Dienstag, 26.09.2017

Lindholz direkt und Klein über die Liste

Bundestagswahl: Aschaffenburger Berlin-Tickets voraussichtlich für die Kandidaten der CSU und der FDP

(© Thomas Jungewelter)
Aschaffenburg Dienstag, 05.09.2017 - 19:50 Uhr

Wenn And­rea Lind­holz am Mor­gen des 25. Sep­tem­ber die Au­gen auf­schlägt, wird sie zwei­er­lei Glück­wunsch ent­ge­gen neh­men kön­nen: zum 47. Ge­burts­tag und zum Wie­de­r­ein­zug in den Bun­des­tag. Denn dass die von der CSU auf­ge­s­tell­te Gold­ba­cher Rechts­an­wäl­tin den Wahl­kreis Aschaf­fen­burg ge­winnt, gilt mit Blick auf frühe­re Er­geb­nis­se als si­cher.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann auch Karsten Klein schon vor dem Wahltag sein Ticket nach Berlin buchen: Der Aschaffenburger FDP-Kandidat und frühere Landtagsabgeordnete wird zwar das seit 1949 mit Hugo Karpf stets der CSU zugefallene Direktmandat deutlich verfehlen, jedoch über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag einziehen - vorausgesetzt, die FDP überwindet erwartungsgemäß im Bund die Fünf-Prozent-Hürde und sammelt zugleich im Freistaat mehr als zwei Prozent der Zweitstimmen ein. Der 39-jährige Diplomkaufmann steht auf Listenplatz 2.
Wieder zwei Abgeordnete
Damit wäre der Wahlkreis nach fünf Jahren wieder mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten. Bis sie 2012 ein Jobangebot aus der Wirtschaft annahm, hatte die Grüne Christine Scheel aus Hösbach-Rottenberg bei fünf Wahlen jeweils ein Listenmandat gewonnen, erstmals 1994. Für die Aschaffenburger SPD saß bis 1976 vier Legislaturperioden lang der Eisenbahngewerkschafter Philipp Seibert im Parlament - Bayerns Sozialdemokraten hatten dem Frankfurter einen Platz auf ihrer Landesliste überlassen.
Zum Direktmandat: Bei der Bundestagswahl 2013 gewann die CSU 89 der 90 bayerischen Wahlkreise. Auch Aschaffenburg: In der Nachfolge von Norbert Geis holte Andrea Lindholz in Stadt und Kreis 52,4 Prozent der Erststimmen, mehr als doppelt so viel wie der Sozialdemokrat Andreas Parr, für den sich 25,1 Prozent der Wähler entschieden.
Alexander Mosca Spatz, der junge SPD-Kandidat im Jahr 2017, wird an diesem Wert gemessen werden. Genau wie Parr kann er nicht hoffen, dass ihm ein gutes Zweit-stimmenergebnis seiner Partei zum Listenmandat verhilft. Denn aktuell hat die Bayern-SPD in Berlin 22 Mandate, Mosca Spatz steht auf Platz 42 der Landesliste.
Nicht abgesichert
Ähnlich Niklas Wagener, dessen Onkel Stefan Wagener als grüner Direktkandidat vor vier Jahren 8,0 Prozent der Erststimmen gewann: Die bayerischen Grünen, derzeit mit neun Abgeordneten im Bundestag, haben den 19-Jährigen auf Platz 18 gesetzt.
Eine Landesliste mit 20 Namen hat die Linke in Bayern, ihr Aschaffenburger Kandidat Georg Liebl ist nicht darunter. Die AfD hat ihren Kandidaten Andreas Kropp ebenfalls nicht auf der Liste abgesichert. Der Landesparteitag vergab stattdessen Platz 22 an den einstigen Kreisvorsitzenden Johannes Normann.
Bei der ÖDP hat der Aschaffenburger Bernhard Schmitt Listenplatz 9. Dass die Partei in den Bundestag einzieht, gilt jedoch als ausgeschlossen. Weit abgeschlagen rangierte vor vier Jahren die MLPD, die den Aschaffenburger Bendrick Arnold jetzt auf Listenplatz 18 führt: Im ganzen Wahlkreis sammelten die Marxisten-Leninisten 75 Stimmen, die auf einen Anteil von 0,06 Prozent umgerechnet wurden.
Parteilose Einzelbewerber wie Ralf Lembach und Tim Leder spielen bei Bundestagswahlen erfahrungsgemäß keine Rolle.

Lesen Sie hier den Kommentar von Thomas Jungewelter

bMehr Bundestagswahl im Internet: www.main-echo.de
Thomas Jungewelter

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