Samstag, 04.07.2015

»Einmal so bekannt wie Tesa werden«

Porträt: Die Firma Plasti-Dip beliefert vom Untermain aus den europäischen Markt mit Produkten aus Flüssiggummi

25-Jähriger startet von Aschaffenburg aus durch
Donnerstag, 15. 12. 2011 - 00:00 Uhr

»Un­se­re Mar­ke soll ein­mal so be­kannt wer­den wie Te­sa oder Uhu«, hat sich Mar­cus Be­ne­dict fest vor­ge­nom­men. Der 25 Jah­re al­te Ge­schäfts­füh­rer der Plas­ti-Dip Deut­sch­land GmbH mit Sitz in der Aschaf­fen­bur­ger Dal­berg­stra­ße hat sich mit dem Ver­trieb von Flüs­sig­gum­mi­pro­duk­ten inn­er­halb von nur drei Jah­ren von der Ein-Mann-Fir­ma mit Büro im ei­ge­nen Wohn­zim­mer zum Un­ter­neh­mer mit elf Mit­ar­bei­tern hoch­ge­ar­bei­tet.

In den USA gilt Plasti-Dip seit den 1970er-Jahren als Premiummarke, die in Industrie, Handwerk, in Baumärkten und bei Privatkunden einen festen Kundenstamm besitzt. Benedict ist 2008 mit Hilfe seines Vaters Michael auf die hoch spezialisierten Produkte, die es in Sprühdosen und zum Aufpinseln gibt, aufmerksam geworden. Benedict sicherte sich die Lizenzen zur Einführung auf dem deutschen Markt und ist heute Generalimporteur für ganz Europa.
Zwei Produktlinien vertreibt die Aschaffenburger Firma. Zum einen Flüssiggummi, der zur Beschichtung von Metall, Holz, Glas oder Stein eingesetzt wird. Zum anderen Flüssigisolation, die vor elektrischen Spannungen schützt und aufgetragen wird auf Kabel, Stecker, Leiterplatten oder andere stromleitende Produkte.
Gummi schützt vor Stromschlägen
Herkömmliche Materialien aus dem Alltag werden mit flüssigem Gummi wieder funktionsfähig, rutschen nicht mehr, sind vor Stromschlägen geschützt. Benedict nennt Beispiele: Rasenmäherkabel, Gitterroste für Kaffeemaschinen, Werkzeuge, Stecker, Autoteile, Elektronikbauteile aus dem Modellbau - all diese Dinge lassen sich per Sprühknopf oder mitgeliefertem Tool mit einer dünnen Gummihaut überziehen - und das in verschiedenen Farben.
Benedicts Kunden kommen aus der Industrie, beispielsweise der Elektronik- oder Automobilbranche, und aus dem Handel, hier derzeit vor allem aus dem Modellbau und Hobbybereich. Ab Januar sollen die Sprühdosen mit den bunten Deckeln auch in einer namhaften Baumarktkette im Regal stehen.
»Wir suchen langfristige Kooperationspartner«, erklärt Benedict sein Geschäftsprinzip, zu dem er auch »eine möglichst hohe Eigenkapitalquote« zählt. Eine eigene Marketingabteilung sorgt für die passende Platzierung und Werbung im Markt. Den Onlineshop, den Benedict im Frühjahr startete, will er jetzt auslagern und professionell betreuen lassen.
Dosen werden in der Türkei gefüllt
2010 hat Plasti-Dip Deutschland eine Firma in der Türkei eröffnet. In der Nähe von Izmir füllen unter Regie von Michael Benedict je nach Auftragslage drei bis fünf Mitarbeiter das aus den USA importierte Rohmaterial in Dosen ab und schicken sie dann nach Obernau, wo sie auf 1500 Quadratmetern gelagert und für den Versand innerhalb Europas fertiggemacht werden.
Das schnelle Wachstum macht es nötig, dass Benedict verlässliche Partner im europäischen Ausland sucht: »Alleine können wir das nicht mehr schaffen, auch Sprachhürden und spezielle Ländervorgaben stehen im Weg.« Deshalb hat er Lizenzen nach Ungarn, in die Slowakei und Türkei vergeben. In Kürze folgen Griechenland und Russland. Die Aschaffenburger Zentrale unterstützt die Vertriebspartner und beliefert sie von Obernau aus.
»Jung, dynamisch, innovativ« charakterisiert Geschäftsführer Benedict sein Team. »Wir sind auf der Überholspur, aber wir leisten auch viel«, gibt sich der Unternehmer selbstbewusst.
Auf der Überholspur mag auch das neueste Produkt aus dem Haus Plasti-Dip bald rollen: eine mattschwarze Folie, die flüssig auf Autofelgen aufgesprüht wird, waschanlagenfest und langlebig sein soll und zudem ohne Rückstände auch wieder abzuziehen ist. Cornelia Müller

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