Dienstag, 01.09.2015

Leichter rollend durch die Kirchgasse

Rol­la­to­ren­st­rei­fen in Marktheidenfeld Altstadtstraße Samstag, 09.02.2013 - 00:00 Uhr

In der Kirch­gas­se wird das ers­te Stück ei­nes Rol­la­to­ren­st­rei­fens im Pflas­ter ver­legt. Die­ser St­rei­fen aus Be­tonpflas­ter soll da­für sor­gen, dass geh­be­hin­der­te Men­schen mit ih­ren Geh­wa­gen leich­ter über das Pflas­ter rol­len kön­nen.

Zugleich hat sich in anderen Städten wie Lohr gezeigt, dass solche Streifen in den zumeist mit groben Steinen gepflasterten Altstädten auch gerne von Fußgängern genutzt werden, die hohe Absätze tragen.
Der Stadtrat beschloss am Donnerstagabend den Ausbau der Kirchgasse in zwei Abschnitten: Von der Obertorstraße bis zur Grundstücksgrenze der Kirche St. Laurentius ist die Kirchgasse so breit, dass außer Porphyrpflaster auch ein Betonpflasterstreifen in den Belag eingebaut werden kann.
Zu schmal für Porphyr
Der weitere Abschnitt der Gasse bis zum Stadtmauergässchen ist allerdings zu schmal für einen solchen Ausbau. Deshalb schlug hier Peter Leimeister vom planenden Ingenieurbüro Köhl vor, diesen Abschnitt nur mit Betonpflaster rechts und links von einer Regenwasserrinne zu gestalten. Lediglich links und rechts an den Häusern wird es einen schmalen Porphyrpflasterstreifen geben.
Die Kirchgasse in Marktheidenfeld ist auch so etwas wie eine Versuchsstrecke: Hier will die Stadt testen, ob es Sinn macht, beim weiteren Ausbau der Altstadtstraßen ebenfalls solche Betonpflasterstreifen anzulegen. Gedacht ist dabei auch an die Mitteltor- oder die Obertorstraße.
Der Stadtrat hatte bereits im Juli 2009 den Ausbau der Kirchgasse mit dem in der Altstadt üblichen Porphyrpflaster beschlossen. Damals waren die Kosten für den Ausbau auf rund 501 000 Euro beziffert worden. Damals ging der Stadtrat allerdings noch davon aus, dass für den Ausbau Fördergelder aus dem Städtebauförderprogramm fließen. Dies geschieht inzwischen nicht mehr.
Fußgängerfreundliche Oberfläche
Die Gelder für den Ausbau der Kirchgasse stehen nun im Haushalt der Stadt Marktheidenfeld für das Jahr 2013. Zugleich gibt es einen Beschluss des Stadtrats, wonach die Straße mit einer fußgängerfreundlicheren Oberfläche versehen werden soll.
Diese Vorgaben setzt die neue Planung von Peter Leimeister nun um. Sein Vorschlag, die Kirchgasse in zwei Abschnitten ausbauen, fand im Stadtrat Zustimmung. Leimeister bezeichnete den zweigeteilten Ausbau als einen Kompromiss, der im Abschnitt von der Obertorstraße kommend das bisherige Pflaster aufgreife und fortführe.
In dem Abschnitt, wo die Kirchgasse eng werde, könne mit dem Betonpflaster ein einheitliches Bild geschaffen werden, ohne auf eine leichtere Begehbarkeit zu verzichten.
Bei diesem Ausbau könne ein Kompromiss zwischen »Zweckmäßigkeit und Altstadtgestaltung« geschaffen werden.
Sanierungsbeauftragter dafür
Der Sanierungsbeauftragte der Stadt Marktheidenfeld, Wolfgang Schönegge, sprach sich in seiner Stellungnahme aus stadtgestalterischen Überlegungen grundsätzlich dafür aus, auch in der Kirchgasse »durchgehend Natursteinpflaster« zu verlegen. Letztlich befürwortete Schönegge unter Abwägung der Zielsetzungen und Anforderungen für den Ausbau doch die von Leimeister vorgeschlagene Variante.
Leimeister hatte dem Stadtrat am Donnerstag noch einmal erläutert, warum der Ausbau für die lediglich 75 Meter lange Kirchgasse vergleichsweise teuer werde.
So schränke die Enge der Kirchgasse die Bauarbeiten ein: Größere Baufahrzeuge können hier beim Anschluss an das Stadtmauergäßchen nicht arbeiten. Hier sei viel Handarbeit notwendig, erläuterte der Fachmann die Kostensteigerungen.
Zudem könne mit dem Bau, der ausschließlich von der Obertorstraße aus erfolge, kein Fahrzeug mehr die Kirchgasse befahren.
Weitere Probleme bereiten einige Gebäude in der hinteren Kirchgasse, die keinen Keller haben. Die Gebäude mit den Hausnummern 8 bis 10 sollen mit einer Betonschlitzwand gesichert werden, die beim Ausbau von Kanal und Wasserleitungen in die Grube eingebracht wird.
Schäden nicht ausgeschlossen
Trotzdem, so Peter Leimeister, könnten Schäden bei den Bauarbeiten nicht ausgeschlossen werden. Damit die Anwohner nach den Bauarbeiten eventuelle Schäden geltend machen können, werde es vor Baubeginn ein Beweissicherungsverfahren geben, kündigte Leimeister das Vorgehen an.
Der Zeitplan sieht vor, dass das Vergabeverfahren für die Bauarbeiten Ende März beginnen soll. Mit der Vergabe der Arbeiten rechnet Peter Leimeister bis Ende April, so dass voraussichtlich Mitte Mai mit dem Bau der Kirchgasse begonnen werden könnte.
Eine Ende der Bauarbeiten terminiert der Ingenieur für November 2013, wenn alle Arbeiten planmäßig verlaufen. Planender Ingenieur Peter Leimeister erinnerte allerdings daran, dass gerade bei Grabungen im Umfeld von Kirchen oft erhaltenswerte Relikte im Erdreich gefunden werden.
Ob dies auch rund um die St. Laurentius Kirche der Fall sei, konnte Leimester noch nicht sagen. Entsprechende Sicherungsverfahren könnten den Straßenbau dann entsprechend verzögern.
Stadtbaureferent Elmar Kirchner kündigte an, dass es vor dem Start der eigentlichen Arbeiten noch eine Anliegerversammlung Kirchgasse geben werde, auf der auch über die Kosten der Anlieger für den Ausbau der Altstadtgasse informiert werde. Gunter Fritsch

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