Samstag, 29.08.2015

Vertrauen wieder herstellen

Kommentar zum möglichen Fehlverhalten der Erzieherinnen Dienstag, 22.01.2013 - 22:35 Uhr

Die Währung zwischen Eltern und Erziehern ist Vertrauen. Nicht umsonst heißt es, dass Eltern ihre Kinder dem Kindergartenpersonal anvertrauen. Wenn dieses Vertrauen gestört ist, muss alles dafür getan werden, es wieder herzustellen. Offenbar ist das Vertrauen der Eltern in die Erzieherinnen des Bettinger Kindergartens derzeit gestört.

Manche lassen ihre Kinder lieber zu Hause, statt sie in die Obhut der Kindergärtnerinnen zu geben. Von ungeeigneten Erziehungsmethoden ist die Rede: Kindern soll der Mund zugeklebt worden sein. Zudem heißt es, dass Kinder eingesperrt worden wären.

Sichere Erkenntnisse, ob die Anschuldigungen zutreffen, gibt es noch nicht. Die Stadt Wertheim ist als Träger des Kindergartens eingeschaltet. Oberbürgermeister Stefan Mikulicz möchte den Vorwürfen auf den Grund gehen. Unzeitgemäße Erziehungsmethoden seien nicht tolerierbar, betont er.

Unabhängig davon, ob sich die Anschuldigungen als wahr erweisen, ist der Schaden schon jetzt immens. Wer seinen Nachwuchs in den Kindergarten bringt, erwartet, dass das pädagogische Konzept der Einrichtung mit dem eigenen konform geht. Allein der Verdacht, dass dem nicht so sein könnte, dass den eigenen Kindern unter Umständen gar Schaden zugefügt wird, genügt bereits, um das Vertrauen zu erschüttern.

In mehreren Gesprächen mit Vertretern der Stadt hat der Elternbeirat des Kindergartens auf das Problem hingewiesen. Aktuell sind vorübergehend zwei neue Erzieherinnen in Bettingen im Einsatz. Das ist ein richtiger erster Schritt, um das Vertrauen der Eltern zurückzugewinnen. Darüber hinaus gilt es, die erhobenen Vorwürfe zu ergründen und eventuelle Verstöße dienstrechtlich zu ahnden.

In Bettingen schießen derzeit allerlei Gerüchte ins Kraut. Die Stadt hat deshalb auch die Aufgabe, die Erzieherinnen aus der Schusslinie zu nehmen, bis die Ermittlungen zu einem Ergebnis gekommen sind. Mit Vorverurteilungen ist niemandem geholfen.

Boris Dauber
 

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