Samstag, 23.09.2017

Hösbacher Bürgermeisterduell nur zu Beginn im Angriffsmodus

Mehr als 600 Zuschauer

*lan1309hoes_podium* (© Jürgen Gerlach)
Hösbach Dienstag, 12.09.2017 - 21:20 Uhr

Unser Reporter verfolgte im Hösbacher Kultur- und Sportzentrum eine dreieinhalbstündige Diskussion, die überwiegend von Konsens geprägt war. Offen gebliebene Fragen der Main-Echo-Leser sollen bis zum Wochenende beantwortet werden.

Als Haus­meis­ter Vol­ker Köh­ler am Mon­ta­g­a­bend kurz vor Be­ginn der Po­di­ums­dis­kus­si­on zur Hös­ba­cher Bür­ger­meis­ter­wahl im­mer mehr Stüh­le in die Hal­le schaff­te, stand ein Sie­ger des Abends schon fest: Bei mehr als 600 Zu­schau­ern, die am En­de fast drei­ein­halb Stun­den lang die bei­den Kan­di­da­ten po­in­tiert be­frag­ten und ih­nen ge­dul­dig zu­hör­ten, steht es gut um die po­li­ti­sche Kul­tur im Ort.

Im proppenvollen Kultur- und Sportzentrum kamen auf Einladung der örtlichen Grünen, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, schwerpunktmäßig die Themen Verkehrsbelastung, Bauplätze, Vereinsförderung und Entwicklung der Ortsmitte zur Sprache. Moderator und Grünen-Gemeinderat Gerhard Engel hatte dabei alle Mühe, mit gezielten Nachfragen die kaum merklichen Unterschiede in den inhaltlichen Aussagen von Amtsinhaber Michael Baumann (parteilos) und Herausforderer Frank Houben (CSU) sichtbar zu machen.
Immer wieder betonten beide ihre lange und gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und scheuten sich nicht, sich gegenseitig Recht zu geben. Nur zu Beginn - als Baumann vom Runden Tisch zum Dauerstreit um die Golfplatzwege berichtete - schaltete Houben kurz in den Angriffsmodus: Die Weg müssten jetzt endlich eingezogen werden. Und überhaupt: »Hier in Hösbach dauert Vieles zu lange.« In die selbe Kerbe schlugen zahlreiche Kommentatoren im Live-Blog auf main-echo.de: In Hösbach verliere man zu viel Zeit und Geld mit der Beauftragung von Gutachtern und dem Einsetzen von Runden Tischen, hieß es sinngemäß.
In der Diskussion wurde mehrfach deutlich: Während der Herausforderer eingängige Forderungen formulierte (»Wir brauchen mehr Radwege!«), holte der Amtsinhaber zuweilen weit aus, um akribisch offenzulegen, warum er das auch wolle, es aber bisher nicht umzusetzen gewesen sei. Im Saal kam Gemurmel auf, als Baumann sagte, man wolle sich in Sachen Waldpflege Rat von einem Fachbüro holen. Ansonsten hielten sich hörbare Ablehnung und Applaus für den einen oder anderen Kandidaten die Waage. Kein Wunder: Beide treten für Tempo 30 in ganz Hösbach ein, beide wollen günstigen Wohnraum schaffen und streben ein neues Baugebiet an (beide verweisen auf den dann dort zunehmenden Verkehr), beide wollen den Durchgangsverkehr aus dem Hauptort rausholen, beide bekennen sich zum Feuerwehrhaus-Neubau für Feldkahl und Rottenberg, beide wollen intensiv die befürchtete Verödung der Ortsmitte bekämpfen.
Die meisten der vielen Fragen der Main-Echo-Leser, die die Redaktion vor der Debatte gesammelt hatte und die Chefredakteur Martin Schwarzkopf den Kandidaten stellte, wurden beantwortet. Baumann und Houben haben nun bis zum Wochenende Gelegenheit, offengebliebene Fragen zu beantworten. Die Redaktion veröffentlicht danach sowohl Fragen als auch Antworten im Internet.

bFragen, Antworten und weitere Beiträge zur Bürgermeisterwahl in Hösbach in unserem Dossier: www.main-echo.de
Jens Raab

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