Samstag, 05.09.2015

Dunkle Wolken am Himmel über der Firma Atec

Wirtschaft: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet -  Metallspezialist soll aber wieder auf Kurs kommen

Kreuzwertheim-Wiebelbach Donnerstag, 05.08.2010 - 00:00 Uhr

»Es ist richtig, dass für die Firma Atec Anlagentechnik AG in Kreuzwertheim am 28. Juli ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet wurde«, bestätigte gestern Rechtsanwalt Dr. Markus Schädler auf Anfrage unserer Zeitung. Der Partner in der Sozietät Bendel & Partner in Würzburg wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Aufträge eines Großkunden fehlen
In finanzielle Schieflage geriet der metallverarbeitende Betrieb, der 1998 in einer gemieteten Halle in Bestenheid begann und seit 2004 in einem eigenen Produktionsgebäude im Gewerbegebiet Wiebelbach beheimatet ist, wegen der Wirtschaftskrise: Bereits 2008 habe der größte Kunde des Unternehmens für das Folgejahr deutlich weniger Aufträge angekündigt, sagte Schädler. Den »drastischen Rückgang« habe das Unternehmen nicht kompensieren können. Gegenüber dem Vorjahresmonat sei etwa im Januar 2009 der Auftragseingang um 80 Prozent zurückgegangen.
Neue Führung eingesetzt
Verschärft wurde die Situation, als an Silvester 2008 der technische Vorstand Reinhold Pfenning plötzlich verstarb. Die Firmengründer Pfenning und der verbliebene kaufmännische Vorstand Herbert Haider hielten rund 30 Prozent der Anteile an der nicht börsennotierten AG. »Die Mehrheit liegt in anderen Händen«, erklärte der Anwalt. Diese Mehrheit beschloss im Juni, den kaufmännischen Vorstand von seinen Aufgaben zu entbinden und setzte den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Patrick Weimer als kommissarischen Vorstand ein. »Am 5. Juli habe ich auf Beschluss des Aufsichtsrats die Geschäftsführung endgültig übernommen«, erklärte Weimer im Gespräch mit unserer Zeitung. Der neue Vorstand war es dann auch, der am 26. Juni das Insolvenzverfahren für die Firma beantragte.
Nach übereinstimmender Aussage von Weimer und Schädler ist die Auftragslage des Unternehmens, das 33 Mitarbeiter beschäftigt, recht gut. Beide gehen davon aus, dass keine Entlassungen notwendig werden. Die vorfinanzierten Löhne für den vorigen Monat seien gestern angewiesen worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter mit. Wichtig sei, dass der Spezialist für Abkant-, Schweiß- und Laserteile schnell Kunden gewinne.
Geschäftsführer zuversichtlich
Die Substanz und die Fähigkeiten seien gut, sagen Weimer und Schädler. Der Insolvenzverwalter bescheinigt dem Unternehmen eine gute Zukunft. Es gebe bereits Interessenten, die den Betrieb kaufen wollten. Es sei aber denkbar, dass die Firma in der derzeitigen Struktur fortgeführt werde. »Dafür sind noch eine ganze Reihe von Gesprächen mit Gläubigern, potenziellen Investoren und den Mitarbeitern notwendig«, erklärte Weimer. Er versicherte, dass Geschäftsführung und Aufsichtsrat die für alle Seiten beste Lösung finden wollen. Während Schädler davon ausgeht, dass ab 1. Oktober ein offizielles Insolvenzverfahren eröffnet werde, sagte Weimer, dass eine geringe Chance besteht, dieses abzuwenden: Alles sei vom Auftragseingang in den nächsten Monaten abhängig.
Peter Riffenach

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