NABU-Vogelschutzgruppe Reichenbach. Dieser führt unter anderem an einem alten Elektro-Umspannwerk vorbei, das zu einem Hort für Fledermäuse und Eulen umgebaut wurde. Außerdem werden immer wieder geführte Wanderungen angeboten, teils zu festen Terminen, teils auf Abruf oder nach individueller Themenplanung. Schließlich kann man das Felsenmeer auch währdend einer längeren Tour auf dem Nibelungensteig oder dem Alemannenweg kennenlernen, die das Gebiet durchqueren. Und wer zusätzlich klettern möchte, der kann sich am Borstein oder am Hohenstein auf der anderem Talseite erproben.

Unabhängig davon, bietet sich ein Besuch im Geopark Informationszentrum in Lautertal an. Dort erfährt man alles Wissenswerte über seine Entstehung, über die römische Geschichte, die Naturwerkstein-Industrie sowie über die Sagenwelt des Odenwalds.


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Öffnungszeiten

Felsenmeeerinformationszentrum (Seifenwiesenweg 59, 64686 Lautertal):
Sommer: täglich 10:00 - 17:00 Uhr
Winter: am Wochenende 11:00 - 16:00 Uhr

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