Mittwoch, 05.08.2015

Eingehende Mahnungen »verdrängt«

Amtsgericht: Karlsteinerin zu Geldstrafe verurteilt - Im Internet bestellte Ware nicht bezahlt - Seit Jahren verschuldet

Alzenau Dienstag, 20.12.2011 - 00:00 Uhr

Auf ge­lie­he­nes Geld zu hof­fen, ist kei­ne le­ga­le Ba­sis für Ge­schäf­te. Die­se Lek­ti­on muss­te ei­ne Karl­stei­ne­rin ler­nen, die vom Amts­ge­richt in Al­zenau zu 200 Eu­ro Geld­stra­fe ver­ur­teilt wur­de.

Die Staatsanwaltschaft hatte sie des Betruges bezichtigt, weil sie im März dieses Jahres per Internet zwei Druckerpatronen geordert hatte, ohne das Geld dafür zur Verfügung zu haben. »Zur Verfügung haben« heißt nach Auffassung des Gerichts, das für einen Einkauf erforderliche Geld tatsächlich zu besitzen. Das machten sowohl der Staatsanwalt in seinem Plädoyer als auch die Richterin in der Urteilsbegründung eindringlich klar.
Die Angeklagte, die Hartz IV bezieht und nach eigenen Worten längst den Überblick über ihre Schulden verloren hat, hatte sich zuvor mit dem Hinweis auf ihren Dispositionskredit bei der Bank verteidigt, der ihr die Begleichung der Rechnung über insgesamt knapp 30 Euro ermöglicht hätte. Dann aber habe ihr die Bank überraschend den Dispo gekündigt, sie sei unter der Last ihrer Verpflichtungen zusammen gebrochen und habe eingehende Mahnungen »verdrängt«.
»Schulden fallen nicht vom Himmel«, mahnte der Staatsanwalt. Nach Aktenlage stecke die Angeklagte, die wiederholt eidesstattliche Versicherungen abgegeben und vor 2005 nicht weniger als neunmal unter anderem wegen Betrugs vor Gericht gestanden habe, »seit Jahren bis zum Hals in diesem Schlamassel«.
Zu ihrer Entlastung sei lediglich anzuführen, dass die »Bestellerei« über Internet das Einkaufen ohne Geld viel zu leicht mache. kko

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