Mittwoch, 02.09.2015

»Das stinkt zum Himmel« - Problem Hundekot

Verschmutzte Gehwege ärgern Anwohner - Statt Bußgeldern bislang nur Appelle an Hundehalter

Verschmutzte Gehwege ärgern Kleinheubacher Anwohner Freitag, 08.03.2013 - 00:00 Uhr

Das Pro­b­lem ist ist übe­rall, alt­be­kannt und un­ge­löst - Hun­de­hau­fen auf Geh­we­gen und Grün­flächen fin­den sich nicht al­lein in den Mit­g­lieds­ge­mein­den der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Klein­heu­bach. Doch dort är­gern sich im­mer mehr Be­woh­ner dar­über, dass ein­fach nichts ge­schieht. »Das stinkt zum Him­mel und nie­mand fühlt sich an­ge­spro­chen«, heißt es von ei­ner Bür­ge­rin, die nicht na­ment­lich ge­nannt wer­den möch­te.

»Am Ende lassen die noch absichtlich vor unserem Haus kacken«, begründet sie die gewünschte Anonymität.
Und tatsächlich sind manche Stellen mitten in Wohngebieten oder an den Ortsrändern geradezu öffentliche Hundetoiletten. »Wir sind damals extra hierher gezogen, weil die Spielstraße Am Bettler so schön im Grünen liegt. Doch jetzt haben wir die Hunderennstrecke direkt vor der Nase«, beklagt sich Stephanie Endres. »Unsere Kinder sind noch klein und passen nicht immer auf, wo sie hintreten. Oft kommen sie dann mit dem Hundedreck in Schuhen und Klamotten nach Hause.«
Viele Betroffene wie Stephanie Endres schlucken ihren Ärger lieber runter, als sich mit Hundehaltern anzulegen. Meistens erwische man die Besitzer, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht wegräumen, ohnehin nicht »auf frischer Tat«. Die Gemeinde setzt auf Vernunft der Hundehalter, Sanktionen und Bußgelder sind noch nie verhängt worden: »Es stimmt, dass es immer wieder Beschwerden gibt,« sagt Ruth Dosch von der VG Kleinheubach zu. Deshalb würden regelmäßig Informationen im Amtsblatt veröffentlicht, in denen sie an die Vernunft der Hundehalter appelliere. »Vor ein paar Jahren haben wir sogar mal alle Hundehalter angeschrieben, denn wir möchten das in gütlicher Weise regeln«, so die Leiterin des Bürgerbüros.
Um zum Beispiel Bußgelder zu verhängen, brauche sie eine entsprechende Anweisung »von oben«. Bürgermeister Stefan Danninger, von unserer Zeitung auf die Problematik angesprochen, wollte sich dazu nicht äußern. Die von der Gemeinde aufgestellten Hundeboxen sind nur begrenzt wirksam. Viele Hundehalter ignorieren die Boxen mit Plastiktüten und die dazugehörigen Abfallbehälter. Gelegentlich werden die Plastiktüten zwar benutzt, aber einfach an Ort und Stelle »entsorgt«, so dass sie sich »dekorativ« an Bäumen und Sträuchern hängend wiederfinden.
Ein Haufen bleibt selten allein
Egon Reus, ein Hundehalter aus Rüdenau macht sich Gedanken um die Entsorgung der Hinterlassenschaften seines Husky-Mischlings, hat aber mit seinem Wohnort Glück. »Wir wohnen direkt am Wald und außerdem ist unser Chicco viel in seinem Freilauf«, sagt er. Einen Hund in einem größeren Ort oder gar in der Stadt zu halten, wäre für Reus nicht in Frage gekommen. »Deshalb heißt es ja auch Gassi gehen, weil die Hunde dann eben auf die Gass’ machen.« Hunde verrichteten ihr Geschäft einmal am Tag und meistens eben genau dort, wo schon andere hingemacht haben, so Reus: »Die Männchen wollen die Gerüche eines anderen immer überlagern.«
Übertrieben findet er es zwar, wenn sogar am Waldrand eine Hundebox steht, gibt sich als Hundehalter aber trotzdem vorbildlich: »Man sollte schon immer eine Tüte dabei haben, um das frisch Gemachte gleich wegzuräumen.« Marc Heinz

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