Mittwoch, 29.07.2015

Alle angeschriebenen Firmen verweigern Mitarbeit

Marktheidenfeld soll energiebewusst gestaltet werden aber keine Firma will sich auf Messe präsentieren

Marktheidenfelder Energietage Freitag, 08.03.2013 - 00:00 Uhr

Sprach­los war Jür­gen Lep­pig, Vor­sit­zen­der der Pro­jekt­grup­pe »En­er­gie­be­wuss­tes Markt­hei­den­feld« am Mitt­woch­a­bend bei ei­ner Sit­zung der Grup­pe im Rat­haus. Mehr als 50 Markt­hei­den­fel­der Fir­men hat­te die Pro­jekt­grup­pe an­ge­schrie­ben - mit der Bit­te, ihre Ideen, Produkte und eigenen Umsetzungen zum Klimaschutz bei den ersten Marktheidenfelder Energietagen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Geantwortet hat keine der Firmen.

Kein einziger Vertreter
Von den 50 angeschriebenen Firmen hat keine einzige auf den Brief reagiert. Kein einziger Vertreter aus der heimischen Wirtschaft ist am Mittwoch zu der Sitzung der Projektgruppe erschienen. Ob die geplante Messe, die ersten Marktheidenfelder Energietage, jetzt überhaupt wie geplant im Oktober im katholischen Pfarrheim stattfinden kann, steht derzeit in den Sternen.

»Traurig« bezeichnete die Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder die fehlende Resonanz. »Wir müssen das Energiebewusstsein in den Köpfen der Bürger verankern. Ob Industrie, Wirtschaft oder Privatleute, das Thema geht uns alle dauerhaft etwas an, nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten«, so Schmidt-Neder. Die Veränderungen, die die Energiewende mit sich bringe, gingen nicht gegen den Bürgern, sondern nur gemeinsam mit den Bürgern, erklärte Jürgen Leppig. Weil diese Veränderungen auch Arbeitsplätze im Handwerk sicherten, sei es umso unverständlicher, dass keine Firma auf den Zug aufgesprungen sei.

Ideen zusammengetragen
Neben den zwei Stadträten Ruth Haag (Grüne) und Wolfgang Fertig (Freie Wähler) waren noch zwei Mitglieder der Projektgruppe, Jonas von Kirchbach und Ulf Mattiesen vom Vegetarierbund, anwesend. Vier weitere Mitglieder der Projektgruppe fehlten.

Ideen, wie eine Messe rund ums Thema Energie in Marktheidenfeld aufgebaut sein könnte, haben sie allerdings schon zusammengetragen. Vier große Schwerpunktthemen sollten dargestellt werden, zu denen die jeweiligen Firmen sich präsentieren könnten: 1. Energie rund ums Haus. 2. Energieeffizienz in Unternehmen. 3. Regionale Energieerzeugung und -versorgung. 4. Rund um Mobilität.

Da gerade Marktheidenfeld mehrere große Firmen hat, die mit ihren Energiekonzepten werben, wie Schneider-Electric, oder die sogar Produkte herstellen, die direkt auf Energieeffizienz angelegt sind, wie Warema, sei es umso unverständlicher, dass keine einzige Firma Interesse an einer Messe zum Thema Energie gezeigt habe. Gefragt seien aber auch die kleinen Handwerker, die derzeit gut ausgebucht seien. Genau das, befürchteten die Projektmitglieder, sei das Problem: »Viele Handwerker sind ausgebucht bis obenhin. Die denken nicht an Morgen«, vermutete Leppig.

Ratlosigkeit herrschte auch beim Thema Mobilität: Autohäuser gebe es genügend in Marktheidenfeld und nach den drastischen Umsatzeinbußen in der Automobilindustrie habe sich vieles in der Technik getan. »Warum nimmt keiner die Chance wahr, für neue Hybride oder Elektroautos zu werben?«, fragte Jonas von Kirchbach in die Runde.

Firmen erneut anschreiben
Um den Marktheidenfelder Energietagen noch eine Chance zu geben, hat die Projektgruppe »Energiebewusstes Marktheidenfeld« schließlich beschlossen, die Firmen erneut anzuschreiben - mit der Bitte um eine Rückmeldung. Sollten sich dann wieder keine heimischen Firmen für das Thema interessieren, könne man auch über Marktheidenfeld hinausgehen. Im Umland kenne er genügend Firmen, die gerne die Chance nutzen würden, ihre Produkte zu präsentieren, so Leppig.

Die nächste Sitzung der Projektgruppe ist am 9. April geplant. Die Auftaktveranstaltung für die Marktheidenfelder Energietage im Oktober soll am 26. April stattfinden. Bianca Löbbert

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