Dienstag, 01.09.2015

Heraeus baut 260 Arbeitsplätze in Hanau ab

Jobs nach Asien verschieben Donnerstag, 07.03.2013 - 22:03 Uhr

Welt­weit 500 He­raeus-Mit­ar­bei­ter - da­von fast 260 am Kon­zern­sitz in Ha­nau - ver­lie­ren in den nächs­ten bei­den Jah­ren ih­re Jobs, gleich­zei­tig sol­len 410 neue Ar­beits­plät­ze ent­ste­hen, vor al­lem in Asi­en. Ve­r­än­de­run­gen der Märk­te mach­ten es er­for­der­lich, Stel­len zwi­schen den Welt­re­gio­nen und Län­dern zu »ver­schie­ben«, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung des Edel­me­tall- und Tech­no­lo­gie­kon­zerns.

Der Arbeitsplatzabbau betrifft die Sparte Materialien und Technologien (Heraeus Materials Technology, HMT). Der Geschäftsbereich stellt High-Tech-Produkte zum Beispiel für die Branchen Chemie, Medizin, Elektronik und Raumfahrt her. Verwendet werden dabei Edelmetalle wie Gold und Silber.
Kündigungen nicht ausgeschlossen
In Deutschland sollen bei HMT 260 Stellen gestrichen werden, der Großteil in Hanau, wie Christoph Ringwald von der Konzernkommunikation gestern bestätigte. Etwa 90 dieser Arbeitsplätze könnten durch »auslaufende befristete Verträge, Fluktuation und Renteneintritte« abgebaut werden.
Für die verbleibenden 170 Beschäftigten werde nach sozialverträglichen Lösungen gesucht, »bevorzugt innerhalb des Heraeus-Konzerns«. Allerdings könnten betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden. Die Situation sei »durchaus schwierig«, räumte Konzernsprecher Ringwald ein. Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat sollen in der kommenden Woche beginnen.
Die Märkte von Heraeus Materials Technology veränderten sich mit hohem Tempo, weshalb der Geschäftsbereich seine weltweite Organisation neu strukturiere, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.
Als Beispiel nannte Christoph Ringwald die bislang von HMT überwiegend aus Gold gefertigten Kontaktdrähte für die Elektrotechnik. Angesichts der hohen Goldpreise fragten Kunden verstärkt nach diesen so genannten Bonddrähten aus günstigerem Kupfer. Das Heraeus-Know-how für Kupfer sei in Asien angesiedelt, so dass auch in diesem Hochtechnologiesegment »Organisation und Abläufe an die Bedürfnisse der Märkte« angepasst werden müssten.
»Entscheidend für die Zukunft«
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, will Heraeus Materials Technology neue Produkte und Anwendungen anbieten und die Kompetenz im Bereich Materialien ausbauen. Das Geschäft wird in vier Divisionen gebündelt, die jeweils weltweit operieren. Der Erfolg der Neuausrichtung sei »entscheidend für die Zukunft der HMT und deren Mitarbeiter«, betont der Konzern. Gabriele Fleckenstein

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