Mittwoch, 08.07.2015

Das erste von drei neuen Salzlagern ist fertig

Der Untermain bildet eine Ausnahme im Zentrallager-System

Halle in Mainaschaff fasst 2000 Tonnen
Samstag, 09. 02. 2013 - 00:00 Uhr

Jetzt kann der Win­ter rich­tig los­ge­hen. Seit An­fang Fe­bruar steht in der Stra­ßen­meis­te­rei Mai­na­schaff ei­ne neue La­ger­hal­le für St­reu­salz, die 2000 Ton­nen fas­sen kann. Zu­dem wur­de die La­ger­ka­pa­zi­tät für flüs­si­ge So­le dort ver­zehn­facht. Dies al­les ist Teil ei­nes neu­en Salz­ma­na­ge­ments für den Win­ter­di­enst in Bay­ern.

Seit 4. Februar wird die neue Halle befüllt. Doch warum erst jetzt und nicht schon zu Beginn des Winters? »Wir hätten die Halle gerne früher gehabt«, sagt Wolfgang Maier vom Staatlichen Bauamt in Aschaffenburg. Doch hatte es Probleme mit der Baufirma gegeben. Diese hat daher erst Mitte November mit dem Bau begonnen. »Dafür haben wir die Halle aber jetzt die nächsten 50 Jahre«, ergänzt Markus Herrmann, Leiter der Straßenmeisterei Mainaschaff.
Salzknappheit vorbeugen
Die Halle ist Teil eines neuen landesweiten Lagerkonzepts für Streusalz, das nach den strengen Wintern 2009/10 und 2010/11 umgesetzt wurde. Die Schneemengen mussten damals mit Radladern und Lastwagen aus den Spessartdörfern herausgefahren werden. Noch schlimmer: Die Lieferanten von Streugut kamen nicht mehr mit den Bestellungen nach. Streusalz wurde knapp und teilweise zu horrenden Preisen gehandelt.
Um einer erneuten Salzknappheit vorzubeugen, wurden in Bayern neun zentrale Salzlagerhallen mit einem Fassungsvermögen von 12 000 bis 57 000 Tonnen gebaut. Von diesen Hallen aus, die insgesamt 280 000 Tonnen fassen, werden die umliegenden Straßenmeistereien bedient. Die Hallen werden im Sommer gefüllt, wenn die Preise niedrig sind.
Fast 500 000 Euro investiert
Das Konzept gilt für ganz Bayern - für den bayerischen Untermain allerdings nicht. Wegen seiner Randlage ist der Bereich des Staatlichen Bauamts in Aschaffenburg zu weit vom nächsten Zentrallager entfernt, das bei Schweinfurt liegt. »Daher dürfen wir unsere Lagerkapazitäten selber erhöhen«, so Wolfgang Maier.
Fast 500 000 Euro hat das Staatliche Bauamt in Mainaschaff investiert. Neben der neuen Salzhalle, die rund 400 000 Euro gekostet hat, wurde auch die Soleanlage für rund 80 000 Euro erweitert. Denn gestreut werden keine Salzkörner, sondern flüssige Salzlauge, die Schnee und Eis schneller antaut. Statt bisher 5000 Liter können jetzt 50 000 Liter Sole in den neuen Tanks und der Aufbereitungsanlage gelagert werden.
Ganz aus Holz gebaut
Das neue Gebäude, das als Reserve für die anderen Salzlager dient, ist 25 Meter lang, 15 Meter breit und 12 Meter hoch. Eine Besonderheit sind die neun Meter hohen Tore. Sie erlauben es den großen Kipplastern, die das Salz anliefern, ihre Fracht direkt in der Halle abzuladen.
Da Salz die Korrosion fördert, wurde beim Bau alles vermieden, was rosten kann, wie etwa Stahlbeton oder Eisenarmierungen. Die Halle ist komplett aus Holz; alle Nägel und Schrauben sind aus rostfreiem Edelstahl.
Neubauten im Kreis Miltenberg
Die Erweiterung in Mainaschaff ist aber nur der erste Schritt. Insgesamt will das Staatliche Bauamt seine Lagerkapazitäten am bayerischen Untermain von bisher 3200 auf 7500 Tonnen erhöhen. Im Sommer soll die Salzlagerhalle in Miltenberg abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch in Obernburg soll eine größere Halle entstehen. In beiden Hallen werden dann jeweils 2000 Tonnen gelagert, mehr als doppelt so viel wie bisher.
Im Durchschnitt benötigt das Bauamt 4000 Tonnen Streusalz pro Winter, jedoch können diese recht unterschiedlich ausfallen. Im vergangenen Winter waren er nur 2400 Tonnen, in den beiden Extremwintern davor 8600 und 8800 Tonnen. In diesem Winter wurden bereits 2500 Tonnen verbraucht. Josef Pömmerl

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