Freitag, 04.09.2015

Weihnachten hoch sieben in Freudenberg

Feiertage: Die siebenfache Mutter Sylvia Holzmann hat vorm Fest viel zu tun, lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen

Wie Sylvia Holzmann das Fest vorbereitet Mittwoch, 12.12.2012 - 00:00 Uhr

Ih­re But­ter­plätz­chen muss Syl­via Holz­mann vor Weih­nach­ten mehr­mals ba­cken. »Die sind im­mer gleich auf­ge­ges­sen.« Die 44-Jäh­ri­ge hat sie­ben Kin­der - der Äl­tes­te ist 23, die drei Jüngs­ten sind acht Jah­re alt. Im Ad­vent hat die Freu­den­ber­ge­rin viel zu tun, nimmt die vor­weih­nacht­li­chen Pf­lich­ten aber lo­cker.

Sylvia Holzmann backt zwar öfter als manch andere Mutter, hat dafür aber genügend fleißige Helfer. Mit Ausnahme der beiden ältesten Söhne werkelt die ganze Familie zusammen. Verschiedene Sorten mit Marmelade und Butterplätzchen kommen in der Holzmannschen Weihnachtsbäckerei aufs Blech. »Wir machen nur Plätzchen, die sich ausstechen lassen«, sagt Sylvia Holzmann. »Alles andere ist langweilig.«
Familienplanung abgeschlossen
Ganz so groß, wie sie heute ist, hatte sich die 44-Jährige ihre Familie nicht vorgestellt. »Für mich war die Familienplanung nach den ersten drei Kindern abgeschlossen.« Die drei Großen - Simon (23), Dominic (22) und Lisa Hausmann (19) - stammen aus erster Ehe.
Nachdem die Freudenbergerin den Sozialpädagogen Bernhard Holzmann (41) geheiratet hatte, bekamen die beiden Tochter Nadja, heute elf Jahre alt. Für sie wollte das Paar damals ein Geschwisterchen. Das Ergebnis: Die Drillinge Nina, Larissa und Moritz. Sich um drei Babys zu kümmern, sei viel Arbeit gewesen, aber nichts im Vergleich dazu, drei Achtjährige im Haus zu haben.
Der Advent sei nicht mehr oder weniger anstrengend als der Rest des Jahres. »Weihnachten ist nicht stressiger, nur weil man viele Kinder hat«, sagt Holzmann, die sich noch gut an das erste Weihnachtsfest mit Sohn Simon erinnert. Ob am Feiertag eines oder sieben Kinder am Tisch sitzen, sei egal. Es sei lauter und weniger besinnlich, aber das mache niemanden etwas aus.
Viel Zeit braucht die siebenfache Mutter, um Geschenke zu kaufen. Die Tage, als sie mit schweren Tüten bepackt nach Hause kam, sind allerdings vorbei. »Mir kommt es sehr entgegen, dass es das Internet gibt«, sagt Holzmann, die inzwischen alles online kauft. Wenn die Kinder schlafen, setzt sie sich an den Computer und stöbert durch virtuelle Spielwaren-, Bücher- oder Elektronikgeschäfte.
Den Adventskalender am Küchenfenster hat Sylvia Holzmann selbst genäht: kleine bunte Säckchen, die an einer Kordel hängen. Die Freudenbergerin näht Kinderkleidung, Taschen und Deko, die sie im eigenen
Laden verkauft.
Ein paar Sachen stehen noch auf Sylvia Holzmanns vorweihnachtlicher To-Do-Liste: einige Male Plätzchen backen, auf den Weihnachtsmarkt gehen, Nikolausbrunch mit den Paten aller Kinder - eine Tradition im Hause Holzmann. Und die Geschenke einpacken, die nach und nach per Post eintrudeln.
Inzwischen schreiben Nadja, Larissa, Nina und Moritz keine Wunschzettel mehr - sie glauben nicht mehr ans Christkind. Stattdessen sagen sie den Eltern, was sie sich wünschen. Nadja hätte gerne eine große Lavalampe und einen Tablet-PC, Nina einen »elektrischen Hund«, der laufen kann. Und eine Stereoanlage. Die wünschen sich auch Larissa und Moritz.
Lange aufbleiben
In einer Sache sind sich die Drillinge und Nadja einig: das Beste an Weihnachten sind die Geschenke. Und lange aufbleiben zu dürfen. »Wir schlafen dann alle zusammen auf dem Sofa ein«, erzählt Nina.
Kuchen und Plätzchen
Heilig Abend feiern Holzmanns immer zu Hause. Während die Eltern mit den vier Jüngeren in die Kindermette gehen, legen die erwachsenen Geschwister die Geschenke unter den Baum. »So ist das Christkind immer schon da gewesen, wenn wir von der Kirche kommen«, sagt Sylvia Holzmann.
Vor der Bescherung gibt es Kuchen, Plätzchen und etwas Warmes zu trinken. Am ersten Weihnachtsfeiertag besucht die ganze Familie die Oma, die am 25. Dezember Geburtstag hat. Später komme der Schwiegervater zum Essen, sagt Holzmann. Pute oder Truthahn stehen auf dem Weihnachtsmenü.
Einen Plan für die Zeit, wenn ihre Großen eigene Familien gegründet haben, hat Holzmann schon: »Dann laden wir uns Weihnachten bei den Kindern ein«.
Nicole Koller

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden
cancel-circle circle-left
Anzeige