Sonntag, 05.07.2015

Kriminalpolizei ermittelt wegen Vorfällen im Kindergarten

Leiterin des Bettinger Kindergartens hat drei Kindern den Mund zugeklebt - Mann erstattet Strafanzeige

Kindergarten Bettingen
Samstag, 26. 01. 2013 - 00:00 Uhr

Zu den Vor­wür­fen we­gen un­ge­eig­ne­ter Er­zie­hungs­me­tho­den am städ­ti­schen Kin­der­gar­ten in Bet­tin­gen sind neue De­tails be­kannt ge­wor­den. Die Lei­te­rin des Kin­der­gar­tens hat sich der Stadt Wert­heim ge­gen­über zu den An­schul­di­gun­gen ge­äu­ßert. Sie hat­te drei Kin­dern den Mund mit Te­sa­film zu­ge­k­lebt. Dies be­stä­tig­te die Pres­se­sp­re­che­rin der Stadt, An­ge­la Stef­fan.

Tesafilm gegen Schimpfworte?
Weitere Einzelheiten aus dem Gespräch der Erzieherin mit ihrem Arbeitgeber wollte Steffan nicht preisgeben. »Wir haben auch eine Fürsorgepflicht für unsere Bediensteten«, betonte sie. Auch die Kriminalpolizei beschäftigt sich seit Kurzem mit den Vorfällen im Bettinger Kindergarten. Der Leiter des Wertheimer Polizeireviers, Albrecht Bausback, bestätigte unserer Zeitung, dass ein Mann am Mittwoch telefonisch Anzeige erstattet hat. Dabei habe er sich auf den Bericht der Wertheimer Zeitung bezogen. »Er äußerte sich zu dem Fall in ähnlicher Weise«, sagte der Erste Polizeihauptkommissar.

Kriminalbeamte haben sich für Montag im Wertheimer Rathaus angekündigt. Am Abend will OB Mikulicz in der Gemeinderatssitzung einen Sachstandsbericht vortragen, teilte die städtische Pressesprecherin mit.

Der Bayerische Rundfunk hatte am Donnerstag auf seiner Internetseite gemeldet, dass das Zukleben der Kindermünder »aus Sicht der erfahrenen Erzieherin ein Versuch war, ein Problem spielerisch in den Griff zu bekommen«. Die Kinder sollen laut Informationen des Bayerischen Rundfunks »nicht nur gestört, sondern schon länger mit Schimpfwörtern in Fäkalsprache um sich geworfen haben«.

Die Erzieherin, die voriges Jahr von der Stadt für ihre 40-jährige Dienstzeit ausgezeichnet worden war, wollte sich am Freitag gegenüber unserer Zeitung nicht zu dem Fall äußern. Auch der Elternbeirat des Kindergartens wollte zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme abgeben. Sein vorrangiges Ziel sei es, die Kinder zu schützen. Die Vorfälle wurden der Stadt Anfang Januar gemeldet. Es habe allerdings erst einmal keine Reaktion gegeben, heißt es aus Kreisen der betroffenen Eltern. Derzeit stünde der Elternbeirat aber in ständigem Kontakt mit der Stadtverwaltung.

Angela Steffan wies den Vorwurf zurück, dass die Verwaltung nicht sofort reagiert hat. Die Stadt habe das Schreiben des Elternbeirats am 8. Januar zur Kenntnis bekommen. Schon am nächsten Tag habe man Kontakt zur Elternbeiratsvorsitzenden aufgenommen. Am Freitag, 18. Januar, gab es dann eine Informationsveranstaltung, bei der außer dem Elternbeirat des Kindergartens auch Vertreter der Verwaltung teilgenommen haben.

Beide Erzieherinnen des Kindergartens sind noch krank geschrieben. Zwei Aushilfen betreuen derzeit die 23 Kinder in Bettingen. »Für die nächsten drei Wochen ist für Ersatz gesorgt«, sagte Angela Steffan. Die Stadt arbeite weiterhin an einer dauerhaften Personallösung für den Kindergarten. Laut Wertheims Oberbürgermeister Stefan Mikulicz würden sich die Leute, die in der Verwaltung mit den Kindergärten betraut sind, derzeit mit nichts anderem beschäftigen.

Das Landesjugendamt in Stuttgart prüft die Vorwürfe gegen die Kindergartenleiterin. Die Behörde wird immer dann tätig, wenn der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung vorliegt. Laut Angela Steffan hat die Stadt bis zum 31. Januar Zeit, eine Stellungnahme abzugeben.

Die Hauptaufgabe des Jugendamts besteht laut Pressesprecherin Heide Trautwein darin, »Missstände aufzuklären und sicherzustellen, dass das Kindeswohl gewahrt bleibt«.
Boris Dauber

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