Samstag, 18.11.2017

„Rumpanschen unter verschärften Bedingungen“

simd
Mittwoch, 30. 03. 2016 - 20:21 Uhr

Die Schüler des Oberstufenkurses „Biologisch-Chemisches Praktikum“ des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach unternahmen eine Exkursion an die Fakultät Chemie der Universität Würzburg. Die Begeisterung der Schüler für experimentelle Praxis erfreute auch Dr...

Die Schüler des Oberstufenkurses „Biologisch-Chemisches Praktikum“ des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach unternahmen eine Exkursion an die Fakultät Chemie der Universität Würzburg. Die Begeisterung der Schüler für experimentelle Praxis erfreute auch Dr. Katja Weirauch, Mitarbeiterin der Chemie-Didaktik. „Es hat Spaß mit euch gemacht“, war das Fazit der Wissenschaftlerin, die gewöhnlicherweise Lehramtsstudenten betreut und prüft. Nach einem Überblick über die Größe des Chemie-Komplexes am Unistandort Hubland konnten die Schüler sofort selbst ans Werk gehen: An Versuchen mit offener Fragestellung, so genannten Egg-Races, durften die Schüler sowohl chemischen Sachverstand beweisen als auch ihrer Kreativität und Kombinationsgabe freien Lauf lassen. Alle hatten ihren Spaß, wobei die Aufgaben teilweise wirklich knifflig waren. Dass nebenbei noch der Lotus-Effekt an selbst hergestellten Fullerenen demonstriert werden konnte, war nicht geplant und dem großen Interesse der Schüler zuzuschreiben. Das Labor konnte jedenfalls ohne größere Verwüstungen hinterlassen werden. Als weiteres Highlight folgte ein Blick hinter die Kulissen „echter“ Forschung. Zwei Doktoranden des Arbeitskreises Würthner führten durch „ihre“ Labore. Der Arbeitskreis befasst sich mit der Entwicklung von organischen Merocyanin- und Perylenbismid-Farbstoffen für z.B. photovoltaische und elektronische Anwendungen. Dementsprechend bunt präsentierten sich die Abzüge und Chromatographiesäulen. Dass es auch in einem Hightech-Labor wuselig zugeht, Cartoons auf Abzugscheiben gezeichnet werden und mitunter kleinere „Betriebsstörfällchen“ auftreten, faszinierte die Schüler sichtlich (Zitat: „Fast wie bei uns, rumpanschen, nur mit giftigen Sachen“). Dass die verantwortliche Lehrkraft diese Aussage so nicht akzeptieren kann, versteht sich von selbst. Die Anregung von Schülerseite, für das HSG ebenfalls ein FE-SEM (Field-Emission Scanning Elektronenmikroskop) und einen Vakuumsublimator anzuschaffen, dürfte beim Sachaufwandsträger eher Kopfschütteln auslösen. Welch immenser Aufwand betrieben wird, um wissenschaftliches Neuland zu erschließen, wurde bei der Führung aber sehr deutlich. Nach einer kurzweiligen Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichte die Schülergruppe am Abend wieder ihren Ausgangsort Erlenbach, erschöpft, aber um spannende Eindrücke vom Uni- und Forschungsalltag reicher. „Die nächste Exkursion kommt bestimmt“, freuen sich die Schüler bereits.Konrad Heß/Dirk Simon

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