Freitag, 28.08.2015

»Wir hören erst einmal zu«

Generalplaner Stadthalle: Hessdörfer und Seifert aus Karlstadt örtliche Ansprechpartner von Stuttgarter Büro Bez + Kock

Neue Generalplaner für das Stadhallen-Projekt Freitag, 02.12.2011 - 00:00 Uhr

Das Stutt­gar­ter Büro »Bez + Kock Ar­chi­tek­ten Ge­ne­ral­pla­ner GmbH« soll nach dem Be­schluss des Stadt­ra­tes vom Mitt­woch­a­bend die Ge­ne­ral­pla­nungs­leis­tun­gen für die neue Stadt­hal­le lie­fern. »Wir be­mühen uns, die Auf­ga­be in­di­vi­du­ell an­zu­ge­hen«, un­ter­s­trich Mar­tin Bez am Donnerstag in ei­nem Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on.

Die von Bez und Thorsten Kock geleitete Firma existiert seit dem Jahr 2001 und umfasst ein Team von »etwa 15 Architekten«, wie es im Internetauftritt heißt. Dieses Team bearbeite »kleine und große Projekte mit umfassender funktionaler Bandbreite - vom Wohnheim zum Labor, vom Gewerbeumbau zur Bibliothek«. Gemeinsam sei allen Projekten das »hohe Engagement, das wir in sie investieren, mit dem Ziel eines unverwechselbaren, funktionellen und wirtschaftlichen Bauwerkes«.
Spannender Auftrag
»Das ist ein attraktiver öffentlicher Auftrag«, begründete Martin Bez das Interesse an der Lohrer Stadthalle. Bez + Kock bauten fast ausschließlich für die öffentliche Hand. In den Jahren 2009 und 2010 habe das Büro im Münchner Raum zwei Stadthallen fertiggestellt. Der Bau solcher Gebäude sei ein »spannendes, abwechslungsreiches Thema«.
Ein Ausschreibungskriterium war, dass der Generalplaner im Umkreis von 50 Kilometern einen lokalen Ansprechpartner für die Stadt als Auftraggeberin vorweisen kann. Diese Forderung ist für Martin Bez nichts Neues. »Wir bauen eigentlich überall, da gibt es immer das Thema der täglichen Präsenz.« Deshalb sei das Büro vertraut damit, sich einen Partner zu suchen, »der das Projekt in unserem Vertrauen vor Ort managen kann«. Im Lohrer Fall sei die Firma »Hessdörfer Seifert Architekten« mit Büros in Karlstadt und Hammelburg für die Bauleitung vor Ort vorgesehen.
Dass die Stadt dem Generalplaner ein Nutzungskonzept in die Hand drücken will, findet Bez sehr hilfreich. »Es ist sogar notwendig, dass es vom Bauherren ein Nutzungskonzept gibt.« Denn Stadthallen seien sehr individuelle Projekte: »Es gibt unterschiedliche Vorstellungen, Budgets und Menschen.« So habe das Bürgerhaus in Poing (Abschluss 2009) vier Millionen Euro gekostet, das Bürgerhaus in Unterföhring (2010 fertiggestellt) dagegen 32 Millionen Euro.
Deshalb möchte sich das Büro nach Bez’ Worten auch nicht auf einen architektonischen Stil oder eine Handschrift festlegen lassen. »Mir gefällt das Wort Stil nicht so sehr.« Bez + Kock versuchten gerade, keinen festgelegten Stil zu haben, »sondern immer wieder ein neues, spezifisches Projekt zu entwickeln«. So sei das Bürgerhaus Poing sechseckig, »hat keinen einzigen rechten Winkel« und bestehe aus beigefarben eingefärbtem Sichtbeton.
»Es besser machen«
Beim Bürgerhaus in Unterföhring sei die Fassade mit großformatigen, rot eloxierten Aluminiumtafeln verkleidet. Die oberösterreichische Landesbibliothek in Linz sei ein Natursteingebäude. Deshalb könne er überhaupt noch nicht sagen, »worauf es in Lohr am Ende hinausläuft«. Bez betonte: »Wir hören erst einmal zu.« Lohr kennt Bez bislang nur über das Internet. Beim Verhandlungsgespräch vor drei Wochen sei sein Kollege Thorsten Kock mit Haustechnik- und Tragwerkplanern in Lohr gewesen. Über die Vorgeschichte des Stadthallenbaus sei er informiert - und über die Probleme dabei. »Wir versuchen, es besser zu machen.« Thomas Josef Möhler

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