Freitag, 03.07.2015

Aschaffenburger Millionenbetrüger Kiener drohen 200 Jahre Haft

Anklage in den USA
Freitag, 08. 02. 2013 - 23:07 Uhr

Dem Aschaffenburger Millionenbetrüger Helmut Kiener drohen 200 Jahre Haft. Staatanwälte in den USA haben Kiener am Donnerstag unter anderem wegen Geldwäsche und Bankbetrugs angeklagt. Derzeit verbüßt der Betrüger eine mehrjährige Gefängnisstrafe, zu der ihn das Landgericht Würzburg 2011 verurteilt hatte.


Bilderserie: "Kiener-Prozess in Bildern", Patrick Wötzel


Die Staatsanwaltschaft in Philadelphia habe den 53-jährigen Aschaffenburger, der in Deutschland im Gefängnis sitzt, unter anderem wegen Geldwäsche und Bankbetrugs angeklagt, teilte das amerikanische Justizministerium am Donnerstag auf seiner Webseite mit.

Behörde nennt Barclays Bank, Bear Stearns und BNP Paribas

Der Hedgefonds-Manager Kiener und sein amerikanischer Komplize John C. Tausche (61) sollen laut der amerikanischen Anklagebehörde damals auch US-Finanzunternehmen getäuscht haben. In der Mitteilung werden Barclays Bank, Bear Stearns und BNP Paribas genannt. Laut einem Schreiben der Behörde (siehe Anklageschrift) hat Kiener einen Schaden von 311 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) verursacht. Bei einem Schuldspruch in den USA drohe Kiener eine Höchststrafe von 200 Jahren Haft, fast acht Millionen Dollar (umgerechnet rund sechs Millionen Euro) Bußgeld plus Schadensersatzansprüche.

Der zuständige Staatsanwalt Zane Memeger wolle die Auslieferung Kieners beantragen, teilte das Justizministerium in Washington mit. Da Deutsche nicht in Länder außerhalb der EU ausgeliefert werden, muss der Aschaffenburger allerdings wenig befürchten, solange er nach seiner Haftentlassung nicht in die USA reist.

Der frühere Finanzmanager und Anlageberater Kiener war bereits im Juli 2011 vom Landgericht Würzburg schuldig gesprochen worden, mit den von ihm gegründeten  "K1-Fonds" fast 5000 private Kleinanleger und Banken um rund 300 Millionen Euro geprellt zu haben. Er hatte die Verluste seiner in der Karibik beheimateten Fonds verschleiert und ihren Wert durch gefälschte Unterlagen manipuliert. Vom den erschlichenen Geld waren nur 2,5 Millionen übrig geblieben. Zwar legte der Diplom-Psychologen damals vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab. Allerdings beteuerte Kiener, es nicht von Anfang an auf Betrug abgesehen zu haben. Das Strafmaß betrug zehn Jahre und acht Monate in Haft.

Luxusleben auf dem Godelsberg und in Florida

Mit den erschwindelten Millionen finanzierte sich Kiener, ein gebürtiger Oberpfälzer, einen luxuriösen Lebensstil auf dem Aschaffenburger Godelsberg und in den USA - inklusive zweier Privatjets, einem Hubschrauber und einer 20 Millionen Dollar teuren Villa in Florida. Das Geld verwendete er aber auch für soziale Zwecke in unserer Region: Der Kirchenfreund hatte 300.000 Euro für Sanierungen in seiner katholischen Gemeinde Maria Geburt im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim gespendet. Auch einen Kirchenbildband und Veranstaltungen des Würzburger Musikerstammtisches, bei dem er sang, soll er finanziell unterstützt haben.

Kiener war Inhaber zweier gefälschter Konsularausweise aus Lettland und eines Diplomatenpasses aus dem westafrikanischen Staat Guinea-Bissau. Letzteren soll Kiener gekauft haben, hieß es in einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Der angebliche Diplomatenstatus hatte dem Familienvater Kiener schon nach seiner Verhaftung in Deutschland nicht geholfen - er wollte damit seine Freilassung erwirken.

Nina Lenhardt (Ouellen: dpa,US-Justizbehörde )

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