Sonntag, 02.08.2015

Trotz Klage baut Eon Mas­ten für neue Hoch­span­nungs­lei­tung

Während Wörther Klage weiter bei Gericht anhängig ist, wachsen Strommasten in die Höhe

in Wörther Ge­mar­kung Freitag, 08.03.2013 - 00:00 Uhr

Un­ge­ach­tet des beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen an­hän­gi­gen Kla­ge­ver­fah­rens hat der Eon-Kon­zern da­mit be­gon­nen, in der Wört­her Ge­mar­kung Mas­ten für die neue Hoch­span­nungs­lei­tung zwi­schen Aschaf­fen­burg und Großh­eu­bach zu er­rich­ten. »Der In­ves­tor baut auf ei­ge­nes Ri­si­ko«, stell­te Bür­ger­meis­ter Er­win Dot­zel in der Bür­ger­ver­samm­lung am Mitt­woch im Pfar­rer-Ker­ber-Saal klar.

Wie mehrfach berichtet, verlegt Eon die 110-Kilovolt-Freileitung im Maintal zwischen Erlenbach und Röllfeld auf die linke Mainseite. Dort wird die Trasse auf bis über 30 Meter hohen Strommasten entlang der Bundesstraße 469 an Wörth vorbei geführt, um südlich von Trennfurt wieder den Main zu überqueren. Der Wörther Stadtrat klagte im März 2012 gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung, desgleichen die Nachbarstädte Erlenbach und Klingenberg, die aber später wieder zurückzogen.
Widerstand formierte sich in Wörth wie auch in Erlenbach von Seiten direkt betroffenener Anwohner. Ihre Hauptsorge: Elektrosmog. Legt man einen Toleranzabstand von 200 bis 600 Metern zugrunde, sind in Wörth vor allem das Anwesen Möller (Äußere Mühle), die Aussiedlerhöfe Albrecht und Arnheiter, die Kleintierzuchtanlage sowie große Teile des Wohngebiets Wörth-West tangiert.
»Die Reaktion der Wörther Bevölkerung ist verständlich«, erklärte der Bürgermeister, »der Trassenverlauf wird für unsere Stadt langfristig Nachteile bringen.« Er erinnerte auch daran, dass die Stadt schon seit dem Bekanntwerden der ersten Planungen vor über 16 Jahren gefordert hatte, die Stromleitung in die Erde zu verlegen - stets vergeblich. Aktuell dürfen Erdkabel nicht das 2,75-Fache einer Freileitung kosten, um überhaupt als Alternative in Betracht zu kommen - das gilt aber nicht für »Altverfahren«.
Wenig Aussicht auf Erfolg
Entsprechend skeptisch äußerte sich Dotzel über die Erfolgsaussichten vor dem Verwaltungsgerichtshof. »Eon hat das Szenario mit seinen Juristen sicher genau durchgespielt«, meinte er, »trotzdem können die Richter noch gegen die Trasse entscheiden.«
Da die Klage jedoch keine aufschiebende Wirkung hatte, schafft der Stromkonzern in der Landschaft jetzt Tatsachen. Offenbar haben sich die meisten Wörther damit schon abgefunden - Wortmeldungen hierzu gab es keine mehr. Jürgen Schreiner

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