Dienstag, 26.09.2017

B26-Ausbau: Grüne Kampagne der Befürworter

Darmstädter Straße: Initiative Pro Ausbau mit »ökologischem Anstrich« - Plakate, Videos, und Facebook-Auftritt

(© Stefan Gregor)
Aschaffenburg Dienstag, 29.08.2017 - 19:35 Uhr

Es wird eng in Aschaf­fen­burgs Fuß­g­än­ger­zo­nen und an den La­ter­nen­mas­ten: Knapp vier Wo­chen vor dem Bür­ger­ent­scheid zur B 26 ha­ben am Mon­ta­g­a­bend die Be­für­wor­ter des Aus­baus ih­re letz­te Wer­be­pha­se ge­star­tet.

»Wir wollen eine positive Kampagne, die in die Zukunft blickt und die Chancen betont«, unterstrich Karsten Klein, der Sprecher der Initiative, die Zielrichtung. Die Stärkung der B 26/Darmstädter Straße als wichtige Verbindung zwischen Stadt und Umland sowie die Möglichkeit, ein attraktives »Eingangstor« zur Stadt zu schaffen - das stellt die Gruppe als zentrale Punkte heraus.
Werbeagentur beauftragt
Verantwortlich für die Kampagne zeichnet die Aschaffenburger Werbeagentur B 2 Communication. Deren Geschäftsführer Bastian Bieber erklärte den rund 15 Mitgliedern des Arbeitskreises am Montag, er wolle »einen hohen Media-Druck« erzeugen. Dabei wolle er mit Fakten und Emotionen arbeiten.
Wie für die Gegner ist auch für die Ausbaubefürworter der Park Schönbusch ein großes Thema. Bieber will »belastbare Fakten« anbieten. Gerade auf Facebook habe sich schon eine intensive Diskussion entwickelt. »Aber da gibt es nur schwarz oder weiß - und sehr viele sind nicht richtig informiert«, glaubt er festgestellt zu haben.
Daher soll deutlich werden, dass der Ausbau nicht in den Schönbusch eingreife. »Das war ja die Prämisse für den Gutachter«, sagt Klein. Mehr noch: Nur der Ausbau der Straße biete überhaupt die Chance, die historische Allee wiederherzustellen, so der Historiker und Journalist Peter Körner, der sich der Initiative als »Testimonial« zur Verfügung gestellt hat.
Eigene Webseite
Auf der Webseite »stoppdenstau.de« hat Werber Bieber ein »Vorher-Nachher-Szenario« eingebaut, das den jetzigen und den geplanten Stand gegenüberstellt.
»Was ist mit Radwegen«, verwies Hanns-Martin von Truchseß auf eine für viele entscheidende Frage. Dazu sagte Stadtentwicklungsreferent Bernd Keßler, dass es auf der Waldfriedhof-Seite der Straße einen durchgehenden und 3,50 Meter breiten sowie in beide Richtungen zu befahrenden Radweg gebe. Keßler stellte im Übrigen klar, dass er nicht als Mitglied der Initiative spreche, sondern als Vertreter der Stadtverwaltung an der Sitzung teilnehme, um Sachfragen zu klären.
Ein weiteres Thema unterstrich Unternehmer Martin Suffel: »Wir wollen keinen vierspurigen Ausbau bis zum Stadtring.« Wohl aber in Richtung B 469, damit der Verkehr von und zu den Gewerbegebieten im Hafen dorthin abfließt. »Dann läuft es auf dem Rest bis zur Stadt auch zweispurig flüssig.«
Neben die Fakten stellt die Agentur die Emotionen. Das beginnt mit der grünen Einfärbung des Logos »B 26 Initiative Pro Ausbau« (Bieber dazu: »Die Initiative bekommt einen ökologischen Anstrich«) und führt zu »Geschichten« rund um die B 26.
So hat Bieber zum Beispiel eine Frau gefunden, die sagt, sie frage sich, ob sie ihren Job noch beibehalten kann, weil sie durch den Stau auf der Darmstädter Straße ihre Kinder nicht rechtzeitig abholen könne. Und ein Busfahrer ärgert sich im Film über die Verspätungen durch den stockenden Verkehr.
OB Herzog als »Bürger«
Weitere Videos sind schon gedreht und werden nach und nach veröffentlicht, beispielsweise eines mit Klaus Herzog, der als »Bürger« auftritt. Als Oberbürgermeister muss er allerdings, da Abstimmungsleiter, neutral bleiben.
Für die Kampagne wenden die Befürworter nach Angaben von Karsten Klein »eine fünfstellige Summe« auf. Dafür bekommen sie ein breites Bündel an Werbekanälen.
Ganz klassisch gehört die Werbung mit Anzeigen und Flyern, Plakaten, Großflächen und Infoständen dazu, aber auch Online-Werbung ist ein wichtiger Bestandteil. Neben der Website startet an diesem Freitag zusätzlich eine Facebook-Seite. Bieber hofft, dass sich dann ein Großteil der Auseinandersetzung auf dem sozialen Kanal abspielt. »Damit wir jeweils die richtigen Argumente dagegen halten können.«

bIm Internet: www.stoppdenstau.de
Klaus Gast

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