Freitag, 31.07.2015

Fragen zur Darmstädter Straße

Bürgerversammlung: Nur rund 30 Männer und Frauen diskutieren über Weiterentwicklung von Nilkheim und Leider

Bürgerversammlung für Leider und Nilkheim Freitag, 12.04.2013 - 00:00 Uhr

Die Bayern in der Fußball-Champions League - oder Flächen­nut­zungs­plan? Für die Bür­ger von Lei­der und Nilk­heim war die Ent­schei­dung ein­deu­tig. Nur rund 30 Zu­hö­rer woll­ten am Mitt­woch­a­bend im Nilk­hei­mer Bür­ger­haus mit der Stadt­ver­wal­tung dis­ku­tie­ren, wie sich ih­re Stadt­tei­le bis zum Jahr 2030 ent­wi­ckeln sol­len.

Was die Wahl beeinflusst haben mag: Weder in Nilkheim noch in Leider stehen Änderungen bevor, die noch nicht bekannt sind. An 13 Stellen wollen die Planer den Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1987 ändern, fast überwiegend handelt es sich dabei um redaktionelle Festlegungen, häufig wird nur nachvollzogen, was in der Realität bereits entstanden ist.
Zu den beiden einschneidendsten Vorhaben gab es ebenfalls keine Einwände. Natürlich setzt der Flächennutzungsplan das neue Nilkheimer Siedlungsgebiet fest, das unter anderem im Rahmen der Planungswerkstatt vor einigen Jahren erarbeitet wurde.
Erster Entwurf vor Sommerpause
Neu war in diesem Zusammenhang nur die Ankündigung von Stadtentwicklungsreferent Bernd Keßler, noch vor der Sommerpause den ersten Bebauungsplanentwurf im Stadtrat zur Diskussion zu stellen. Danach können die Nilkheimer in einer eigenen Anhörung den Vorschlag begutachten. Unstrittig war am Mittwoch auch das geplante neue Gewerbegebiet. Fast 30 Hektar sollen am Kompostwerk an der Obernburger Straße entstehen. Insgesamt benötigt die Stadt bis 2030 gut 32 Hektar, um alle erhofften Neuansiedlungen von Gewerbebetrieben unterzubringen. Die jetzt gefundene Fläche soll den Obernauer Mainbogen ersetzen, für den es keine politischen Mehrheiten gibt. In der Nachbarschaft des Kompostwerkes sollen vor allem größere Firmen Platz finden. »Grundstücke von 5000 oder 10 000 Quadratmeter können wir an anderen Stellen anzubieten«, so Planungsamtsleiter Dirk Kleinerüschkamp.
Die einzigen Fragen drehten sich um die Zukunft der Darmstädter Straße. Der neue Flächennutzungsplan markiert lediglich den vom Stadtrat beschlossenen vierspurigen Ausbau zwischen Waldfriedhof und der Brücke über die Hafenbahn mit »einem dickeren gelben Strich« (Keßler). Wegen mehrerer kritischer Nachfragen griff Oberbürgermeister Klaus Herzog mit einem eindeutigen Bekenntnis in die Diskussion ein: »Es ist nicht das Ziel der Stadt, die Darmstädter Straße über den beschlossenen Abschnitt hinaus vierspurig auszubauen.«
»Freistaat muss Farbe bekennen«
Wenn der Freistaat Bayern, wie zuletzt mehrfach befürchtet, an einem weiteren vierspurigen Ausbau in Richtung Innenstadt und in Richtung B 469 interessiert ist, müsste er nach Ansicht Keßlers jetzt Farbe bekennen. Die Behörden haben den Entwurf des Flächennutzungsplanes erhalten und sollen ihre Wünsche und Änderungsvorschläge einbringen. Schon bald würde dann deutlich, ob es von staatlicher Seite Forderungen nach einem weiteren Straßenausbau gibt. Klaus Gast

Ort des Artikels

Aschaffenburg

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