Dienstag, 07.07.2015

»Leute lustig, fröhlich und glücklich«

Trotz schlechten Wetters 73 kostümierte Gruppen vor der Jury

Weiberfasching in Lohr
Samstag, 09. 02. 2013 - 00:00 Uhr

Pi­ra­ten sind völ­lig »out«, Vam­pi­re und Zom­bies »in« und Tie­re ein Dau­er­b­ren­ner. Bunt, fröh­lich und aus­ge­las­sen fei­er­ten Hun­der­te ko­s­tü­mier­te Frau­en (und vie­le Män­ner) am Don­ners­tag in der Fuß­g­än­ger­zo­ne und den Alt­stadt­kn­ei­pen Wei­ber­fa­sching. Die Dis­kus­si­on im Vor­feld über die Müll­ber­ge zeig­te Wir­kung:


Bilderserie: Thomas-Josef Möhler

Sie waren deutlich kleiner als 2011 und 2012. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, sagte der städtische Pressesprecher Dieter Daus.
73 Gruppen ließen sich von der im Saal des alten Rathauses tagenden Jury für die Maskenprämierung um Mitternacht registrieren. Im Vorjahr waren es 83, 2011 sogar 95. In der Innenstadt waren aber wesentlich mehr Kostümgruppen unterwegs.
Nach den Worten von Wirtesprecherin Margitta Gottschalk lassen sich viele nicht registrieren, weil sie glaubten, ohnehin keine Chance zu haben, oder weil sie vor der Prämierung wieder nach Hause fahren. Dazu habe in diesem Jahr auch das Wetter beigetragen: »Der Schneefall hat uns ganz schön 'reingehauen.«
Der Stellenwert, den der Weiberfasching in Lohr mittlerweile erreicht hat, zeigten die vielen auswärtigen Gruppen. »Kontaktklebertuben« waren aus Neuhütten angereist, »Rambouräpfel« aus Rothenbuch, »Schildkröten« aus Partenstein, »Fliegenpilze« aus Frammersbach, »Roboter« aus Steinfeld, »verrückte Affen« aus Neuendorf, »Pantomimen« aus Marktheidenfeld.
Auch die Stadtteile waren stark vertreten. Zwei Mal wurde der Festbierskandal aufgegriffen. Als »Keiler« kostümiert hatten sich drei Frauen aus der Innenstadt, doch das Logo des früher in Lohr gebrauten Bieres auf ihren Bäuchen war mit »WÜ-Brüh« überklebt. Aus der Lindig-Siedlung kamen sechs Frauen als »schwarze Schafe«, Hofbräu-Flaschen in der Hand und Schilder mit »Skandal« und »Verrat« um den Hals.
Die im Kino und Fernsehen schon wieder abebbende Vampirwelle schwappte auch in den Lohrer Weiberfasching. Mehrere Gruppen machten als Blutsauger, Untote und Zombies die Innenstadt unsicher. Eine Gruppe Vampirdamen hatte sogar ihr Essen mitgebracht: einen Mann.
Tierkostüme waren wieder ein Renner. Es wimmelte nur so von Krokodilen, Schafen, Eisbären, Raben, Kraken, Wildschweinen, Zebras, Glücksbärchen, Igeln, Spinnen und Kühen. Eine Lohrer Gruppe kam gleich als ganzer Zoo mit Elefant und Giraffe: »Wenn wir in Lohr schon kein Kino und keine Disco haben, wollen wir wenigstens einen Zoo.«
Begeistert vom närrischen Treiben auf dem Marktplatz, das sich auch vom zeitweilig heftigen Schneefall nicht beeindrucken ließ, war Stadtrat Ernst Herr, der nach dem Erlass städtischer Auflagen als Sponsor eingesprungen war (siehe »Hintergrund«). Er freue sich, dass wieder so viele gekommen seien, die sich schön kostümiert hätten, so Herr.
Beim den Verschmutzungen war eine deutliche Entspannung zu spüren. Wesentlich weniger Scherben, Flaschen und Dosen lagen auf dem Altstadtpflaster. »Man merkt, dass die Besucher aufpassen«, sagte Herr. Der diesjährige Weiberfasching sei ein »Erfolg für Lohr und den Fasching«.
Für sein Engagement durfte Herr den Beifall der Menge einheimsen: »Er hat den Weiberfasching gerettet«, stellte Margitta Gottschalk ihn bei der Demaskierung vor. Am Mittwochmorgen war die Wirtin des »Schönbrunnens« zufrieden: »Die Leute waren lustig, fröhlich und glücklich.«
Zelt auf dem Schlossplatz?
Zudem habe nicht so viel Müll herumgelegen wie in den Vorjahren, »höchstens noch ein Drittel.« Bereits in der Nacht hätten die Mitarbeiter des Bierwagens vor dem alten Rathaus und des »Rathauscafés« gekehrt. In nächster Zeit wollten sich die Wirte mit der Stadt zusammensetzen und über die Zukunft des Weiberfaschings reden. Das Wetter habe wieder gezeigt, dass ein Dach nicht verkehrt wäre. Das sei auf dem Marktplatz schwer möglich, aber auf dem Schlossplatz könnte ein Zelt aufgestellt werden, so Gottschalk.
Der Bauhof habe am Morgen einen bereits recht sauberen Marktplatz vorgefunden, bestätigte Dieter Daus. Die Restreinigung sei »kein Riesenaufwand« mehr gewesen. Beschwerden lägen der Stadt bislang keine vor.
Thomas Josef Möhler
 


 

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