Samstag, 23.09.2017

Robert Bauer: "Ich möchte positive Nachrichten aus Leidersbach"

Bürgermeisterwahl: CSU-Kandidat setzt auf aktive Mitarbeit von Bürgern und Vereinen

Leidersbach Donnerstag, 14.09.2017 - 18:55 Uhr

Robert Bau­er hat es ger­ne, wenn al­les sc­hön sau­ber und or­dent­lich ist. Der 54-Jäh­ri­ge greift mit Freu­de zum Staub­sau­ger oder schiebt den Ra­sen­mäh­er über das Grün rund um das sehr al­pen­län­disch an­mu­ten­de Holz­haus in Lei­ders­ba­cher Höh­en­la­ge. Am meis­ten aber mag der CSU-Kan­di­dat es, Fens­ter zu put­zen - ob­wohl die­se übe­rall mit Spros­sen ver­se­hen sind.

»Dafür gibt es doch diese Wischer«, erklärt er - und wundert sich über die erstaunte Nachfrage.
Zum Gespräch hat der gelernte Bekleidungstechniker alles gemütlich hergerichtet. Er hat die Hausschlappen angezogen, Kuchen besorgt, Kaffee steht in einer Thermoskanne fertig auf dem gedeckten Tisch. Ein Broschüre über den Panorama-Besinnungsweg und die Einladung zur Familienwanderung am Samstag auf demselben liegen griffbereit.
»Das ist wie Urlaub«
Robert Bauer hatte die Idee für den Weg - und hat ihn vor einigen Jahren gemeinsam mit den Vereinen gestaltet. Bis heute mäht er auch dort den Rasen. Nach getaner Arbeit sitzt er oft auf der Bank und genießt die Aussicht auf den Ort. »Das ist wie Urlaub«, sagt Bauer. »Leidersbach ist meine Heimat, hier habe ich Familie und Freunde.« Sechs Jahre lang war er Vorsitzender des Vereinsrings, hat in dieser Zeit zwei Heimatfeste organisiert. Das alles habe ihm riesigen Spaß gemacht, meint der 54-Jährige. »Deswegen ist mir der Gedanke gekommen, dass ich der Gemeinde etwas zurückgeben müsste.«
Den letzten Ausschlag habe schließlich der Tod von Bürgermeister Fritz Wörl gegeben. »Ich habe gut und eng mit ihm zusammengearbeitet«, erzählt Robert Bauer. »Er hat mich beim Panoramaweg toll unterstützt.« Der CSU-Kandidat will dem Verstorbenen eine Tafel am Weg widmen. Was er an Wörl und seiner Arbeit besonders geschätzt hat? »Er konnte gut und locker mit den Bürgern umgehen. Das möchte ich weiterführen.«
Kommunalpolitisch ist der 54-Jährige ein absoluter Neuling. In die CSU ist er erst kurz nach dem Tod Wörls eingetreten. Um Parteipolitik geht es Robert Bauer aber nach eigenem Bekunden gar nicht. Gerade auf Gemeindeebene hält er eine Einheitsliste für die beste Option: »Man sollte doch Personen wählen, keine Parteien.« Die brauche man in der Kommunalpolitik nicht.
Dass Robert Bauer nun dennoch bei der CSU gelandet ist, liege daran, dass er sich zu den Christsozialen »mehr hingezogen« fühlt. Sein Großvater war einmal zweiter Bürgermeister, sein Vater und sein Bruder Christian waren für die CSU im Gemeinderat. »Deswegen scheue ich mich nicht vor der Aufgabe als Bürgermeister«, erklärt der Bekleidungstechniker.
Zeit hat gefehlt
Dass er bislang zwar in einigen Vereinen, nicht aber in der Politik aktiv war, erklärt Robert Bauer mit fehlender Zeit. Schon 2014 habe Fritz Wörl ihn gebeten, im Rat mitzuarbeiten. »Aber ich war für die Firma viel im Ausland und hätte zu oft gefehlt«, erläutert er. »Wenn ich etwas mache, dann mit Hand und Fuß.« Inzwischen haben sich seine beruflichen Rahmenbedingungen geändert. Nachdem die Fridolin Bauer GmbH Anfang des Jahres Insolvenz hatte anmelden müssen, führt Christian Bauer das ehemals familieneigene Modeunternehmen alleine weiter. Sein Bruder Robert arbeitet inzwischen in der Schnitttechnik einer anderen Bekleidungsfirma im Kreis.
Auf das Familienunternehmen und die Insolvenz lässt sich Bauer nur ungern ansprechen. Am liebsten würde er das Thema ganz ausklammern: »Das geht mir immer noch sehr unter die Haut.« Und: Mit seiner Kandidatur habe es nichts zu tun, im Wahlkampf nichts verloren.
Positive Nachrichten
Robert Bauer hat andere Vorstellungen davon, was wichtig für die Gemeinde ist. Zum Beispiel, dass es positive Nachrichten aus Leidersbach gibt. Gute Politik bedeutet für ihn, viel auf die Menschen zu hören: »Alle sollten einverstanden sein«, sagt er. »Wir brauchen Bürger, die hinter dem Bürgermeister stehen.«
Die Zusammenarbeit mit den Einwohnern der Gemeinde betont der 54-Jährige immer wieder. So will er das Hochwasserproblem mit ihnen gemeinsam in den Griff bekommen (»Die Leute müssen sich untereinander helfen und selbst machen, was sie machen können.«), aber auch die Sanierung der Ortsdurchfahrt im Schulterschluss mit den Bürgern verwirklichen. Was diese zum reibungslosen Straßenbau beitragen können? Diese Katze will Robert Bauer nicht recht aus dem Sack lassen: »Ich habe da so meine Ideen«, verspricht er.
Auch für die Weiterentwicklung des Tourismus setzt der CSU-Kandidat auf den Einsatz von Bürgern und Vereinen. Man könne gemeinsam das Dorf verschönern, die Plätze attraktiv gestalten, für den Ort werben. Und dann ist Robert Bauer wieder bei seinem Lieblingsprojekt: »Am Panoramaweg hat man gesehen, wie gut Vereine und Gemeinde zusammenarbeiten können.«

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