Sonntag, 17.12.2017

Aschaffenburg- Eine„Foodsharer-Stadt“

l.schwenold
Donnerstag, 10. 11. 2016 - 15:04 Uhr

Deutschland, knapp 8 Millionen Menschen, die jährlich zwischen 12-18 Millionen kg Lebensmittel-Müll produzieren. Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses und der Verschwendung. Allein in Aschaffenburg wird täglich von lokalen Bäckern so viel Brot weggeworfen, dass die ganze Stad...



Deutschland, knapp 8 Millionen Menschen, die jährlich zwischen 12-18 Millionen kg Lebensmittel-Müll produzieren. Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses und der Verschwendung. Allein in Aschaffenburg wird täglich von lokalen Bäckern so viel Brot weggeworfen, dass die ganze Stadt einen weiteren Tag mit Brot versorgt werden könnte.
Neun Schülerinnen des P-Seminars Erasmus+ der Maria-Ward-Schule, Teil eines von der EU geförderten Projektes rund um das Thema Lebensmittel, samt den Projektleiterinnen Andrea Scholz und Ulrike Reidl hatten daher an einem Dienstagabend eine ganz bestimmte Mission vor Augen. Das Ziel unserer Gruppe: die „Stern“-Kneipe in Aschaffenburg, „Hauptzentrale“ der Aschaffenburger „Foodsharer“ und „Foodsaver“, die Teil einer deutschlandweiten Organisation sind. Hier können angemeldete Nutzer auf einer Plattform Lebensmittel, die sie nicht mehr konsumieren, anderen Plattformnutzern spenden. Mitmachen kann jeder.
Nicht nur „Foodsharer“ sind verantwortlich für den großen Erfolg der Organisation. Den wichtigsten Beitrag leisten vor allem so genannte „Foodsaver“. Diese sammeln Produkte von Supermärkten und Bäckereien ein, die diese nicht mehr verkaufen dürfen oder möchten und die somit ebenfalls im Müll landen würden. Ihre gesamte Ausbeute bringen „Foodsaver“ einer Region zu einer Basis, was beispielsweise eine Kneipe, wie „der Stern“ in Aschaffenburg sein kann. Hier werden die Lebensmittel sortiert und aufbereitet, um kostenlos von jedermann abgeholt zu werden. Das Konzept hat sich bewährt: über 6 Millionen kg Lebensmittel konnten bereits vor der Tonne gerettet werden.
Dementsprechend groß war unser Interesse, „Foodsharing“ in seiner Praxis zu erleben. Nach einem kurzen Vortrag über die Organisation und die Erfahrungen einer aktiven Aschaffenburger „Foodsharerin“ begann pünktlich um 20:00 Uhr das „Event“. Rasch füllte sich der Raum mit Menschen unterschiedlichsten Alters. Binnen Minuten waren die Lebensmittelberge verschwunden. Zeit für uns, den Anwesenden ein paar Fragen zu stellen. In einem, so stellten wir schnell fest, waren sich alle einig: mit „Foodsharing“ kann jeder seinen kleinen Anteil zum Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung beitragen.
Das Erasmus-Team hat einen aufschlussreichen Abend hinter sich. Daher geht unsere Mission weiter. Nun wollen wir sehen, ob wir das Zeug zu echten Lebensmittelrettern haben.
Marie-Luise Popp, Q11, Maria-Ward-Schule
Fotos: Andrea Scholz

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