Mittwoch, 29.07.2015

Mit Tempo 30 an Würzburgs Schulen vorbei

Verkehrssicherheit: An acht Standorten in der Stadt wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit jetzt reduziert

Würzburg Freitag, 08.02.2013 - 00:00 Uhr

Seit dem töd­li­chen Un­fall ei­ner 13-Jäh­ri­gen An­fang De­zem­ber 2011 an ei­ner Stra­ßen­bahn-Hal­te­s­tel­le im Stadt­teil Zel­lerau (wir be­rich­te­ten) steht in Würz­burg die Schul­weg­si­cher­heit auf der Ta­ges­ord­nung. Ein run­der Tisch mit Ver­t­re­tern von Schu­len, Po­li­zei, Stadt und Ver­bän­den hat emp­foh­len, die zu­läs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit vor Schu­len auf Tem­po 30 zu re­du­zie­ren.

An acht Schulen im Stadtgebiet wird dies jetzt umgesetzt, fünf weitere Standorte werden noch geprüft, wie Schulreferent Muchtar Al Ghusain jetzt im Planungs- und auch im Schulausschuss des Würzburger Stadtrats erläuterte. Nachdem eine ähnliche Maßnahme der Stadt Nürnberg an einzelnen Schulen zu Widerständen und der (erfolglosen) Klage eines Autofahrers vor dem Verwaltungsgericht Ansbach führte, muss die Gefahrenlage an jeder einzelnen Schule von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei genau geprüft und nachgewiesen werden.
Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit soll künftig unter anderem vor drei Schulen in der Zellerau, vor den städtischen Berufsschulen in der Sanderau sowie vor dem Röntgen-, Riemenschneider- und dem Siebold-Gymnasium gelten. Beide Ausschüsse stimmten nach kurzer Diskussion grundsätzlich zu, das letzte Wort hat der Stadtrat am 28. Februar.
Bis dahin will die Verwaltung auch über einen laut Al Ghusain berechtigten Einwand der Grünen noch einmal genauer nachdenken: Eigentlich sollte das Tempolimit nur von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr gelten. »Es finden heutzutage aber auch an den Wochenenden an Schulen viele Veranstaltungen statt«, gab die Grünen-Stadträtin Karin Miethaner-Vent zu bedenken.
Am Sinn der Maßnahme zweifelt niemand, »aber an der Akzeptanz«, so Wolfgang Scheller von der CSU. Er fordert engmaschige Kontrollen, »um zu sehen, wie das angenommen wird«. Wenn sich die Autofahrer nicht an Tempo 30 vor den Schulen halten, muss die Stadt laut Scheller darüber nachdenken, sie durch bauliche Maßnahmen am zu schnellen Fahren zu hindern.
Als Sofortmaßnahme soll jede Schule in Würzburg einen »Schulwegplan« aufstellen und ihre Schüler damit auf die konkreten Gefahren im Umfeld hinweisen. Patrick Wötzel

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