Sonntag, 17.12.2017

Die Schönheit des Wortes – Autorenlesung an der FOS/BOS Aschaffenburg

ALElbert
Montag, 24. 11. 2014 - 16:03 Uhr

In Zeiten, die durch digitale, meist audiovisuelle Medien dominiert werden, ist es eine vorrangige Aufgabe der schulischen Bildung, junge Menschen für das Lesen zu motivieren. Im Rahmen des „Bundesweiten Vorlesetages“ am 21...

In Zeiten, die durch digitale, meist audiovisuelle Medien dominiert werden, ist es eine vorrangige Aufgabe der schulischen Bildung, junge Menschen für das Lesen zu motivieren. Im Rahmen des „Bundesweiten Vorlesetages“ am 21.11.2014 erhielt die Berufliche Oberschule Aschaffenburg (FOS/BOS) eine besondere Gelegenheit, dieser Zielsetzung nachzukommen, da zwei Autorinnen aus der Region bereit waren, aus ihren Büchern vorzulesen.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Schulleiterin, Frau Dr. Angelika Rehm, machte Christiane Wagner den Auftakt. Unter dem Pseudonym Christie Ann Kaiser hat die diplomierte Übersetzerin ein Werk mit dem Titel „Der Bastard von Leven“ veröffentlicht. Dieser Roman stellt den ersten Band der Reihe „Die Kämpen Cellingrails“ dar, eine Fortsetzung, „Die Feuerhexe von Madran“, wird in Kürze erscheinen. Wie die Titel bereits andeuten, bewegt sich Kaiser im Feld der fantastischen Literatur. Sie erschafft in ihren Texten eine eindrucksvolle Welt voller Mystik und Zauberkraft, deren Lebendigkeit einen Gegenentwurf zu unserer oftmals emotionslos-technisierten Gegenwart ermöglicht. Damit gelang es ihr wie von selbst, die Zuhörer in ihren Bann ziehen.
Konsequent der Realität zugewandt ist demgegenüber die zweite Literatin, Zoe Ann Tu. Nach dem Abschluss ihres Studiums war sie für internationale Großkonzerne und mittelständische Betriebe tätig, bis sie vor zwei Jahren beschloss, sich neuen Aufgaben zu stellen. Seither arbeitet sie als selbständige Beraterin und Kolumnistin. Ihr Roman „Schwungfeder“ erzählt aus den Lebensgeschichten zweier junger Frauen namens Fei Yu und Jessica, die nur zufällig aufeinander treffen, deren Schicksale jedoch auf geheimnisvolle Weise miteinander verwoben sind. Beide Protagonistinnen verbinden ihre chinesischen Wurzeln, sie sind aber unter völlig unterschiedlichen Bedingungen sozialisiert – Jessica ist in Europa aufgewachsen, Fei Yu in der chinesischen Provinz. Die sich entspinnende Geschichte ermöglicht präzise, kontrastierende Einblicke in zwei Kulturen, die trotz aller Unterschiedlichkeit im Zuge der Globalisierung aufeinander treffen, was einen nachhaltigen Eindruck bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ.
Von besonderem Interesse war anschließend die Frage, wie man es überhaupt schafft, ein Buch zu veröffentlichen, so dass die Herausforderungen und Problemfelder des heutigen Buchmarktes konkret fassbar wurden. Fazit: Die Schülerinnen und Schüler sind für die Schönheit des geschriebenen Wortes zu begeistern – besonders, wenn es so charmant vorgetragen wird.

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