Sonntag, 05.07.2015

Firma Kettinger zieht von Freudenberg nach Bürgstadt

Dichte Dächer und glatte Fugen
Freitag, 08. 02. 2013 - 00:00 Uhr

Seit dem Neu­bau Mit­te der 90er Jah­re hat die Fir­ma Ket­tin­ger vier­mal an­ge­baut und er­wei­tert. In­zwi­schen ist je­der Quad­r­at­me­ter der Grund­stücks im Ge­wer­be­ge­biet ne­ben der Fir­ma Rauch be­legt. Weil die Stadt Freudenberg trotz jahrelanger Suche von Geschäftsführer Matthias Dürr kein Grundstück für den notwendigen Neubau anbieten konnte, hat der sich umgesehen und ist im Industriegebiet Bürgstadt fündig geworden.

Das Grundstück hat das Unternehmen bereits gekauft, im Sommer soll der Neubau beginnen.
Mit der Abwanderung des Vliesvertriebs wird die Stadt Freudenberg ihren zweitgrößten Arbeitgeber verlieren. Eine Position die Kettinger-Geschäftsführer Dürr selbstbewusst hervorhebt, auch wenn der Abstand zum größten Arbeitgeber der Stadt, der Firma Rauch, beträchtlich ist. Derzeit beschäftigt Kettinger 18 Mitarbeiter. »Wir hätten schon mehr, aber wir haben einfach keinen Platz«, sagt Dürr, der zusammen mit seinem Schwager Simon Kettinger die Firma leitet.
Seit 27 Jahren verkauft und konfektioniert Kettinger in Freudenberg Vliesstoffe für verschiedene Anwendungen im Baubereich. Begonnen hatte Firmengründer Hans-Peter Kettinger 1985 mit dem Vertrieb von Glasfaser-Vliesen zur Abdichtung von Flachdächern. »Die Idee war einfach, aber erfolgreich«, sagt Matthias Dürr. Die Hersteller lieferten die Stoffe auf dicken Rollen mit vielen Hundert Laufmetern. »Damit konnte kein Dachdecker etwas anfangen. Mein Schwiegervater versorgte den Baustofffachhandel mit handlichen Rollen«, so Dürr.
Zu den Spezialvliesen für Flachdächer sind bis heute zwei weitere Anwendungsbereiche dazugekommen. Die drei Geschäftsfelder sind laut Dürr etwa gleichstark. Für den Innenausbau und Trockenbau liefert Kettinger Fugen- und Bewehrungsstreifen, Rieselschutzvliese, Akustikfilze und Dämmmatten, aber auch Malervlies, Rohfilzpappe und Milchtütenkartons als Abdeckmaterial. Jüngstes Betätigungsfeld sind die sogenannten Geotextilien, die im Straßen und Tiefbau zum Einsatz kommen. Je nach Material verbessern diese Matten die Tragfähigkeit von schwierigem Untergrund oder verhindern, dass später Unkraut durch Schotterflächen oder gar Asphaltdecken wächst.
Andere Vliese halten Feuchtigkeit in Drainageschichten oder sorgen an neu angelegten Straßenböschungen für Stabilität. Hier hat das Unternehmen seit wenigen Wochen auch Kokosmatten als Ergänzung der bewährten Kunst- und Glasfaservliese im Programm. »Die verhindern Erosion solange die Erde nackt ist, lösen sich aber mit der Zeit auf. Doch bis dahin ist die Böschung längst grün und stabil«, beschriebt Dürr den Einsatz.
Rund zwei Millionen Quadratmeter Vlies von etwa 20 verschiedenen Herstellern hat Kettinger in seinen beiden Lagern in Freudenberg und Bad Salzuflen ständig vorrätig. Beliefert wird der Baustofffachhandel deutschlandweit sowie das angrenzende Ausland. Das Standardsortiment geht binnen 24 Stunden in die Fachmärkte oder direkt auf die Baustellen, erläutert Dürr. Wichtig sei jedoch auch die Fähigkeit Sonderanforderungen in Maßen, Farbe oder Eigenschaften erfüllen zu können: »Wir liefern auch lila Maiglöckchen.« Dazu brauche man Lagerplatz, sagt er und zeigt auf eine blaue Rolle: »Die Farbe verkaufen wir ein-, zweimal im Jahr.«
Ein echter Massenartikel sind dagegen die Fugenbänder, die im Trockenbau für das Verspachteln von Gipskartonplatten benötigt werden. Rund eine Million Rollen pro Jahr stellt Kettinger davon her; aus Papier, aus Glasfaservlies oder mit Alubeschichtung zum Kantenschutz. Die Röllchen mit fünf Zentimer Breite sind die kleinsten Artikel im Sortiment; bei den Geovliesen reichen die Rollenbreiten bis 5,40 Meter.
Das Wachstum der vergangenen Jahre und die vergebliche Suche nach einem Bauplatz in Freudenberg hat die Geschäftsführung jetzt zu einer sehr vorausschauenden Grundstückspolitik bewogen. 1,5 Hektar ist das neue Grundstück neben dem Tankhersteller Ziemann und Bauer groß, 3500 Quadratmeter hat man derzeit in Freudenberg. Die neue Halle wird 5500 Quadratmeter groß, 1300 Quadratmeter Lagerfläche hat Kettinger derzeit in Freudenberg und noch weitere 600 Quadratmeter in zwei Außenlagern.
»Wir haben Reserven eingeplant«, sagt Matthias Dürr, der fest damit rechnet, dass das Wachstum der vergangenen Jahre weitergeht. Nach dem Umzug Ende 2014 nach Bürgstadt werde er auch zwei neue Mitarbeiter einstellen. »Die könnten wir heute schon brauchen, aber wir haben einfach keinen Platz für ihre Schreibtische.« Georg Kümmel

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