Freitag, 28.08.2015

Staatsanwalt ermittelt gegen Erzieherinnen

Kindergarten: Verdacht auf Körperverletzung im Amt

Kindergarten Bettingen Dienstag, 19.02.2013 - 00:00 Uhr

Die Staats­an­walt­schaft Mos­bach hat ge­gen die zwei Er­zie­he­rin­nen des städ­ti­schen Kin­der­gar­tens in Bet­tin­gen, die Kin­dern den Mund mit Te­sa­film zu­ge­k­lebt ha­ben sol­len, ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Laut Ober­staats­an­walt Franz-Jo­sef Hee­ring wur­den Ver­neh­mun­gen in Auf­trag ge­ge­ben, de­ren Er­geb­nis der Be­hör­de aber noch nicht kom­p­lett vor­lä­gen. Die Er­mitt­ler ge­hen dem Ver­dacht der Kör­per­ver­let­zung im Amt nach.

Wie aus Kreisen der Elternschaft zu erfahren war, sind sowohl die betroffenen Kinder als auch der Elternbeirat bereits von Kriminalbeamten zu der Sache befragt worden. Oberstaatsanwalt Heering betonte, dass weiterhin die Unschuldsvermutung gilt. »Jetzt muss man die Aussagen erst in Ruhe prüfen.« Dies will die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen und Wochen tun. Ein Mann hatte bei der Wertheimer Polizei telefonisch Anzeige erstattet.
Neue Kindergartenleiterin
Der Bettinger Kindergarten hat seit 14 Tagen eine neue Leiterin. Die Erzieherin hat ihre Ausbildung laut der städtischen Pressesprecherin, Angela Steffan, in Wertheim absolviert und danach ein Sozialpädagogik-Studium abgeschlossen. Zusammen mit den beiden Vertretungskräften, die seit Ende Januar im Bettinger Kindergarten eingesetzt sind, bildet sie das neue Erzieherinnen-Team. »Eine qualifizierte Betreuung der Kinder ist damit gewährleitstet«, sagte Steffan unserer Zeitung.
Die beiden früheren Erzieherinnen in Bettingen waren seit Bekanntwerden der Vorfälle krank geschrieben. Eine der beiden ist seit gestern aus dem Krankenstand zurück. Sie werde im Kinderhaus Reinhardshof eingesetzt, teilte Steffan mit. Einem betroffenen Elternteil zufolge ist im Bettinger Kindergarten wieder Ruhe eingekehrt, seitdem die Erzieherinnen ausgetauscht wurden.
Nachdem die Vorwürfe gegen die Frauen im Januar an die Öffentlichkeit gekommen waren, hatten Fernsehteams die Einrichtung belagert und versucht, Kinder zu interviewen. Die ehemalige Leiterin des Kindergartens hat ihrem Arbeitgeber gegenüber zugegeben, drei Kindern den Mund mit Tesafilm zugeklebt zu haben. Boris Dauber

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