Mittwoch, 29.07.2015

Bei Kontrolle kein Messer gesehen

Gericht: Angeklagter ist eine Stunde vor den Stichen von der Polizei durchsucht worden - Die Waffe kurz weggelegt?

Eine Stunde vor Messerstecherei von Polizei kontrolliert Mittwoch, 05.12.2012 - 18:30 Uhr

Ei­ne Stun­de vor der Mes­ser­s­te­che­rei im Aschaf­fen­bur­ger Ross­markt ist der An­ge­klag­te von der Po­li­zei kon­trol­liert und durch­sucht wor­den. Ran­da­lie­rend war der jun­ge Mann durch die In­nen­stadt ge­zo­gen, hat­te Pas­san­ten an­ge­pöb­elt und ge­gen Schau­fens­ter­schei­ben ge­t­re­ten. Ein Mes­ser hat­te er da nicht bei sich, sag­te am Mittwoch ei­ner der Beam­ten vor der Ers­ten Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts aus.

Ob dies bei der Suche nach der Wahrheit eine Rolle spielt, ist nicht klar. Kurz vor der Kontrolle war ein Streifenwagen am Angeklagten vorbeigefahren. Möglicherweise sah der 22-Jährige die Polizisten, warf das Messer weg und holte es sich später wieder. Sicher ist das aber nicht.
Gehört werden sollten gestern die drei jungen Männer, mit denen der angeblich vom Angeklagten Verletzte in der Silvesternacht unterwegs war. Sie haben wohl am besten gesehen, was in dieser Nacht passiert ist. Zwei von ihnen kamen nicht zur Verhandlung, der Dritte - ein 18-Jähriger aus dem Kreis Miltenberg - schob die Schuld eindeutig dem Angeklagten zu: Gesehen habe er, dass der heute 22-Jährige das Messer zunächst zog, um den später Verletzten einzuschüchtern.
Während der Auseinandersetzung habe der Angeklagte auch als Erster zugeschlagen. Allerdings habe sich das spätere Opfer gewehrt: Der frühere Boxer habe zweimal kräftig mit der Faust zugeschlagen. Der Angeklagte sei davon in die Knie gegangen, habe dann aber das Messer aus der Tasche gezogen und zugestochen.
Auf die Frage des Verteidigers Rainer Erich Platz stritt der Zeuge ab, selbst aktiv an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein: Ein Jahr zuvor war der Zeuge mit dem Angeklagten schon einmal in eine Schlägerei verwickelt gewesen.
Ein 27-jähriger Passant hatte die Streithähne auseinandergezogen. Seiner Erinnerung nach hatten sich die Parteien dabei gegenseitig beschuldigt, zugestochen zu haben.
Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.
Wolfgang Dreikorn

Ort des Artikels

Aschaffenburg

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